Hexenringe und Feenkreise

 
 
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Hexenringe - Eine Laune der Natur
Von © Axel Ertelt
 
 
Was ist ein Hexenring?
 
Ein Hexenring kann in verschiedenen Erscheinungsformen auftreten und zwei unterschiedliche Ursachen haben. Dies führt teilweise zu Irritationen und damit auch immer wieder zu Missverständnissen.
 
Wie die Bezeichnung „Ring“ schon andeutet, handelt es sich um (meist ziemlich exakt) kreisförmige Strukturen. Diese können sich an den verschiedensten Stellen, irgendwo in der Landschaft, befinden und sind in der Regel gut erkennbar, da sie sich vom Umfeld sichtbar abheben bzw. auch farblich unterscheiden.
 
Variante 1: Ausgetretene, im Kreis verlaufende Spuren auf Wiesen oder Feldern, die jedoch selten genau kreisrund sind, werden manchmal als Hexenringe bezeichnet. Diese entstehen in der Brunftzeit der Rehe dadurch dass der Rehbock die Ricke im Kreis treibt. (Vgl.: Wikipedia >Hexenring< [26.08.2009] und Herbstzeit.de >Der Sexappeal der alten Böcke< [29.08.2009])
 
Auf diese Variante sei hier jedoch nur am Rande hingewiesen, da sie nicht Gegenstand dieser Abhandlung sein soll.
 
Variante 2: Das eigentliche Phänomen, für das der Begriff „Hexenring“ steht, ist meistens ziemlich exakt kreisrund. Es kann überall auftreten wo der natürliche Boden noch nicht „zubetoniert“ wurde: Im Wald, auf Wiesen, Feldern, Parkanlagen und selbst im heimischen Garten.
 
Bei dem Ring handelt es sich um eine geschlossene kreisförmige Linie. Die meisten dieser Ringstrukturen haben einen Durchmesser ab 20 Zentimetern bis zu einigen Metern. Der bisher größte bekannt gewordene Hexenring soll sogar einen Durchmesser von rund 150 Meter besessen haben. (Wikipedia >Hexenring< [26.08.2009])
 
Häufig werden die Hexenringe auf Rasen- oder Wiesenflächen beobachtet. Das liegt einerseits daran, dass eine Rasenfläche besser einsehbar und überschaubarer ist als beispielsweise ein Wald und andererseits daran, dass sie hier oft ganzjährig erkennbar sind und die Ringstruktur eine andere Farbe hat als die Fläche innerhalb und außerhalb des Ringes. So kann der Rasen des Ringes einerseits ein deutlich kräftigeres Grün aufweisen oder andererseits auch eine Verfärbung ins bräunliche. Letzteres ist dadurch entstanden, dass das Gras verdorrt (vertrocknet) ist. Die dunkelgrünen Grasringe sind auf eine Ausscheidung von Ammonium-Verbindungen durch den Pilz zurückzuführen. Diese fördern vorübergehend als Stickstoffquelle das Wachstum der Gräser. Aus diesen Gründen werden die Hexenringe auch zu den Rasenkrankheiten gezählt (vgl.: „Hexenringe im Rasen“, Universität Hamburg [18.09.2010]). Innerhalb und außerhalb des Ringes ist die Rasenfläche in der Regel wieder ganz normal und unterscheidet sich in Nichts vom Rest der Wiese.
 
In der Regel wachsen auf der Kreislinie Pilze, genauer gesagt Pilz-Fruchtkörper – eben dass, was wir umgangssprachlich als Pilze verstehen. Und genau das ist die Ursache für einen Hexenring: Ein Pilz bzw. das Myzel eines Pilzes. Das Myzel ist die Gesamtheit aller Hyphen, die wiederum die fadenförmigen Zellen des Pilzes sind und an deren Enden sich dann die Fruchtkörper über der Erde bilden, die wir dann allgemein als Pilze bezeichnen.
 
Foto: Hexenring. (© Christine Braune, Pixelio.de, Download am 29.08.2009)
 
So ein Pilzgebilde kann ein enorm hohes Alter von mehreren 100 Jahren erreichen. Der älteste Hexenring, der bisher bekannt wurde, ist ein Ring der Pilzgattung Hallimasch. Sein Alter soll ca. 2.400 Jahre betragen. (Wikipedia >Hexenring< [26.08.2009]) Je älter das Myzel ist, je größer wird es auch. Es breitet sich gleichmäßig nach allen Seiten aus. Daher entsteht die Kreisform der Ringe. Sind nun die Nährstoffe über dem Myzel verbraucht, was aus der Mitte heraus geschieht, stirbt das Myzel in der Mitte ab und breitet sich nach außen aus. Dadurch bilden sich die Fruchtkörper an der nährstoffreicheren Außenkante der Myzele. So entsteht über der Erde der Kreis.
 
Je größer der Kreis, je älter das Myzel. Im hohen Alter können solche Myzele durchaus auch schon einmal eine Ausdehnung von über einem Quadratkilometer bekommen. (Wikipedia >Myzel< [26.08.2009]) In Europa kommen solche Hexenringe bei bis zu 60 verschiedenen Pilzarten vor.
 
Da Hexenringe innerhalb kürzester Zeit entstehen können (quasi über Nacht), werden sie auch heute noch wegen ihres plötzlichen Auftauchens schon mal gerne als unerklärlich, mysteriös und geheimnisvoll angesehen. So ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass Hexenringe an UFO-Forschungsgesellschaften gemeldet wurden, weil die Melder der Ansicht waren, es handele sich dabei um Landespuren von UFOs (wohl im Sinne außerirdischer Raumschiffe). Wie Hans-Werner Peiniger von der GEP e.V. in Lüdenscheid mitteilte, wurden der GEP bisher zwei Hexenringe als vermeintlicher UFO-Landeplatz gemeldet. Der letzte Fall davon stammt aus August 2009. Beim ersten, schon länger zurückliegenden Fall ging es um „Kreisspuren“ im Garten einer Dame, die vorgab von Außerirdischen „entführt“ worden zu sein. Sie hatte die Kreisspuren als „Spuren ihrer außerirdischen Besucher“ gedeutet. Dazu Hans-Werner Peiniger von der GEP e.V.: „Auch diese Spuren waren deutlich auf Hexenringe zurückzuführen.“
 
Zuweilen sind Hexenringe offensichtlich auch schon mal in der Diskussion bei Kornkreisforschern. Dies beweist ein Blog in einem Kornkreis-Forum [18.09.2010] aus dem Jahr 2005, wo ein User etwas Außergewöhnliches in Form von Lichterscheinungen und von Rutengängern gemessenen Strahlungen in einen offensichtlichen Hexenring interpretiert.
 
Meistens sind es Außenstehende, Personen, die mit der Thematik „UFO“ nichts Näheres zu schaffen haben und diese (nicht existierende) Verbindung vom Hörensagen übernommen haben oder sich „aus den Fingern saugen“. So postete ein User im Forum von www.salekreis-board.de am 01.07.2005 folgenden Eintrag: „Ringe im Rasen. Man denkt, es wär ein UFO-Landeplatz. Nach einigen googeln fand ich es heraus. Hexenring – keine Zauberei.“
 
In dem Artikel „Der Sexappeal der alten Böcke“, der von Rehen handelt, heißt es im Abschnitt Das Geheimnis der Hexenringe“ zum Treiben der Böcke in der Paarungszeit in der Erklärung des Begriffes Hexenring: Es sind jedoch keine übernatürlichen Erscheinungen oder gar der Landeplatz eines UFOs.“ (www.herbstzeit.de [29.08.2009]) Hier werden UFOs zu einem Thema genannt, das absolut nichts mit UFOs zu tun hat. Das wiederum könnte andere erst auf den Gedanken bringen zwischen Hexenringen und UFOs eine Verbindung zu ziehen.
 
Im Blog der Seite www.fotocommunity.de schreibt Harald Andres Schmid am 04.07.2007 als Kommentar zu einem eingestellten Hexenring-Foto: „Da Pilzmyzele die Radioaktivität aus dem Boden aufsammeln, soll angeblich am Rand gewisser Hexenringe stark erhöhte Radioaktivität gemessen worden sein, was bestimmte Freaks wieder an UFO-Landeplätze glauben ließ.“
 
Dass sich einige Pilzarten tatsächlich von radioaktiver Strahlung ernähren, ist wissenschaftlich bewiesen. Stellvertretend hierzu ein Zitat aus Bild der Wissenschaft: „Radioaktive Strahlung kann bestimmten Pilzarten als Nahrung dienen. Dafür wandeln die Pilze die Strahlung mithilfe des auch in der menschlichen Haut vorkommenden Pigments Melanin in Energie um und nutzen diese für ihr Wachstum. Diese Organismen können somit entgegen bisheriger Annahmen unabhängig von organischen Stoffen wachsen, die von anderen Lebewesen gebildet wurden. Der zugrunde liegende Mechanismus scheint hierbei ähnlich zu funktionieren wie bei der Photosynthese von Pflanzen.“ (Tobias Becker: „Pilz frisst Radioaktivität“, in: Bild der Wissenschaft [www.wissenschaft.de], vom 23.05.2007.)
 
Die Bezeichnung „Hexenring“ kommt von einem alten Volksglauben her, der in einer Zeit entstand, als man die tatsächliche und natürliche Ursache dieses Phänomens noch nicht gekannt und erforscht hat. In den vergangenen Jahrhunderten waren die Menschen der Ansicht, dass es sich hier um einen Versammlungsplatz oder auch Tanzplatz von Hexen oder anderen übernatürlichen Wesen handelt. Deshalb erhielten die Kreisstrukturen später dann die Bezeichnung Hexenring. Weitere (frühere) Bezeichnungen waren auch Feenring, Elfenring und Elbenring.
 
Bild links: Hexentanz um den Teufel. Abbildung aus dem anonymen Pamphlet
„Hell broke loose, or, the notorious design of the wicked Ranters, discovered un Sunday
last at Black-Freyers“ aus dem Jahr 1651. (gemeinfrei)
Bild rechts: Fast identische Abbildung. Abbildung aus dem Titelblatt von
„Robin Goodfellow, his mad prankes and mery jests“, 1. Ausgabe aus dem Jahr 1628. (gemeinfrei)
 
 
Nach Vagn J. Brøndegaard lässt sich der Glaube, dass Sagenwesen (Elfen u. a.) sichtbare Spuren hinterlassen, bis in die Literatur des 11. Jahrhunderts zurückverfolgen. (Vagn J. Brøndegaard: „Elfentanz und Hexenring“, in: „Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde“ Bd. 19, Rheinische Vereinigung für Volkskunde, Bonn 1968.)
 
Der Begriff „Hexenring“ hingegen scheint sich jedoch erst gegen Ende des 18. oder zu Beginn des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum gebildet zu haben. Von hier drang er dann als Germanismus in den skandinavischen Raum vor. 
 
Die Namensgebung entstammt also mit größter Wahrscheinlichkeit der Vorstellung, dass die Hexen oder die anderen übernatürlichen Wesen immer einen Reigen (also im Kreis) tanzten und dabei dieses runde Bodenmuster hinterließen. Deshalb maß man früher diesen Ringen auch eine magische Bedeutung zu. Das Betreten eines solchen Hexenrings war deshalb auch verboten. Man befürchtete sonst Unheil heraufzubeschwören.
 
Der Reigen, ein Tanz in Kreisform, ist eine heute weit verbreitete, durchaus übliche Tanzform. Im „Lexikon des Mittelalters“ ist ein interessantes Zitat des Augustinus: „Chorea est circulus cuius centrum est diabolus“ (zu Deutsch: „Der Reigen/Tanz ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt der Teufel ist.“). Und auch über das gewaltige Megalithbauwerk Stonehenge gibt es eine Sage, nachdem die Anlage durch einen „Tanz der Riesen“ entstanden ist. So wurde Stonehenge im Mittelalter und selbst in der frühen Neuzeit noch des Öfteren als „chorea gigantum“ bezeichnet. Dies jedoch nur am Rande vermerkt, da Stonehenge natürlich nicht das Geringste mit dem Thema zu tun hat. 
 
Ebenfalls über solche Reigen-Tänze schreibt Olaus Magnus im Jahre 1555 im 11. Kapitel des 3. Buches seines Werkes „Historia de gentibus septentrionalibus“, „…dass Gespenster an etlichen Stellen in den nordischen Ländern ihre eigentümlichen Rundtänze aufzuführen pflegten, begleitet von Musik in wechselnder Mannigfaltigkeit: Nach Sonnenaufgang aber verraten sich diese Wesen bisweilen durch ihre Fußspuren, die im taunassen Feld sichtbar bleiben. … An einigen Stellen hat man außerdem entdeckt, dass die Stellen, wo sie sich gewöhnlich aufhalten, wie von Feuer in einem Kreisrund deutlich versengt wird, so dass der Rasen eingetrocknet und kein Strohhalm später dort wachsen kann. … Die nächtlichen Tänze dieser Geisterwesen nennen die Einwohner Elfentanz (chorea eluam).“
 
Feenring (fairy rings/englisch und Cercles de fées/französisch): Ein Ort, an dem Feen (meist um Mitternacht) ihren Reigen abhalten. Die Ringe wurden als magisch und voller okkulter Kraft angesehen  (z. B.: sphinx-suche.de [27.08.2009]) und dementsprechend war es verboten die Ringe zu betreten. Auch glaubte man beim Betreten eines Feenrings ins Feenreich zu geraten. An einigen Stellen heißt es auch, dass im Feenreich nur wenige Minuten vergehen, während es bei uns Jahrhunderte sind (z. B.: (www.beepworld.de [27.08.2009]). – Das erinnert an die Zeitverschiebungssagen, die sich rund um die Erde wieder finden. – Ergänzender Hinweis: „Das Wort ‚Fee’ ist übrigens im 18. Jahrhundert zum zweiten Mal aus dem Französischen entlehnt worden (zuerst im 12. Jahrhundert). Es geht etymologisch auf ‚fata’ zurück, ‚Schicksalsmacht’.“ (J. Richter per Email in einer internen Hexenring-Diskussion.)
 
 
 
Elfenring/Elbenring: Mehr oder weniger parallel zum Feenring benutzte Bezeichnungen. Das resultiert daraus, dass an den verschiedensten Orten nicht nur Feen, sondern insbesondere auch Elfen für die Ringe verantwortlich gemacht wurden. Vgl. hierzu auch das Gedicht „Elbenringelreigen“ von Christian Morgenstern (* 06.05.1871 in München, † 31.03.1914 in Meran). Außer Feen und Elfen konnten das auch andere Naturgeister oder mystische Wesen sein, die durch ihre Kreistänze in der Vorstellungskraft der Menschen diese Ringe „erschufen“. Genannt wurden in diesem Zusammenhang besonders auch die Begriffe Elben oder Alben (beides andere Bezeichnungen für Elfen). Weitere Wesenheiten, die hin und wieder für das Erscheinen der Ringe verantwortlich gemacht wurden sind die Hojemännlen (Überwiegend im Bereich Lechrain benutzte Bezeichnung für grün gekleidete und mit Haaren und Bart aus grauem Moos bestückte Kobolde. Den Namen erhielten sie wegen ihrer Rufe „Hojo! Hoje!“. Nach Adalbert Kuhn: „Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands“, Band 1, Leipzig 1859, S. 112.), der Alber (ein Almgeist in Tirol), und selten auch schon einmal der Teufel selbst. Später kamen dann auch die Hexen dazu.
 
Hexenring: Auf solchen tanzten nach altem Volksglauben früher die Hexen auch schon mal um den Teufel. Aus dem Jahre 1678 stammt das englische Pamphlet „The Mowing Devil“ („Der mähende Teufel“). Es heißt, dass mitten in der Nacht ein helles Licht über dem Feld erschien und am anderen Morgen das Feld im Kreis „gemäht“ war. (Andreas Müller: „Kornkreise anno 1678? – ‚The Mowing Devil’”, in: Grenzwissenschaft aktuell, veröffentlicht am 15.09.2007) Diese Geschichte dürfte jedoch nicht zum Phänomen der Hexenringe gehören, sondern zum Phänomen der Kornkreise, auf die hier allerdings nicht näher eingegangen werden soll, da es den Rahmen dieser Abhandlung sprengen würde.
 
 
Abbildung: Das englische Pamphlet „The Mowing Devil“ aus dem Jahre 1678 (gemeinfrei).
 
Zauberring: (bezogen auf Hexenring) Hierzu konnte bisher nur eine Quelle (Johann Carl Fischer: „Geschichte der Physik seit der Wiederherstellung der Künste und Wissenschaften bis auf die neuesten Zeiten“, Band 8, Röwer, Göttingen 1808, S. 532f) gefunden werden, die die Hexenringe als „Zauberringe“ bezeichnet. Die Begründung dafür geht aus der Quelle nicht hervor. Der vermutete Zusammenhang besteht möglicherweise in der alten Vorstellung, dass die Ringe okkulte und/oder magische Kräfte besitzen. Diese Bezeichnung hat wegen ihrer scheinbaren Einmaligkeit jedoch keinerlei Relevanz.  
 
 
Foto links: Hexenring auf freier Fläche. Foto: © Walter J. Pilsak.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Fotografen 
von seiner Homepage http://www.pilsak.de/index.htm. Download am 28.08.2009. 
Foto rechts: Hexenring im Wald. Foto: © Walter J. Pilsak.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Fotografen 
von seiner Homepage http://www.pilsak.de/index.htm. Download am 28.08.2009.
 
Hexenring in einer Pfälzer Sage
 
Früh am Morgen, noch vor dem Anbruch des Tages, ging ein Bauer aus Ensheim auf seine Wiese am Siedelwald, um diese zu mähen. Plötzlich hörte er ein liebliches Singen, wie von den Stimmen der Vögel. Der Bauer drehte sich um und sah drei Jungfrauen in langen weißen Gewändern aus dem Wald herauskommen. Auf der Wiese führten sie dann einen wunderlichen und selktsamen Tanz auf. Eine der Jungfrauen trug einen silbernen Halbmond auf der Stirn. Als nach einer Weile der Hahn von der nahegelegenen Mühle krähte, waren die Jungfrauen mitsamt ihrem lieblichen Gesang im Nu verschwunden. Als der Bauer zu jener Stelle gelangte, an der die drei Jungfrauen getanzt hatten, fand er dort die Hexenringe. (Gefunden in Hans Cristoph Schöll: „Die drei Ewigen" - Eine Untersuchung über germanischen Bauernglauben; Eugen Diederichs Verlag, Jena 1936.)
 
Beschrieben werden hier bei Schöll, der sich als Quelle auf Hebel beruft, die Hexenringe wie folgt: „...das sind kleine und große Pilze, die im Herbst kreisförmig auf den Wiesen wachsen."
 
 
Nachweise von Hexenringen in der Literatur
 
Hier soll nun der Nachweis erbracht werden, ab wann Hexenringe nachweisbar sind. Dabei werden auch Quellen berücksichtigt, die nicht explizit von den Ringen sprechen, aber Hinweise auf dieses Thema sein könnten. Dies ist insbesondere in der Literatur vor dem 18./19. Jahrhundert der Fall.
 
Nach Wikipedia >Fairy ring, Literature< [28.08.2009] gibt es einen altfranzösischen Text aus dem 12. Jahrhundert, der von einer Szene berichtet, in der Elfen im Kreis tanzen.
 
Albrecht von Halberstadt schreibt um das Jahr 1210 in einer Neudichtung der Metamorphosen Ovids von kreisförmigen Tänzen der „Waldfrauen“:
 
Wand irre boum heilec was,
bi dem man die waltfrouwen
dicke hat hoeren lachen,
ir wilde getemere machen,
singen ir wise süeze,
man spürte im tou füeze:
wilen in eins ringes schranc
sungens zezamen ir gesanc.
 
Ins Hochdeutsche übersetzt (hier in einer Übersetzung von Henriette Fiebig) liest sich das dann so:
 
Denn ihre Bäume waren heilig
bei denen man die Waldfrauen
oft hat lachen hören,
ihr wildes Getöse/Gelärm machen,
ihre schönen Lieder singen,
man nahm ihre Füße (Spur) im Tau wahr:
vormals/zuweilen in Form eines Ringes
sangen sie gemeinsam ihren Gesang.
 
Im Original zitiert aus der Edition von K. Bartsch aus dem Jahr 1545 (XX, 52 – 60, S. 152). Dabei handelt es sich um den Versuch die alten Fragmente nach Albrecht von Halberstadt und Jörg Wickram zum Gesamtwerk Albrechts zu rekonstruieren, was jedoch nicht gelang, wie sich später herausstellte, als man weitere Original-Fragmente fand. Somit kann das Zitat leider nicht sicher durch ein Manuskript von 1210 belegt werden. Bei Ovids „Metamorphosen“ (Buch 8, S. 746f) heißt es, dass eine alte Eiche gefällt wird, um die bislang die Dryaden tanzten und sangen. Die Dryaden sind Baumgeister der (ursprünglich) griechischen Mythologie (vgl.: Wikipedia >Dryade< [18.09.2010]). Der Begriff „Waldfrauen“ stammt von Wickram. Vermutlich ebenso die Passage mit den „Spuren im Tau“
 
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts macht William Shakespeare in seinem Werk „Ein Sommernachtstraum“ (Nach: William Shakespeare in: Ein Sommernachtstraum [28.08.2009], Original: „A Midsummer Night’s Dream“, 1594 – 1596, in einer Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel, 2. Aufzug, 1. Szene. „Ein Wald bei Athen“.) Andeutungen auf Ringeltanzen („Und tanzen Ringel nach des Windes Pfeifen…“) und offensichtlich Ringe (am Boden) der Elfen, wenn er schreibt: „Wollt Ihr in unseren Ringen ruhig tanzen und unsre lustgen Mondspiele sehn…“ (Aussage der Elfenkönigin Titania in William Shakespeare „Ein Sommernachtstraum“.)
 
Auch in seinem Werk „Der Sturm“ (1611) geht Shakespeare auf Elfenringe ein, diesmal sogar noch deutlicher: „Ihr Elfen der Hügel, der Bäche, stehenden Seen und Hayne, und die auf Sandbänken mit leichtem Fuß den ebbenden Neptun zurückstoßen, und ihn fliehen, sobald er wiederkehrt; ihr kleinen Feen, die beim Mondschein im Gras die kleinen sauren Ringe machen, von denen das Schaf nichts abfrisst; und ihr, deren Zeitvertreib ist, Mitternachts-Schwämme zu machen…“ Schwämme = Pilze; Schwammerln. (Nach: William Shakespeare in: Der Sturm (Original: „The Tempest“: „…you demi-puppets that by moonshine do the green sour ringlets make, whereof the ewe not bites, and you whose pastime is to make midnight mushrooms…”) 1611, in einer Übersetzung von Christoph Martin Wieland, 5. Aufzug, 2. (1.) Szene. Vor der Celle [28.08.2009].) Vagn J. Brøndegaard meint dazu, dass William Shakespeare „den damaligen Elfenglauben sowie die Meinungen der Laien über die Entstehung der Hexenringe genau kannte.“ (Vagn J. Brøndegaard: Elfentanz und Hexenring [28.08.2009]) Weitere solcher Hinweise finden sich nach Brøndegaard auch in Shakespeares Werk „Die lustigen Weiber von Windsor“ (1597 – 1601). (Original: „The Merry Wives of Windsor“. Zu finden in einer Übersetzung von Wolf Graf von Baudissin Die lustigen Weiber von Windsor [28.08.2009])
 
Es ist jedoch fraglich, ob William Shakespeare den Zusammenhang zwischen möglichen, kreisförmigen Bodenstrukturen und Pilzen kannte. So fragt sich auch Vagn J. Brøndegaard: „Ahnte er (Shakespeare) den Zusammenhang zwischen Hexenring und Pilzwachstum? Wohl kaum - es handelt sich entweder um einen Zufall oder um ‚dichterisches Hellsehen’.“
 
Der bedeutende englische Altertumsforscher John Aubrey (* 12.03.1626 – … 07.06.1697), der als erster auch die megalithischen Monumente in seiner Heimat erforschte, schrieb ein besonderes Erlebnis über Feen oder Elfen nieder, die durch einen Ringelreigentanz einen Kreis im Gras hinterließen: Mr. Hart, Kurat an der Lateinschule von Yatton Keynel bei Chippenham in England, stieß im Jahre 1633 eines Nachts auf einer Wiese auf einen grünen Kreis im Gras. Plötzlich sah er eine große Anzahl kleiner, menschenähnlicher Wesen, die dort einen Ringelreigentanz vollführten. Dabei sangen sie und machten auch viele andere nicht näher beschriebene Geräusche. Mr. Hart war dermaßen erstaunt, dass er sich nicht mehr bewegen konnte, was er auf einen Zauber der Elfen und Feen zurückführte. Als die kleinen Wesen ihn sahen umkreisten sie ihn. Verblüfft und voller Angst fiel Mr. Hart zu Boden, woraufhin ihn die kleinen Wesen überall mit spitzen Nadeln stachen. Dabei gaben sie eine Art Summen von sich. Als die Sonne aufging ließen die unheimlichen Wesen von ihm ab und Mr. Hart fand sich inmitten des Feenrings wieder. (Nach: Ulrich Magin in CENAP-Report, Ausgabe unbekannt.)
 
Martin Lister deutete 1674 den Ursprung von Elfenringen (teilweise) durch Maulwürfe. Diese würden entstehen, wenn sie instinktiv im Kreise herumwühlen oder sich in der Paarungszeit entsprechend verhalten. Die extra große Üppigkeit ist dabei ihren Exkrementen zu verdanken. (John Ramsbottom: „Mushrooms and Toadstools“, 1953, S. 117. Vgl.: Elfentanz und Hexenring, hier auch weitere kuriose Interpretationen von Hexenringen.) 
 
1790 erwähnt Erasmus Darwin, der Großvater von Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie, die „fairy-rings“ in seinem Gedicht „The Botanic Garden“, wo er sie als Folge von Blitzeinschlägen deutet („So from dark clouds the playful lightning springs, rivers the firm oak, or prints the fairy rings.“). In deutscher Übersetzung liest sich eine betreffende Passage wie folgt: „So schießt aus dunklen Wolken spielend der Blitz herab, spaltet die eisenfeste Eiche oder drückt die Feenringe auf dem Grase ab.“ (Diese deutsche Übersetzung ist entnommen aus dem Beitrag „Bruchstück aus dem englischen Gedicht ‚The botanic Garden’“, in: „Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste, Volumes 61“, herausgegeben von Christian Felix, S. 112f, Dyckische Buchhandlung, Leipzig 1798.)
 
In einer Anmerkung zur vorstehenden deutschen Übersetzung heißt es 1798: „Diese sogenannten fairy-rings, oder Feen-Ringe, sind eine elektrische Erscheinung, oder eine die mit den Wirkungen des Blitzes gleiche Ursachen hat. Es zeigen sich nehmlich zuweilen auf nassen Wiesen Kreise von mehreren Ellen im Durchmesser, in deren Peripherie das Gras ganz wie verbrannt ist, wo aber das folgende Jahr und oft mehrere Jahre hintereinander die Vegetation desto stärker, das Gras desto dichter und höher ist, oder auch an dessen Statt eine Menge weiße Pilze aufschießen. Man erklärt diese Erscheinung aus dem Niedersinken einer elektrischen Wolke von cylindrischer Gestalt, die, da der elektrische Strom die Luft verjagt, Luft aber zur Verbrennung nothwendig ist, nirgends anders als in ihrer Peripherie das Gras versengen kann, wo die äußere Luft Zutritt hat.“ (Christian Felix, a. a. O. S. 113)
 
Im Jahre 1807 ersetzt Hyde Wollaston (als vermutlich erster) den Irrtum mit den Blitzen durch die Pilz-Erklärung. Dazu berichtet u. a. auch Prof. Dr. Schlossberger in einem Artikel aus dem Jahre 1846, in dem er auch bereits den Begriff Hexenring verwendet:
 
„Wollaston bespricht … die seltsame Erscheinung der auch bei uns nicht ganz seltenen so genannten fairy rings (Hexenringe in einigen Teilen Deutschlands genannt)…
 
Wollaston fand nämlich an der äußeren Umgrenzung solcher Ringe konstant gewisse Pilze, wenn zu der passenden Jahreszeit gesucht wurde. Hieraus und aus der ferneren Beobachtung des fortdauernden exzentrischen Wachsens dieser Kreise, schloss er auf einen Kausalzusammenhang zwischen den Ringen und Pilzen, und setzte diesen dahin fest, dass die Entstehung der Ringe von einer Gruppe von Pilzen als einem Zentralpunkte ausgehe, die zu ihrem Gedeihen den Boden, auf dem sie wachsen, in hohem Grade erschöpfen. Die Wurzeln der Pilzvegetation des folgenden Jahres sind daher genötigt, nach außen hin sich auszutreiben und neuen, noch nicht ausgesogenen Boden aufzusuchen. Dasselbe wiederholt sich im nächsten Jahre, und so entsteht allmählich ein großer, von Pflanzenwuchs ganz entblößter Kreis, an dessen Peripherie jedoch ein Grasring von besonders üppigem Grün sich vorfindet. Dieser erklärt sich aus der durch das Absterben der letzten Pilzvegetation vor sich gehenden reichen Düngung des Bodens, eine Düngung, die gerade durch das Verarmen eines anderen Teils des Bodens ihre Erklärung findet.
 
Die exzentrische progressive Zunahme der Ringe wurde schon von Dr. Hutton am Arthurseath bei Edinburgh wahrgenommen, ohne dass er auf die Produktion der Pilze dabei aufmerksam geworden wäre. Dr. Withering dagegen hatte die Verbindung zwischen den Ringen und den Pilzen aufgefasst, aber die Art des Wachstums der Kreise übersehen. Versuche, das Wachstum der Ringe durch Einschnitte u. s. w. zu bestimmen, stellten heraus, dass die jährliche Ausdehnung der Kreise zwischen 8 Zoll und 2 Fuß betrug, je nach der Spezies des Schwamms, dem sie ihre Entstehung verdankten. Die Spezies, von denen überhaupt ein Zusammenhang mit den Ringen bemerkt worden ist, sind Agaricus campestris, procerus, terreus, orcades und Lycoperdon bovista.“ (Prof. Dr. Schlossberger: „Über die düngende Kraft der Schwämme, nach einem von der Natur gelieferten Experimente“, in: „Annalen der Chemie und Pharmacie“, Bd. LVII, herausgegeben von Friedrich Wöhler und Justus Liebig, Akademische Verlagsbuchhandlung von C. F. Weber, Heidelberg 1846.)
 
1808 werden die Bodenstrukturen bei Johann Carl Fischer als „Zauberringe“ oder „Hexenringe“ bezeichnet. Interessant, dass dabei wieder der Blitz als Ursache der Strukturen angenommen wird:
 
„Als Priesiley Price’n von diesem Versuche (Anm. d. Verf.: Es ging hierbei um Versuche mit elektrischen Entladungen [ähnlich wie Blitze] und ihrer Auswirkungen beim Auftreffen auf Metalloberflächen. Dabei entstanden auf dem Metall Ringstrukturen (teilweise) in den Regenbogenfarben.) Nachricht erteilt hatte, meldete dieser jenem, dass diejenigen Kreise, welche unter dem Namen Zauberringe bekannt sind und vom Blitze entstehen sollen, vielleicht mit den erwähnten Kreisen eine Ähnlichkeit haben dürften, außer dass sie keinen Zentralfleck besitzen. Priesiley hatte nachher einen solchen Zauberring untersucht. Er hatte ungefähr 3 Fuß im Durchmesser, der Ring war ungefähr 9 Zoll breit. Jessop will es durch Erfahrung bestätigt gefunden haben, dass die Zauberringe wirklich eine Wirkung des Blitzes wären. Man fand nämlich nach einem starken Gewitter auf einer Wiese einen Kreis von l2 bis 15 Fuß im Durchmesser, dessen Rand etwa 1 Fuß breit frisch versengt war, und an dieser Stelle kam das Gras im folgenden Jahr weit frischer und grüner hervor.
 
Aus diesem Grunde hat Cavallo die Ringe, welche auf glatt polierten Oberflächen von Metallen durch den elektrischen Schlag entstehen, Zauberringe oder Hexenringe genannt.“ (Johann Carl Fischer: „Geschichte der Physik seit der Wiederherstellung der Künste und Wissenschaften bis auf die neuesten Zeiten“, Band 8, Röwer, Göttingen 1808, S. 532f.)
 
Am 24.12.1811 wird unter den Bezeichnungen „fairy rings“ und „Hexenringe“ in der „Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung“ über die „feurigen Ringe“ auf Weideplätzen berichtet und dabei Bezug auf die Blitztheorie von Erasmus Darwin genommen. Dem gegenüber wird die Pilztheorie von Wollaston gestellt, die hier als wahrscheinlicher angenommen wird. (Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung vom Jahre 1811, Nr. 294, in: 8. Jg., 4. Bd., Jena u. Leipzig 1811 [30.08.2009])
 
Im Dezember 1816 wird in den „Ergänzungsblätter zur Allgemeinen Literatur-Zeitung“ in ganzen neun Zeilen kurz auf H. Wollaston und seine Pilzhypothese hingewiesen. (Allgemeine Literatur-Zeitung vom Jahre 1816, Nr. 140, in: 4. Bd., Halle u. Leipzig 1816, [30.08.2009].) Hier wird die Bezeichnung „Feenringe“ verwandt.
 
In seinem zweiten Band des „Handbuch der Meteorologie“ von 1830 verweist Dr. Karl Wilhelm Gottlieb Kastner in einer Anmerkung bzw. Fußnote auf „Hexenringe“, die er mit der Blitztheorie erklärt. (Dr. Karl Wilhelm Gottlieb Kastner*: Handbuch der Meteorologie, 2. Bd., S. 495, J. J. Palm u. Ernst Enke, Erlangen 1830. Auf der Buchinnentitelseite sind die Vornamen abgekürzt: Dr. K. W. G. Kastner. *Anderenorts findet man recht häufig auch die Schreibweise Carl (mit „C“) anstelle von Karl (mit „K“), [30.08.2009].) Dazu verweist er auch auf Jessop in den Philos. Transact. X. Num. 117. p. 294“. Ebenfalls in dieser Fußnote deutet er an, dass die Benennung (Hexenring) auch für so genannte „Heiligscheine“ benutzt würde. (Dies war mir bis dato vollkommen unbekannt und ich konnte diese Ausführung bisher auch nirgendwo anders bestätigt bekommen. Dr. Kastner verweist hier ebenso auf Seite 473 des Buches, wo er über „Schattenschimmer (Syn. Heiligenscheine, Hexenringe x Umbra fulgens)“ schreibt.)
 
1841 bringt der Medizinalrat Dr. Bergmann aus Hildesheim Pilzstrukturen bei/mit Feenringen im Vergleich zu Strukturen des Gehirns. Dr. Bergmann hat offensichtlich den Zusammenhang von Feenringen mit Pilzen richtig erkannt, verfällt dann aber immer noch (34 Jahre nach Wollaston) der falschen Blitztheorie, indem er hier beides (Blitze und Pilze) miteinander vermischt:
 
„Die Pilze scheinen zum Teil noch immer ein Produkt der freien elektrischen Naturkraft zu sein, die sich mit einem vorgebildeten, spezifisch zu ihrer Plastik geeigneten Stoffe verbindet, wofür ihr plötzliches und künstliches Erscheinen, besonders noch die Beobachtung spricht, dass man oft an Stellen, wo der Blitz einschlug, schnell darauf eine Menge solcher Gewächse entstehen sah, die so genannten ‚Feenringe’.“ (Medizinalrat Dr. Bergmann (Hildesheim): Untersuchungen über die Struktur der Mark- und Rindensubstanz des großen und kleinen Gehirns“, in: „Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medizin“, Band/Jg. 1841, S. 150f, herausgegeben von Dr. Johannes Müller, Verlag von Veit et Comp., Berlin 1841, [30.08.2009].)
 
Robert N. Brown veröffentlichte 1847 einen Artikel „Über die Ähnlichkeit der tine favosa und einiger anderen Hautkrankheiten mit den Hexenringen (fairy-rings)“. Darin bezieht er sich auf die Erkenntnis von H. Wollaston mit den Pilzen und weist eine verblüffende Ähnlichkeit zu menschlichen Krankheiten nach. (In: „Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde“, Band 2 – 3, 3. Reihe, 3. Band. herausgegeben von M. J. Schleiden und Dr. Robert Froriep, Druck und Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, Weimar 1847.)
 
In einem 1848 veröffentlichten Bericht übernimmt der Autor Dr. H. Schenck ebenfalls die Pilzerklärung und weist dabei auf weitere Publikationen der Jahre 1846 und 1848 hin. (Dr. H. Schenck: „3. Hexen- oder Feenringe“, in: „Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Meklenburg“, Band 55-58, 2. Heft, S. 109ff, herausgegeben von Ernst Boll, Verlag von Carl Brünslow, Neubrandenburg 1848.)
 
Und 1903 heißt es wieder in einem Artikel: „Wachsen auf einem freien Platze im Wald besonders viel schöne Pilze im Kreis, ist es ein Hexentanzplatz; wo eine Hexe beim Tanze tritt, wächst ein giftiger Schwamm.“ („Zeitschrift für Volkskunde“, 13/1903, S. 435f.) 
 
Die Schweizer Volkskundler Hanns Bächtold-Stäubli (* 27.03.1886, † 10.10.1941) und Eduard Hoffmann-Krayer (* 05.12.1864, † 28.11.1936) gaben das „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ heraus, das von 1927 bis 1942 erschien. Sie berichten zum Thema „Hexenringe“:
 
Die sog. „Hexenringe“ (im Volksaberglauben als die nächtlichen Tanzplätze der Hexen gedeutet) entstehen dadurch, dass das Fadengeflecht (Myzelium) gewisser Pilze sich zentrifugal ausbreitet und dann an der Peripherie die Fruchtkörper trägt. Infolgedessen sind dann die Pilze auffallend kreisförmig angeordnet. Wenn der „Hexenring“ sich schließt (verwächst), stirbt der Eigentümer der Matte (mit Quellenhinweis auf das Schweizer „Idiotikon“ Band 6). Statt der E. (vermutlich Elfen) tanzen die Hexen im Hexenring, Hexenkreis, Hexentanz (mit Quellenhinweis u. a. auf die Grimmsche Mythologie). 
 
 
Fotos: Hexenring auf dem ev. Friedhof in Halver, aufgenommen am 03.09.2010.
Die noch jungen (kleinen) Pilze sind zwischen dem Laub durch ihre hellere Farbe erkennbar.
Auf der identischen rechten Aufnahme ist zur Verdeutlichung der Pilzring schwarz markiert.
Die rote Markierung zeigt den Bereich mit dem meisten Pilzbewuchs. Fotos: © Axel Ertelt.
 
 
Nachweise von Hexenringen in Lexika
 
Nachstehend nun eine chronologische Auflistung der Erwähnungen von Hexenringen in den verschiedensten Lexika. Diese Aufstellung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit! Die entsprechenden Quellen bzw. Lexika sind jeweils am Ende des Zitats vermerkt.
 
1854:    HEXENRING, m., pl. hexenringe, nennt man auf viehweiden concentrische grüne ringe, die üppigen graswuchs haben, während das land umher die nackte erde zeigt. (Jacob Grimm und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde. [in 32 Teilbänden]. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960 [29.08.2009].)
 
1884:    Hexenringe (Elfentanzplätze, Feenringe, engl. Fairy-rings, franz. Cercles de fées), kreisförmige Stellen auf Wiesen und Angern, auf denen der Graswuchs entweder ganz fehlt, oder üppiger auftritt als ringsumher, in der englischen und deutschen Volksanschauung durch die Mondscheintänze der Elfen, Feen oder Hexen an den betreffenden Stellen erzeugt. Über die Entstehung derselben war man lange im Zweifel und glaubte, sie entstünden durch Blitzschläge in den Boden; sie rühren aber von verschiedenen Arten des Blätterpilzes (Agaricus) her, welche die Eigentümlichkeit zeigen, sich in mehr oder weniger regelmäßigen Kreisen oder Ringen auszubreiten, je nachdem der von ihnen eingeschlossene Nährboden sich erschöpft, und dann erst pflanzenlos, später, von den absterbenden Pilzmassen gedüngt, üppig grünend erscheint. Die Erscheinung erklärt sich also einerseits aus dem Vermögen der Pilze, den Stickstoffgehalt eines gut gedüngten Bodens unter Verdrängung der andern Pflanzen schnell zu assimilieren, andernteils aus dem beständigen zentrifugalen Fortwachsen des Myceliums im Boden, wobei Kreise bis über 10 m im Durchmesser entstehen, deren innerer Teil sich neu begrünt. Sie werden vorzugsweise von Agaricus campestris L., A. oreades Bolt. und andern Arten hervorgebracht und bilden namentlich in den feuchten englischen Parken und Wäldern eine sehr auffallende Erscheinung.(„Meyers Konversationslexikon“, Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892.)
 
1888:    Hexenringe. (Elfentanzplätze, Feenringe, engl. Fairy-rings, franz. Cercles de fées), kreisförmige Stellen auf Wiesen und Angern, auf denen der Graswuchs entweder ganz fehlt, oder üppiger auftritt als ringsumher, in der englischen und deutschen Volksanschauung durch die Mondscheintänze der Elfen, Feen oder Hexen an den betreffenden Stellen erzeugt. Über die Entstehung derselben war man lange im Zweifel und glaubte, sie entstünden durch Blitzschläge in den Boden; sie rühren aber von verschiedenen Arten des Blätterpilzes (Agaricus) her, welche die Eigentümlichkeit zeigen, sich in mehr oder weniger regelmäßigen Kreisen oder Ringen auszubreiten, je nachdem der von ihnen eingeschlossene Nährboden sich erschöpft, und dann erst pflanzenlos, später, von den absterbenden Pilzmassen gedüngt, üppig grünend erscheint.
 
2. Pilze. Die Erscheinung erklärt sich also einerseits aus dem Vermögen der Pilze, den Stickstoffgehalt eines gut gedüngten Bodens unter Verdrängung der andern Pflanzen schnell zu assimilieren, andernteils aus dem beständigen zentrifugalen Fortwachsen des Myceliums im Boden, wobei Kreise bis über 10 m im Durchmesser entstehen, deren innerer Teil sich neu begrünt. Sie werden vorzugsweise von Agaricus campestris L., A. oreades Bolt. und andern Arten hervorgebracht und bilden namentlich in den feuchten englischen Parken und Wäldern eine sehr auffallende Erscheinung. (Meyers Konservations-Lexikon“, 1888 [29.08.2009].)
 
Feenring, s. Hexenring („Meyers Konservations-Lexikon“, 1888 [29.08.2009].)
 
1896:    Hexenringe, kleinere oder größere (bis zu 16 ui Durchmesser) kreisrunde Stellen auf Wiesen, seltener in Wäldern, welche von einem breiten, üppig grünenden Ringe eingeschlossen werden. Die Entstehung derselben beruht auf dem centrifugalen Wachstum des Myceliums verschiedener Hutpilze, mit dessen Entfernung die H. aufhören. Sie heißen auch Elfenringe und man unterscheidet nach ihren Spuren die Elfen in gute und böse. Nach den Tänzen der guten wächst das Gras um so üppiger, die Tänze der bösen nehmen Gras und Erdboden mit, und man sagt, der Teufel habe dort getanzt. Auch schreibt man die H. den Hojemännlen zu, die, grün gekleidet und mit Haar und Bart von grauem Moos, während der Nacht im tauigen Grase tanzen und Räder schlagen. In Tirol beruht der Glaube, dass der Alber, Almgeist, schmalzige Füße habe und deshalb die fetten Grasplätze der Almtrift seine Spur anzeigen, auf der gleichen Vorstellung. („Brockhaus' Konversationslexikon“; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896.)
 
1899:    Hëxenring m. Tanzplatz der Hexen um den sog. Hexenbaum auf dem Hexenplan, einem Haideplatz rings von Wald umgeben Köstlach STÖBER Sagen I 7. 116. („Wörterbuch der elsässischen Mundarten“, bearbeitet von Ernst Martin und Hans Lienhart, 2 Bände, Straßburg 1899-1907 [Nachdruck Berlin/New York 1974].)
 
1974:    Hexenring (Feenring, Elfentanzplatz), im Kreis stehende Pilze der gleichen Art; der H. entsteht durch gleichmäßige Ausbreitung des Pilzfadengeflechts von einer Stelle aus nach allen Seiten. („Knaurs Lexikon“ (in 20 Bänden), Bd. 8, Ausgabe für den Deutschen Bücherbund Stuttgart, Lexikographisches Institut München, 1974.)
 
1985:    Hexenring (m.1) im Kreis stehende Pilze derselben Art; Syn. Elfenring. (Knaur: „Deutsches Wörterbuch“ (A-Z), Lexikographisches Institut München, 1985.)
 
Elfenring = Hexenring. (Knaur: „Deutsches Wörterbuch“ (A-Z), Lexikographisches Institut München, 1985.)
 
2002: Hexenring, kreisförmige Anordnung von Pilzfruchtkörpern (meist Hutpilze). H. entstehen dadurch, dass sich das Pilzmycel (Mycel) von einer Spore aus strahlenförmig nach allen Seiten ausbreiten kann. Am äußeren Rand des Mycels wachsen dann die Fruchtkörper, während das Mycel im Inneren des Kreises infolge Nährstoffmangels allmählich abstirbt. Von Jahr zu Jahr entsteht eine größer werdende kreisförmige Zone, deren Durchmesser von einem bis zu 50 m betragen kann. („Kompaktlexikon der Biologie“, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002.)
 
Der Duden enthält weder einen Eintrag zu Hexenring noch zu Feenring oder Feenkreis. („Duden“, Bd. 1 („Rechtschreibung“, alte), 18. Aufl., Bibliographisches Institut Mannheim, 1980. -sowie-  „Duden“, Bd. 1 („Rechtschreibung“, neue), 21. Aufl., Bibliographisches Institut Mannheim, 1996.)
 
Letzte Aktualisierung dieses Artikels: 06.11.2016.
 

 
Ist das Rätsel der Feenkreise gelöst?
Von © Axel Ertelt
 
Ein anderes Naturphänomen sind die so genannten Feenkreise (nicht zu verwechseln mit der Bezeichnung Feenring anstelle von Hexenring), die vor allem aus dem Nordwesten von Namibia bekannt geworden sind. Sie kommen aber auch im südlichen Angola bis hinein in den Norden Südafrikas vor. Im Gegensatz zu den auch schon mal als Feenringe bezeichneten Hexenringen sind dies voll ausgebildete Kreise und nicht nur Ringstrukturen. Die Feenkreise haben ihren Ursprung nicht durch Pilze.
 
Es sind vielmehr völlig kahle, kreisrunde Flächen inmitten von höherem Pflanzenwuchs, meistens Gräsern. Die Landschaft, in der sie hauptsächlich auftauchen, ist meist unzugängliches, regenarmes Grasland, das sich über eine Fläche von 3.500 Quadratkilometern erstreckt. Darin befinden sich Tausende dieser Feenkreise, vegetationslos und aus rötlichem Sand geprägt. Der Durchmesser dieser Kreise liegt zwischen einigen Dezimetern und einer Größe von bis zu 12 Metern.
 
Die Feenkreise waren lange Zeit ein Rätsel und gaben Anlass zu allerlei pseudowissenschaftlichen Spekulationen. Das ging über „tanzende Feen“, geomagnetische Felder, kosmische Strahlen und Meteoriten über Landminen bis hin zu UFO-Landeplätzen (vgl. dazu stellvertretend: Bunse [23.09.2010], Hofmann [25.09.2010] und spiegel.de [25.09.2010]). Dies ist im Fall der Feenkreise ja noch nachvollziehbarer als bei den Hexenringen. Die Himba, einheimische Ureinwohner, glauben dass die Kreise nur von Gott gemacht worden sein können. Von „Fußspuren der Götter“ ist dann auch schon mal die Rede. Unter Wissenschaftlern wurde bereits Erdgasaustritt vermutet oder auch schon mal die Frage diskutiert, ob es sich bei den Kreisen um die oberirdischen Reste zerfallener Termitenbauten handeln könnte – von einer Termitenart die bereits seit langem verschwunden ist. 
 
 
Abbildung: Ein ca. 8 Meter durchmessender Feenkreis im Marienflusstal (Namibia)
mit den Hartmannbergen im Hintergrund.
Foto: © Thorsten Becker (2000), via Wikipedia, CC-Lizenz. Download am 19.09.2010. 
 
Auch wenn diese Termitentheorie recht abenteuerlich klingt, so ganz daneben lagen die Forscher, die darüber spekulierten nicht, denn für die Kreise sind Termiten verantwortlich. Dies steht mittlerweile einwandfrei fest. Allerdings standen hier zu keiner Zeit Termitenbauten auf den Kreisen. Sie befinden sich nämlich darunter. Bei den hier aktiven Termiten handelt es sich um die Spezies der Erntetermite Hodotermes mossambicus. Und die hat eine doch sehr versteckte und im Verborgenen liegende Lebensweise.
 
Ihre Bauten befinden sich unter der Erdoberfläche, bis zu vier Meter tief im Innern der Erde. Das ist bedingt durch ihre extreme Temperaturempfindlichkeit. Deshalb sind sie fast ausschließlich nachtaktiv und kommen nur im Notfall am Tage zur Erdoberfläche. Der Eingang zu diesem Nestsystem beträgt nur wenige Millimeter im Durchmesser und kann deshalb am Tage sehr leicht übersehen werden. Das sind die Gründe warum die Feenkreise über lange Zeit ein ungeklärtes Rätsel blieben.
 
Erst zur Jahrtausendwende wurde das Geheimnis der Feenkreise in Namibia endgültig durch Thorsten Becker vom Institut für Allgemeine Botanik der Universität Hamburg gelüftet. Die Hodotermes mossambicus ist auf Gras spezialisiert. Sie kommen in der Regel erst nach Sonnenuntergang aus ihrem Bau und beginnen ihre Tätigkeit indem sie gleichmäßig um den Eingang zu ihrem unterirdischen Reich das Gras kreisförmig abernten. Spätestens mit der aufgehenden Sonne sind sie wieder im Innern der Erde verschwunden – mit ihrer Grasernte. Der übliche Name für die Hodotermes mossambicus in Süd-Afrika ist „Grasschneidetermite“.
 
Es muss hier (nach Becker 2007) ausdrücklich betont werden, dass für das Auftreten der Feenkreise durch die Hodotermes mossambicus ein homogenes und artenarmes Grasland vorhanden sein muss. Und damit die durch die Erntetätigkeit der Hodotermes mossambicus verursachten Kreisstrukturen auch dauerhaft erhalten bleiben, dürfen die Regenniederschläge und der Nährstoffgehalt des Bodens eine schnelle Regeneration der Vegetation nicht begünstigen.
 
Bei anderen Umweltbedingungen (als im pro-Namib-Bereich Namibias) ist es zu erwarten, dass Hodotermes mossambicus als „ubiquitäre“ Art, eine große Anzahl von klima-, boden- und vegetationsabhängigen Verhaltensmustern aufweist und somit andere Strukturen anstelle von Kreisen entstehen können.
 
Nach Coaton (1953, 1958) kann die Hodotermes mossambicus innerhalb von nur fünf bis sieben Tagen das Gras einer Fläche abernten, die einem Feenkreis mit einem Durchmesser von fünf bis acht Metern entspricht. Damit ist der Zeitraum, in dem ein Feenkreis entstehen kann, relativ kurz. Weil es sich bei den Feenkreisen aufgrund des sehr schlechten Regenerationsmilieus sowie dem Einfluss weiterer Umweltfaktoren (wie z. B. der Wind) um persistierende Formen handelt, dürften die heute zu sehenden Feenkreise (zumindest zum Teil) älter als zehn Jahre sein.
 
Doch auch wenn die Erntetermiten hauptsächlich nachtaktiv sind, die Dunkelheit schützt die Hodotermes mossambicus nicht vor ihren natürlichen Feinden. Sie werden leicht zur Beute von Ameisen (Formicidae), Erdferkeln (Orycteropus afer), Erdwölfen (Proteles cristata) und Löffelhunden (Otocyon megalotis) auch Löffelfuchs genannt.
 
Dies war der Stand der Dinge bis zum Jahr 2012. Dann gab es plötzlich neue, vollkommen überraschende Erkenntnisse, die alles wieder in Frage stellten. Der Biologe Walter Tschinkel von der Florida State University trat 2012 mit neuen Untersuchungsergebnissen an die Öffentlichkeit, die die Erklärung der Erntetermiten als Wissenschaftsmythos erscheinen lassen könnte. Nach „Grenzwissenschaft Aktuell“ vom 30.06.2012 berichtete er im Wissenschaftsjournal „PLoS One" von seiner Langzeitstudie zu den Kreisen, die bereits seit dem Jahr 2005 läuft. Tschinkel kann demnach einen „langjährigen Lebenszyklus“ der Kreise nachweisen.
 
Seine Untersuchungen tätigte er vor allem im Namib-Rand-Naturpark, der im Südwesten Namibias liegt. Anhand seiner Grabungen stellte Tschinkel nach eigenen Angaben fest, dass die Kreise nicht von Termiten stammen können, da sich keinerlei Hinweise auf solche im Boden finden ließen. Versuche, die kahlen Stellen mit Nährstoffen zu bereichern oder den Boden mit Erde von nicht befallenen Stellen auszutauschen brachten keinerlei Resultate. Die Kreise blieben kahl.
 
Satellitenaufnahmen der Gegend aus einem Zeitraum von vier Jahren und seine eigenen Untersuchungsergebnisse bestätigten Tschinkel in der Annahme, dass die Feenkreise einen „Lebenszyklus von Geburt, Reife und Tod“ besitzen. So sollen nach seinen Erkenntnissen die meisten der kleineren Kreise im Durchschnitt innerhalb eines 24jährigen, dynamischen Zyklus entstehen und vergehen. Die großen Kreise hingegen könnten bis zu 75 Jahre existieren. Als durchschnittliche Lebensdauer der Kreise errechnete er einen Zeitraum von 30 bis 60 Jahren. Sie entstehen nach den Erkenntnissen des Biologen hauptsächlich nach der Regenzeit.
 
Auch zukünftig will Walter Tschinkel die Kreise untersuchen und wird dies, wie er verlauten ließ, auch zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten machen.
 
Ein ganz ähnliches Phänomen wie die Feenkreise in Namibia gibt es in der Prärie von Idaho/USA. Hier wird als Verursacher der Kreise die Ernteameise Pogonmyrmex occidentalis angenommen (vgl. Sharp und Barr).
 
Quellen- und Literaturhinweise
 
Albrechta, C. F., Joubertb, J. J. und De Ryckec, P. H.: „Origin of the enigmatic, circular, barren patches (‘Fairy Rings’) of the pro-Namib”; South African Journal of Science 97, Januar/Februar 2001(zum Artikel [25.09.2010])
 
Dorra, Bodo: „Forscher löst das Rätsel um die Feenkreise in Namibia“; Die Welt, 01.09.2001
 
Becker, Thorsten: „Das Phänomen der Feenkreise (Fairy Circles) im Kaokoland (NW Namibia)“; in: Basic and Applied Dryland Research 2007, Vol. 1,2 S. 121-137
 
Becker, Thorsten und Getzin, Stephan: The fairy circles of Kaokoland (North-West Namibia) – origin, distribution, and characteristics”; in: Basic and Applied Ecology, Gesellschaft für Ökologie, Elsevier, 2000, Vol. 1. S. 149-159
 
Bunse, Ingrid: „Fairy Circles“; in: Ingrids Welt (zum Artikel [23.09.2010])
 
Butcher, Tim: 'Fairy circles' of Africa baffle scientists”; in: Telegraph (co.uk.), 10.05.2004 [20.09.2010])
 
Coghlan, Andy: „Mysterious 'fairy circles' defy explanations”; New Scientist, 03.04.2004 (zum Artikel)
 
DER SPIEGEL: „Geheimnis der Feenkreise gelüftet?“; in Nr. 34/2001 (zum Artikel [25.09.2010])
 
Grenzwissenschaft-Aktuell: „Studie offenbart Lebenszyklus der Namibischen Feenkreise“; www.grenzwissenschaft-aktuell.de, 30.06.2012 (zum Artikel)
 
Rooyen, van (et al.): Mysterious circles in the Namib Desert: review of hypotheses on their origin”; in: Journal of Arid Environments (2004), Vol. 57, S. 467–485 (zum Artikel [20.09.2010])
 
Sharp, Lee A. und Barr, William F.: Preliminary Investigations of Harvester Ants on Southern Idaho Rangelands”; in: Journal of Range Management (1960), Vol. 13, S. 131-134 [20.09.2010]
 
Wikipedia: „Feenkreis“; http://de.wikipedia.org/wiki/Feenkreis
 
Letzte Aktualisierung dieses Artikels: 08.03.2016.
 
 

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