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Thailand
 
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Auf meiner Website will ich Ihnen vielmehr in interessanten Berichten Themen vorstellen, die zu Thailand gehören aber nicht x-mal auf allen Websites zu finden sind. Man könnte vielleicht auch sagen, dass Sie hier einen Blick hinter die Kulissen machen können.
 
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.05.2013 17:06
 
Inhalt dieser Seite:
Ein privater Entwicklungshelfer engagiert sich in Nordthailand 
Im Gedenken an: Ingo Kordon (von Jürgen Eichenlaub)
Die Königskatzen von Siam 
Die Geschichte des Schattenspiels in Asien 
Ungeheuer in Thailand und Südostasien 
Eine Beerdigung im ländlichen Thailand 
Sagenhafte Geschichten um das Volk rätselhafter Herkunft 
Die rätselhaften Feuerbälle aus dem Mekong (mit einem Beitrag von Wilfried Heil)
Der Traum unsichtbar zu sein: Die Tarnkappe - ist sie in Thailand Realität? 
Das Streben der Thais nach der Unverwundbarkeit 
Das Leben Buddhas 
 
Berichte/Informationen auf anderen Seiten: 
 
UFOs in Thailand (Grenzwissen)
OZ24-Artikel: Thailand (OnlineZeitung24) 
 

 
 Ein privater Entwicklungshelfer engagiert sich in Nordthailand
Text: © Axel Ertelt, Fotos: © Ingo Kordon
 
Dies ist die Geschichte von Ingo Kordon, einem Deutschen, der nach Thailand ging um dort aktiv Entwicklungshilfe zu leisten. Zuerst im Auftrag einer deutschen, staatlichen Entwicklungshilfeorganisation und später als privater „Entwicklungshelfer durch eigene Gnaden“.
 
Geboren wurde Ingo Kordon im Jahre 1941 in Spremberg in der Mark Brandenburg/Niederlausitz. In Nürnberg studierte er später Bauingenieurwesen und wurde Diplom-Ingenieur. 17 Jahre war er erfolgreich selbständig mit seinem eigenen Bauingenieurbüro tätig, hatte ein eigenes Haus, eine Eigentumswohnung am Gardasee und fuhr des Deutschen Statussymbol – einen Mercedes-Benz.
 
Entwicklungshelfer 136841
 
Als seine beiden Söhne erwachsen waren und schließlich ihr eigenes Leben führten, heiratete Ingo Kordon noch einmal. Seine neue Frau war eine Thai namens Arunee, was zu Deutsch soviel wie Morgenröte bedeutet. Arunee stammte aus Nordthailand, genauer gesagt einem kleinen Dorf in der Nähe von Chiang Mai. In dieser Gegend leben auch viele Bergvölker, ethnische Minderheiten, genannt Hilltribes und eine große Anzahl anderer Menschen aus einer sozial schwachen Bevölkerungsschicht. Hier, in den südlichen Vorläufern zum Goldenen Dreieck, kann und muss noch viel für die Einwohner des Landes getan werden. Ein guter Ansatzpunkt für aktive Entwicklungshilfe!
 
„Die Entwicklungshilfe ist für mich eine gute Sache“, schreibt Ingo Kordon in einem seiner Bücher. Und außerdem war sie für ihn die einzige greifbare Chance, um mit seiner Frau Arunee in deren Heimatland, Thailand, zu leben. So bewarb er sich schließlich bei einer deutschen, staatlichen Entwicklungshilfeorganisation.
 
In seinem Buch „Entwicklungshelfer 136841“ beschreibt Ingo Kordon ausführlich seine Bewerbung zum Entwicklungshelfer bei dieser Organisation, die nach seinen eigenen Schilderungen schon recht seltsam anmutet. Scheinbar durch die Prüfungen gefallen, wurde er wider Erwarten doch angenommen. So gab er sein bisheriges Leben, sein Haus, seine Eigentumswohnung am Gardasee und seinen Mercedes auf und ging als Entwicklungshelfer nach Thailand.
 
Bei einem Entwicklungshilfeprojekt vor Ort soll es dann, wie Ingo Kordon berichtet, nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Da ist die Rede von Korruption und überteuerten Kostenvoranschlägen. Auch private Vorteilnahmen durch einen seiner Vorgesetzten in der deutschen Entwicklungshilfeorganisation prangerte Ingo Kordon an. Das alles führte schließlich kurzerhand zu seinem Rausschmiss bei der Organisation in Form einer fristlosen Kündigung. Vor Gericht bekam er genauso wenig Recht, wie eine Petition an den Deutschen Bundestag zu dem gewünschten Erfolg führte. Seine vorgelegten Berichte und Beweise, so Ingo Kordon, wurden weder von den Gerichten noch vom Petitionsausschuss so richtig gewürdigt und berücksichtigt.
 
Soweit die Vorgeschichte, die hier an dieser Stelle nicht näher erläutert und dargelegt werden soll. Sie ist in seiner Dokumentation „Entwicklungshelfer 136841“ (1989) ausführlich beschrieben.
 
Entwicklungshelfer von eigenen Gnaden
 
Nach seiner Kündigung als Entwicklungshelfer durch die Organisation konnte Ingo Kordon noch sechs Monate in Thailand bleiben, bevor er für zwei Monate mit seiner Frau Arunee nach Deutschland zurückkehrte. Während dieser Zeit ging der Rechtsstreit um seine Entlassung und die dazugehörenden Hintergründe weiter.
 
Schließlich flogen sie nach dem zweimonatigen Aufenthalt in Deutschland wieder nach Thailand. Allerdings ohne eine Arbeitserlaubnis in seiner neuen Wahlheimat. So konnte Ingo Kordon seinen Traum offiziell als Entwicklungshelfer tätig zu sein erstmal nicht verwirklichen.
 
Zurück in Nordthailand erfuhr er von dem Projekt Mae Soi, einem privaten Hilfsprojekt für zahlreiche Landbauerfamilien, deren Existenz durch die Vernichtung des Regenwaldes extrem bedroht war, da nun hier auch die Bäche versiegten. Das Projekt hatte vor allem eine Wiederaufforstung und die Bewässerung der Felder zum Ziel. Ein Mönch leitete das Projekt zusammen mit der Tochter eines Prinzen, die wiederum auch den Hauptanteil der benötigten Gelder beisteuerte.
 
Ingo Kordon bot spontan seine Hilfe an und arbeitete dann erst einmal privat und unendgeldlich bei diesem Projekt mit. Bei dem Bewässerungsprojekt konnte er seine ganze Erfahrung als Tiefbauingenieur einbringen. So fing seine private Entwicklungshilfe als „Entwicklungshelfer von eigenen Gnaden“ an, die unter diesem Buchtitel auch als weitere Dokumentation 1991 erschien.
 
Beide Dokumentationen sind vergriffen, jedoch 1999 auch in einer zusammengefassten und neu bearbeiteten Auflage als Buch unter dem Titel „Entwicklungshelfer durch eigene Gnaden“ unter der ISBN 3-88896-070-3 beim Verlag Zur heilen Welt, Postfach 1168, 51556 Windeck/Sieg, erschienen.
 
Bei den Bergstämmen - Private Entwicklungshilfe im Norden Thailands
 
Nach seinen bisherigen Erfahrungen mit der deutschen, staatlichen Entwicklungshilfe, die nach den Schilderungen Ingo Kordons durchweg negativ ausfielen, berichtet er in einem weiteren Buch unter dem Titel „Bei den Bergstämmen – Private Entwicklungshilfe im Norden Thailands“ seinen Werdegang als privater Entwicklungshelfer in seiner Ein-Mann-Organisation – oder „Entwicklungshilfe-Miniorganisation“, wie er es in seinem Buch selber nennt. 
 
 
In einem neu errichteten Gemeinschafts-Fischteich werden die ersten Fische zur Zucht ausgesetzt.
(Bergvölker Mae Hong Son, Huay Salop) 
 
Diese Entwicklungshilfe führte er über einige Jahre hinweg durch. Das Gebiet in dem er dabei tätig war und das in der Hauptsache drei Bergstammdörfer betraf, lag im dicht bewaldeten und unerschlossenen Bergland hoch im Norden Thailands. Ein Bereich, in dem je nach Jahreszeit große Trockenheit oder Überschwemmungen herrschten. Einige Bereiche, in denen Ingo Kordon seine Entwicklungshilfe tätigte waren dabei Vieh- und Fischzuchtprogramme sowie Obstbaumbepflanzungen. Daneben gab es von seiner Seite auch zahlreiche Unterstützung bei anderen Programmen der Dorfgemeinschaften und Schulen.
 
Bei all dem musste Ingo Kordon sich oft gegen bürokratische Ansichten durchsetzen und seine Fahrten zu den Bergstämmen über teilweise unbefestigte Pisten muten wie ein Abenteuer längst vergangener Tage. Unterstützt wird er dabei von zahlreichen Menschen, überwiegend aus Deutschland, die ihn mit Spenden für seine Projekte unterstützen. Publik wurde seine Tätigkeit auch aus einigen Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, darunter in Deutschland auch das ehemalige SIAM-JOURNAL, das ihn durch mehrere Berichterstattungen auch in Deutschland besser bekannt werden ließ und ihn so unterstützte.
 
 
Übergabe und pflanzen der ersten Obstbäume durch Ingo Kordon in Huay Sarn nok.
(Bergvölker Mae Hong Son) 
 
Das Abenteuer „Private Entwicklungshilfe“ im Norden Thailands war nicht einfach und oft mühevolle Kleinarbeit. Wie das im Einzelnen aussah, dass wird von Ingo Kordon ausführlich in seinem Buch „Bei den Bergstämmen – Private Entwicklungshilfe im Norden Thailands“ beschrieben. Es erschien 1997 im Verlag Normales Leben in Chiang Mai und ist in Deutschland erhältlich über die Druckerei Stengl, Forchheimer Str. 25, 91077 Neunkirchen a. Br.
 
Soweit das Portrait von Ingo Kordon und sein Werdegang als privater Entwicklungshelfer in Nordthailand. Ingo Kordon verstarb leider am 19. Februar 2010 in Nordthailand wie das forum.thailandtip Anfang März diesen Jahres berichtete. Damit haben die Bedürftigen in Nordthailand einen der engagiertesten Helfer vor Ort verloren. Wir werden ihn immer in bester Erinnerung halten. 
 
Berichte von/über Ingo Kordon:
Richtigstellungen zu Falschaussagen über die politische Situation Thailands 
Ein Deutscher leistet private Entwicklungshilfe in Nordthailand
 
 
Im Gedenken an:
 
Ingo Kordon
Entwicklungshelfer durch eigene Gnaden
 
Ingo Kordon, vielen Neunkirchenern aus seiner Tätigkeit als technischer Mitarbeiter der Marktgemeinde Neunkirchen a. Brand bekannt, ist am 18./19. Februar 2010 in Sanpatong (Thailand) im Alter von 69 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben.
 
Beim Markt Neunkirchen a. Brand war Ingo Kordon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts als Tiefbauingenieur mit Wasser-, Kanal- und Straßenbau sowie mit der Bauleitplanung, insbesondere dem Erstellen der Bauleitpläne des Marktes mit seinen Ortsteilen beschäftigt, die heute noch als Urverfasser seinen Namen tragen.
 
1986 wanderte Ingo Kordon nach Thailand aus, um als Entwicklungshelfer in Diensten der Bundesrepublik Deutschland als Bewässerungsingenieur in Buddhanien im Norden des Landes tätig zu sein. Nach zwei Jahren initiierte er eigene Entwicklungsprojekte im Rahmen der Organisation KHRU helps the people. Hilfe brachte er beispielsweise den Bergvölkern im Norden, den Lahu, einem aus China, Burma und Laos zugewanderten Hochlandstamm in der Provinz Mae Hong Song (ca. 200 – 300 km von Chiang Mai entfernt). In seine Arbeit konnte er seine Erfahrungen aus der Fränkischen Schweiz einfließen lassen. So ließ er als Schutz gegen Erdrutsche und Erosion Obstbäume pflanzen, organisierte Viehverleihstellen und legte Fischteiche an. Aber auch beim Bau und Ausbau von Schulen in den Bergdörfern oder beim Bau von Straßen, Kanal und Wasserleitungen half er tatkräftig mit. Am Herzen lag Ingo Kordon vor allem die Hilfe für Behinderte und mittellose Familien z. B. durch Finanzierung eines Studiums oder auch die Schulmilchspeisung.
 
Alle Projekte, bei denen sein Wissen als Ingenieur gefragt war, konnten auf seine Unterstützung vertrauen.
 
Seine Hilfen wurden von vielen anerkannt, durch befreundete Privatleute oder Organisationen aus Kanada, England, den USA oder Deutschland. Über jede Spende bedankte er sich herzlich, legte Rechenschaft und Rechnungsbelege mit Fotos bei.
 
So ganz nebenbei war Ingo Kordon auch Schriftsteller. Aus seiner Feder stammen folgende Büchlein: „Entwicklungshelfer durch eigene Gnaden“, „Siamesische und thailändische Geschichten“, „Geschichten aus Siam“ oder die beiden Sammlungen über „Tierisch Menschliches und menschlich Tierisches“, „Bei den Bergstämmen“ (Private Hilfe im Norden Thailands), „Meine Reisen zum Sternbild der Fische“.
 
Ein Freund und Förderer schreibt über Ingo Kordon: „…Ich fühle mich mit ihm im Geist verwandt und schätze seine Bücher, in denen sein Mut, seine Ehrlichkeit und seine Menschlichkeit und auch seine Liebe zu den Menschen in Thailand für die Nachwelt dokumentiert wird“.
 
Mit dem Tod von Ingo Kordon haben die von ihm Unterstützten vermutlich jede Art von Hilfeleistungen verloren.
 
Vom Ableben Ingo Kordons habe ich, früherer Kollege, erst nach mehrmonatigem Ausbleiben der langjährigen Briefkorrespondenz erfahren.
 
Jürgen Eichenlaub
Neunkirchen a. Brand, im Januar 2011
 
Erstveröffentlichung im Amtsblatt der Marktgemeinde Neunkirchen a. Brand.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.
 

 
Die Königskatzen von Siam
von © Axel Ertelt
 
„Kaum eine andere Rassekatze hat die Menschen über Generationen so fasziniert wie die Siamkatze.“ So beginnt ein Bericht über die Siamkatze, auch Siamesen genannt. Sie werden meistens mit saphirblauen Augen und dunkelfarbigen (dunkel nach braun, schwarz, schokola­denfarben) Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz beschrieben. Interessant ist, dass es sich bei den dunklen Färbungen (die Färbungen werden als Point bezeichnet) um einen Teilalbinismus handelt, da die kleinen Siamkätzchen weiß geboren werden und sich erst später verfärben. Benannt werden sie nach den verschie­denen Verfärbungen als „seal-point“, „chokolate-point“, „blue-point“, „red-point“ oder „creme-point“.
 
Ursprünglich handelt es sich bei der Si­amkatze um eine Tempelkatze (oft auch Königskatze genannt) aus dem alten Königreich Siam, dem heutigen Thai­land. Und dort spielte besonders die goldäugige, schwarz gedeckte Spielart ei­ne wichtige Rolle bei religiösen Zere­monien. Das hat sich teilweise noch bis in die heutige Zeit erhalten. Opfergaben in Form von Speisen werden ihr darge­bracht und oft werden sie in goldene Käfige gesetzt, vor denen dann Weih­rauch verbrannt wird.
 
Ein besonderes Charakteristikum der echten Siamkatze ist auch der Knoten in ihrem Schwanz. Den soll sie einer Legende zufolge 200 Jahre getragen ha­ben. Der volle Inhalt dieser Legende scheint heute verloren zu sein, doch soll es eine Gottheit gewesen sein, die der Katze den Knoten in den Schwanz ge­bunden hat, damit sich diese an etwas erinnere, das sie vergessen hatte. Auf dem Rücken mancher hoch gezüchteter Siamkatze lassen sich zwei deutliche Markierungen erkennen, die als charak­teristisches Merkmal der Tempelkatzen gelten. Mrs. Cran, die als Expertin für Siamkatzen gilt, hat in ihrer Abhand­lung „Cat Gossip“ geschrieben, dass ei­ner Legende nach einst eine Gottheit „eine von ihnen aufnahm und die Spur seiner Finger für immer auf ihren Nachkommen hinterließ“. So entsteht der Eindruck, als ob irgendwer „eine hell gefärbte Katze mit rußigen Hän­den ziemlich weit unten am Nacken gegriffen hätte“.
 
Rund 200 Jahre lang soll es Siamkatzen ausschließlich in dem Teil Bangkoks ge­geben haben, in dem der König mit sei­nem Hof residierte. Doch der Ursprung bleibt größtenteils im Dunkel der Zeit verborgen. Russel Gordon, der eine Studie zu diesem Thema erarbeitete, ist der Ansicht, dass es sich bei der Siamkatze um eine Kreuzung zwischen der heiligen Burmakatze und der Annamkatzen handelt. Letztere wurden in das re­ligiös versiegelte und behütete burmesische und kambodschanische Reich der Khmer eingeführt, als dieses den Angriffen der Siamesen und Annamiten im 17. Jahrhundert unterlag.
 
„Es ist unmöglich, von ihren elegan­ten, geschmeidigen Bewegungen und ihren blauen Mandelaugen, deren Schnitt, nicht fasziniert zu sein.“ Das schreibt Maia Beltrame in dem Buch „Siamkatze“. Eines der ersten Paare dieser faszinierenden Katzen wurde Ge­neralkonsul Owen Gould als Geschenk des Königs von Siam überbracht. Von ihm wurde es offenbar um 1884 an Queen Victoria nach London weiterge­reicht. Dadurch entstand in Europa ei­ne gewisse Nachfrage nach den Siame­sen, worauf erste Züchtungsversuche und -erfolge resultierten. Zwei Jahre später konnten erstmals zwei der Kat­zen im Crystal Palace in London öffent­lich besichtigt werden. Das war der An­fang der Zuchterfolge in Europa.
 
Die ersten europäischen Züchtungen hatten damals noch einen kräftigen Körperbau und einen rundlichen Kopf, während die heutigen Siamesen sehr schmal sind und einen keilförmigen Kopf besitzen.
 
Viele Besitzer solcher Katzen schätzen vor allem ihre zärtliche Anhänglichkeit und das verschmuste Wesen, denn sie mag den Körperkontakt zum Menschen sehr. Sie haart wenig und ihr dichtes Fell ist kaum pflegebedürftig. Damit ist sie die ideale Hauskatze für die Woh­nung. „Jeder Katzenfreund, der einer Siamkatze zu lange in die strahlend tiefblauen Mandelaugen schaut, wird ihrem Charme und ihrer Grazie erlie­gen und viel Freude an dieser anhäng­lichen Rassekatze haben.“
 
Wer sich jetzt entschließt, eine solche Katze zu seinem Hausgenossen zu machen, der sollte sich bitte vorher genau­er über Haltung und Pflege informieren. Geeignet dazu ist beispielsweise das hier erwähnte Buch von Beltrame, da es auch Kapitel zu diesem Thema enthält.
 
 
Siamkatzen auf thailändischen Briefmarken (1995). 
 
Der Sinn dieses Berichtes soll weder die Haltung einer Siamkatze sein, noch eine Diskussion über deren Anschaffung. Vielmehr soll hier die Geschichte, der historische Hintergrund, dargestellt wer­den. Dies ist in groben Zügen, soweit bekannt, geschehen. Doch das Ganze wäre nicht vollständig, wenn nicht die Burmakatze ebenfalls abgehandelt wür­de, die der vermutete Ursprung der Siamkatze ist. Auch gibt es viel mehr Dokumentationen über die Burmakatze als Tempelkatze, als dies bei der Siamkatze der Fall ist.
 
Einen sehr umfassenden Bericht über die heilige Burmakatze verdanken wir zweifellos Russel Gordon, der seine Infor­mationen während des Burmakrieges 1885 erhielt, den er als Offizier der eng­lischen Besatzungsarmee miterlebte. Seine Position ermöglichte es ihm einige Kittahs (= Priester), deren Leben in Gefahr war, zu schützen. Als Dank erhielt er das beispiellose Privileg des Zugangs zu ih­ren geheimen und heiligen Stätten.
 
Die indischen Brahmanen waren die er­bitterten Gegner der Khmer und ihrer Kittahs. Von Beginn des 18. Jahrhun­derts an wurden sie gnadenlos verfolgt und hingemetzelt. Die Überlebenden flohen in den Norden Burmas und fan­den Schutz inmitten von chaotischen Labyrinthen und Schwindel erregenden Abgründen in den Bergen. Hier gründeten die Kittahs den prächtigen unterirdischen Tempel Lao-Tsun (übersetzt heißt das „Wohnsitz der Götter“). Zu den geheimen Riten, die hier vollzogen wur­den, hatten ausschließlich nur die höheren Kasten des Volkes Zutritt. Russel Gordon beschreibt den Tempel als „eins der größten Wunder des Orients - östlich des Sees Incaougji gelegen, zwi­schen Magaoung und Sembo, in ei­nem fast verlassenen Gebiet mit riesi­gen Gipfeln und chaotischen Labyrin­then, bietet es eine Barriere aus un­überwindlichen Mauern.“
 
Die schönste und umfangreichste Legen­de zu diesem Thema soll nun als Abschluss in gekürzter Fassung wiederge­geben werden:
 
Zurzeit als die „barbarischen siamesi­schen Thais“ mit dem „böswilligen Mond“ nach den „Bergen der Sonne“ kamen, lebte Mun-Ha im Lao-Tsun Tempel. Ihm soll der Gott Song-Hio seinen goldenen Bart gewebt haben und er lebte stets in tiefer Betrachtung von Tsun-Kyankse. Sie war die saphiräugige Göttin die die Umwandlung der Seelen beaufsichtigte, und deren prüfenden Blick niemand entgehen konnte. Mun-Ha hatte eine Katze namens Sinh, die sein Orakel war und ihm seine Entschei­dungen diktierte. Ihre Augen waren „gelb wie Gold“.
 
Eines Nachts kamen die Thais bei Mondaufgang drohend in die Nähe des heiligen Tempels. Da starb Mun-Ha in Anwesenheit seiner Göttin, dicht neben ihm die göttliche Katze. Während die Kittahs noch klagten, vollzog sich ein Wunder der unmittelbaren Umwand­lung. Sinh sprang zum heiligen Thron und sah vom Haupt seines Herrn der Göttin in die Augen. Sein Fell entlang des Rückens erbleichte zur goldenen Färbung und seine goldenen Augen wurden unergründlich, abgrundtief, Saphiren blau - wie die Augen der Göttin. Seine vier Pfoten, braun wie die Erde, nahmen Fühlung mit dem ehrwürdigen Schädel und wurden weiß bis zu den Krallen - gereinigt durch die Berührung mit dem ehrwürdigen Verstorbenen.
 
Sinh wandte sich zum Südtor und die Kittahs verschlossen die bronzenen Tore, den gebieterischen Blicken Sinhs gehorchend. Dann schlugen sie die An­greifer vernichtend. Sinh verweigerte jede Nahrung und weilte auf seinem Thron. Sieben Tage nach dem Tod von Mun-Ha starb auch Sinh. Und wieder sieben Tage später versammelten sich die Kittahs vor Tsun-Kyankse, um den Nachfolger Mun-Has zu wählen. Da kamen plötzlich die 100 Tempelkatzen in einer langsamen, geschlossenen Pro­zession heran. All ihre Füße waren weiß geworden und ihr schneeiges Fell strahlte in goldenem Glanz. Die Topase ihrer Augen hatten sich in Saphire ver­wandelt. Sie umringten feierlich Legoa, den jüngsten unter den Priestern, und offenbarten so den Willen des Himmels…
 
Quellenhinweise
 
Beltrame, Maia: „Siamkatze“; Moewig Ver­lag, Rastatt 1990
Hewey, M. Oldfield: „Die Katze in Magie, Mythologie und Religion“; Fourier Verlag, Wiesbaden 1991
„Knaurs Lexikon“ in 20 Bänden, Lexikogra­phisches Institut, München 1975; Bd. 9
„Whiskas Magazin“: „Die Siamkatze“; Hamburg im Frühjahr 1992
 

 
Die Geschichte des Schattenspiels in Asien
von © Axel Ertelt
 
Was ist ein Schattenspiel?
 
Ein Schattenspiel ist wie eine Theater­aufführung für das Publikum gedacht. Mittels so genannter Schattenspielfigu­ren, einer Lichtquelle und einer Projektionswand werden auf letztere sich be­wegende Schatten projiziert, die eine Szenerie darstellen. Diese ist in ihrer Handlung die eigentliche Aufführung, zu der ein wichtiger Bestandteil auch durch den gesprochenen Text gebildet wird.
 
Ein Schattenspiel kann in einem ge­schlossenen Raum - ähnlich einem Theater - oder mit einfachen Mitteln auf der Straße aufgeführt werden. Die Figuren bestehen aus den verschieden­sten Materialien, die manchmal auch kombiniert sein können. Es handelt sich dabei überwiegend (regional verschie­den) um Papier, Pappe, Leder, Holz, Metall oder um Zelluloid und Perga­ment. Mit den beiden letzten Elementen können auch farbige Effekte erzielt wer­den. In der Regel sind die Schattenspiel­figuren zweidimensional - das heißt kei­ne Puppen im eigentlichen Sinne. Man unterscheidet zwischen beweglichen und unbeweglichen Spielfiguren.
 
Mittels einer Lichtquelle - ursprünglich mit offenem Feuer, Kerzen, Öl- oder Petroleumlampen; heute auch mit elektrischem Licht - wird das eigentliche Schattenspiel als Aufführung auf eine Projektionswand übertragen. Diese kann aus Pergament, Papier oder Stoff - in seltenen Fällen auch aus Glas - be­stehen. Beheimatet ist das Schattenspiel in Asien, vor allem auch im südostasiatischen Raum. Vierfach wird sogar Thailand als Ursprungsland angenom­men.
 
Das Beijinger Schattenspiel in China
 
Piyingxi - das ist der heutige Name in China für das Schattenspiel. Der Name setzt sich aus drei Begriffen wie folgt zusammen: Pi = Leder/Haut; Ying = Schatten; Xi = Theater. Übersetzt lau­tet es also: „Ledernes Schattentheater“.
 
Nach der chinesischen Überlieferung liegt das Entstehen des Spiels in der Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.), wo es während der Regentschaft des Kaisers Wu (140 - 87 v. Chr.) ent­wickelt worden sein soll. In einer um das Jahr 320 verfassten Sage von Gan Bao und in einem Bericht von Sima Qian, dem Vater der chinesischen Ge­schichte, wird dazu eine Legende über­liefert:
 
„Nachdem die Lieblingsgemahlin des Kaisers Wu verstorben war, musste die­ser unaufhörlich an sie denken. Da meldete sich der Zauberer Shaoweng aus Qi bei ihm zu Wort und sagte, dass er den Geist der verstorbenen Gemahlin herbeirufen könne. Das war im Jahre 121 v. Chr. Nach erfolgtem Einbruch der Dunkelheit spannte er einen Vor­hang auf, der von Fackeln beleuchtet wurde. Hinter einem anderen Vorhang musste der Kaiser Platz nehmen und aus der Ferne zuschauen. In dem Vorhang gewahrte er das Bild einer schönen Frau, das seiner verstorbenen Gemahlin stark ähnlich war.“
 
In der Song-Dynastie (960 - 1278) war das Schattenspiel vor allem in den Provinzen Sichuan, Shanxi, Shaaaxi, Shandong, Hunan und Hubei sehr populär und erreichte während der Qing-Dynastie (1644 - 1911) seinen Höhepunkt. Seit der Republik (1911) wird es immer mehr vernachlässigt und verliert in Chi­na an Bedeutung.
 
Die Themen des chinesischen Schatten­spiels sind überwiegend Märchen und Fabeln, während in Taiwan hauptsäch­lich traditionelle Stücke aufgeführt werden. Doch während es in China noch einige hundert Schattenspielgruppen gibt, sind aus Taiwan nur noch zwei be­kannt.
 
Das Schattenspiel in Indien
 
Die Verbreitung des Spiels beschränkt sich in Indien fast ausschließlich auf den südlichen Raum. Über sein Alter und seine Herkunft ist nichts bekannt, da bislang nur zögernd erste Untersuchun­gen stattfinden. Die Figuren wurden aus Leder hergestellt und sind in den Gelen­ken der Arme und Beine – manchmal auch die Köpfe – beweglich. Somit sind sie im Regelfall die beweglichsten Schattenspielfiguren überhaupt. Jedenfalls sind sie weitaus beweglicher als die in Indonesien oder Thailand gebräuchli­chen. Der Effekt ist verblüffend, da hierdurch die Aufführungen bewegter und lebendiger wirken als im ganzen südostasiatischen Raum.
 
Der Körper der Figuren ist von vorne zu sehen, wahrend das Gesicht stets im Profil gezeigt wird. Allerdings ist es beim Auge wieder so, als ob man es von vorne betrachtet. Die Beine und Arme sind wieder seitlich dargestellt und Hände und Zehen stehen wieder so, wie man sie von vorne aus betrach­tet.
 
Zur Ausstattung einer Truppe gehören mindestens 50 Figuren – oft jedoch viel mehr. Sie stellen alles Mögliche dar, wie Gottheiten, Fürsten, Damen, Adlige, Gefolgsleute, Spaßmacher, Dämonen, Affen und andere Tiere, aber auch Pflanzen. Die Schattenspielfiguren wer­den beim Spiel von je einem Spieler be­dient. Wird es allerdings kompliziert, wie bei einem Tanz, wo alle Körperteile bewegt werden müssen, ist ein zweiter Spieler für eine Figur notwendig. Der eine hält die Figur und bewegt den Kopf, während der andere die Arme und Beine führt.
 
Die Aufführungen finden in Indien überwiegend während der trockenen Jahreszeit, zu religiösen Festen oder familiären Ereignissen wie Geburt oder Hochzeit statt.
 
Das Schattenspiel auf Java
 
Auf Java nimmt das Schattenspiel einen besonderen Platz im Leben der Bevölkerung ein. Es hat sich hier etwas von seinem magisch-religiösen Charakter bewahrt. Bereits um 1000 n. Chr. wird es in der javanischen Literatur als belieb­tes und verbreitetes Spiel erwähnt. Be­zeichnet wird es hier als Wayang-Spiel oder wayang-kulit (wayang = Schatten, Schattenbild, Gespenst; kulit = Leder).
 
Die Frage nach dem Ursprung des Spiels auf Java kann nicht beantwortet werden. Das chinesische ist zweifellos bedeutend älter und das javanische schließt sich thematisch eng an die indi­schen Epen an. Eine Übereinstimmung der Figuren zwischen Java und Indien ist jedoch nicht gegeben. Seit jeher sah der Javaner jedoch in den Figuren und ihren Schattenbildern die materialisier­ten Silhouetten der Geister seiner Ah­nen, was dem Spiel seine religiöse Be­deutung verlieh. Mit den Aufführungen versucht man drohendem Unheil zu be­gegnen. Und so ist jeder Zuhörer wäh­rend der Zeit des Spieles, das vom Abend bis zum Morgen dauert, vor al­len bösen Einflüssen sicher – heißt es.
 
Auf Java werden überwiegend Spielfi­guren aus Büffelleder benutzt, die einen Bambus-, Horn- oder Holzstiel zum Halten haben. Lediglich die Arme sind beweglich. Sie werden mit kleinen Stä­ben geführt. In einer jüngeren Variante des wayang-kulit, dem wayang-golek (golek = rund) werden inzwischen auch dreidimensionale Spielfiguren benutzt.
 
Interessant ist, dass die Schattenseite auf Java als die schlechte Aufführungsseite angesehen wird, und dass hier Männer und Frauen streng getrennt die Vorführungen erleben. Die Männer sitzen hin­ter der Projektionswand, so dass die Spieler zwischen ihnen und der Wand sind. Sie sehen also die Puppen direkt, während die Frauen die „schlechte“ Sei­te betrachten und somit vor der Projektionswand sitzen – so, wie es anderen­orts allgemein üblich ist.
 
Die meisten Aufführungen beginnen ge­gen 19.30 Uhr und bestehen bis 21.00 Uhr aus einer Art Einleitung in Form einer Beschreibung von Ort und Zeit der Handlung. Von 21.00 Uhr bis ge­gen 0.00 Uhr folgt die Einführung in das Stück und seine Probleme; von 0.00 Uhr bis 3.00 Uhr folgen Kompli­kationen und danach, bis etwa gegen 6.00 Uhr, erfolgt die Lösung aller Probleme, wobei auf Java immer das Gute siegt.
 
Das Schattenspiel auf Bali
 
Auf Bali gibt es nur eine Art des Schat­tenspiels, die mit dem javanischen wayang-kulit vergleichbar ist. Allerdings weisen die balinesischen Figuren nicht die starke Überstilisierung der Gesich­ter auf, sondern haben viel mehr Ähn­lichkeit mit dem menschlichen Gesicht. Im Gegensatz zu Java beschränkt sich auf Bali eine Aufführung auf einige Stunden und dauert niemals die ganze Nacht. Sie ist auf Bali stets Teil einer religiösen Zeremonie und niemals findet eine Aufführung als bloße Unterhaltung statt.
 
Schattenspielfiguren aus Java (links) und Thailand (rechts).
 
Das Schattenspiel in Thailand
 
Das Zentrum des traditionellen Schat­tenspiels auf dem ganzen südostasiatischen Festland ist zweifellos das alte Siam. Auch wenn teilweise eine Übereinstimmung im Themenbereich (Ramayana) und in der Technik der Puppen (beim Hang Talung) mit dem indonesi­schen Schattenspiel bemerkbar ist, so nimmt das Spiel in Thailand doch eine ganz andere Stellung in Umfang und Bedeutung ein. Bis auf wenige Ausnah­men dient es in Thailand zur reinen Un­terhaltung.
 
Es gibt zwei Spielarten und die ältere der beiden, das Nang Luong (nang = Leder; luong = königlich) wird heute als die älteste Form des Schattenspiels überhaupt angesehen. Die Figuren sind beim Spiel lediglich Illustrationen zu ei­nem rezitierten Text. Sie sind aus ungegerbtem Büffelleder und unbeweglich. Neben der Darstellung einzelner Perso­nen gibt es hier auch ganze Szenenbil­der. Gerd Höpfner schreibt dazu: „Alle Nang Luong Figuren sind ausschließ­lich auf die Wirkung als Silhouette oder Schattenbild abgestellt. Nur so kommen sie voll zur Geltung und zeigen die meisterhafte Gestaltung der bewegten Körperlinie und die grazile Ausarbeitung in Ornamenten, Schmuck und Kleidung.“
 
Die nächtlichen Aufführungen finden im Freien statt. Eine feste Bühne in einem Theater gibt es nicht. Hinter einer Lein­wand in den Dimensionen von drei bis vier Metern Höhe und einer Breite von 18 bis 20 Metern wird ein offenes Feu­er entzündet. Der Betrachter sitzt vor der Leinwand. Der Text wird von ein oder zwei Personen unter Musikbeglei­tung vorgetragen. Dabei wird ein feierli­cher, singender Tonfall benutzt.
 
Ursprünglich fanden die Nang Luong Aufführungen hauptsächlich bei prunkvollen Leichenverbrennungen fürstli­cher Persönlichkeiten im alten Siam statt. Da die Lustbarkeiten bei solchen Feiern kaum noch stattfinden, ist die Spielart des Nang Luong stark zurück­gegangen und heute fast ausgestorben. Für das Nang Luong gibt es nur ein Thema, nämlich die thailändische Versi­on des Ramayana, das Rainalden (Lob Ramas). Dieses umfasst 52.086 Verse.
 
Die zweite und bedeutend jüngere Art des Schattenspiels in Thailand ist das Nang Talung. Sie weicht erheblich von der Form des Nang Luong ab. Es wird vermutet, dass die Bezeichnung Nang Talung eine Verstümmelung von Nang Patalung ist. Patalung ist ein Ort in Süd­thailand, wo sich diese Variante des Schattenspiels zuerst einbürgerte. Das Nang Talung wird offensichtlich von der javanerischen Variante beeinflusst. Die Figuren sind kleiner als im Nang Luong und vor allem auch beweglich. Stilelemente wie bei den javanerischen Puppen sind jedoch nicht feststellbar.
 
Die Aufführungen des Nang Talung fin­den in einer eigens für diesen Zweck gebauten Hütte statt, deren eine Seite mit einer Leinwand bespannt ist. Das Publikum sitzt vor der Leinwand - außerhalb der Hütte. Die Szenerie wird von einer in der Hütte hängenden Lampe be­leuchtet und die Spieler sitzen links und rechts in der Hütte vor der Leinwand. Die Schattenspielfiguren werden mit ei­nem Haltestab und einem oder zwei Führstäben bedient. Der Text zur Sze­nerie besteht meistens in einem Dialog von Rede und Gegenrede, der von den Spielern unter Musikbegleitung vorge­tragen wird.
 
Abschließend schreibt Gerd Höpfner zu diesem Thema: „Nang Talung ist recht populär geworden und hat sich von Südthailand aus weit verbreitet. Im Süden wird dieses Spiel gelegent­lich auch zu magischen Zwecken, na­mentlich zu Dämonenaustreibungen, aufgeführt. – Die Themen der meisten Stücke entstammen dem Ramakien.“
 
Ich möchte im Zusammenhang mit dem thailändischen Schattentheater auch noch auf das Deutsche Ledermuseum/Deutsche Schuhmuseum in Offenbach am Main aufmerksam machen. Dort befindet sich eine der bedeutendsten und umfang­reichsten Sammlungen thailändischer Schattenspielfiguren, die es in Deutsch­land gibt. Ein Besuch in diesem Muse­um lohnt sich also für jeden, der näher an diesem Thema interessiert ist. Hier die Anschrift: Deutsches Ledermuseum, Frankfurter Straße 86, 63067 Offenbach a. M., Tel. 81 30 21. Dort erschienen auch zwei Kataloge zum Thema: „Das chinesische Schatten­theater“ von Rainald Simon und „Das Thailändische Schattentheater“ von der in Deutschland verheirateten Thailände­rin Sangsri Götzfried. Letzteres will ich Ihnen hier näher vorstellen.
 
„Das Thailändische Schattentheater“ von Sangsri Götzfried
 
(Literaturempfehlung) 87 S. mit 110 Abb., Format A-4, ISBN 3-87280-076-0, Deutsches Ledermuseum/Deutsches Schuhmuseum, Offenbach am Main (1991).
 
Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um einen Katalog der Sammlung des Deutschen Ledermuseums/Deut­schen Schuhmuseums Offenbach am Main. Gegenüber vielen anderen Mu­seumskatalogen hat dieser jedoch den Vorzug, dass auch das Thema an sich in aller Ausführlichkeit beschrieben ist – und zwar so, dass man sich teilweise so­gar fast in eine Schattentheaterauffüh­rung versetzt fühlt. Von den heute in Thailand üblichen zwei Versionen wird im Katalog nur die ursprüngliche, das Nang Luong (= Schreibweise beim Völkerkundemuseum in Berlin Dahlem. Im vorliegenden Katalog ist es „Nang luang“ geschrieben.) abgehandelt. Dies ist identisch mit der Bezeichnung „Nang yai“, die hier verwendet wird. Ursprünglich hatte es nur die Bezeichnung „Nang“ gegeben und nach der Autorin kam der Zusatz erst hinzu, als sich das Nang Talung entwickelte und verbreitete - um hier ei­ne Unterscheidung zu treffen. Insgesamt 91 Spielfiguren aus Thailand befinden sich im Besitz des Museums und werden allesamt im Katalog vorge­stellt. Die ersten 19 davon, im Katalog auch Bildscheiben genannt, konnten bereits 1929 vom Museum erworben werden. Der Hauptanteil, nämlich 65 Schattenfiguren, konnte 1936 aus dem Nachlass eines Nang-Truppenleiters aufgekauft werden. Weitere aus der glei­chen Quelle folgten noch im selben Jahr.
 
Ende der 80er Jahre schließlich kam die Autorin mit dem Museum in Kontakt und die ersten Vorbereitungen zum Ka­talog konnten in Angriff genommen werden. Mit Unterstützung des Muse­ums recherchierte die Autorin vor allem auch vor Ort, in Thailand, und konnte so nahezu lückenlos die Geschichte des Schattentheaters erstellen. Beschrieben werden weiter die „Anlässe der Auffüh­rung“, die Aufführungen selbst sowie die Spielstätten. Auch die Herstellung der Bildscheiben bzw. Spielfiguren ist eingehend erläutert. Die Abbildungen im ganzen Katalog sind durchweg gut bis sehr gut gelungen, was bei der Art der hier abgebildeten Objekte durchaus nicht immer einfach und selbstverständ­lich ist.
 
Der Katalog ist im A 4 Format und vollständig auf Hochglanzpapier ge­druckt. Es dürfte das umfassendste Werk seiner Art sein, das derzeit in deutscher Sprache erhältlich ist und hat durchaus seine Berechtigung als wissen­schaftliche Fachlektüre. Dennoch ist es einfach und vor allem für jedermann verständlich geschrieben, so dass auch Laien auf diesem Gebiet beim Studium keine Probleme bekommen.
 

 
Kryptozoologie:
 
Ungeheuer in Thailand und Südostasien
 
Geheimnisvolle und mysteriöse Lebewesen in Vergangenheit und Gegenwart
 
Von © Axel Ertelt
 
Die Kryptozoologie (griech. kryptos = geheim, ver­steckt), von der konventionellen Wissenschaft zumeist kaum oder gar nicht beachtet und verspottet, beschäftigt sich mit rätselhaften und geheimnisvollen Lebewesen. Es handelt sich dabei nicht nur um solch spektakuläre „Ungeheuer“ wie den Bigfoot in den Rocky Mountains, den Yeti im Himalaja oder Nessie, das „Ungeheuer“ von Loch Ness in Schottland. So geht die Kryptozoologie vielfach auch Berichten nach, die aus unzugänglichen Gegenden, oft Dschungelgebieten, dieser Welt stammen und bei denen die Augenzeugen über merkwürdige Lebewesen berichten, die in die Palette der bekannten Tierarten nicht einzuordnen sind.
 
Auch in Südostasien gibt es ein breites Band solcher Berichte und somit ein großes Tätigkeitsfeld der Kryptozoologen. Das reicht von kleinen, neu entdeckten Tierarten, die noch nicht eingeordnet und katalogisiert wurden, bis hin zu sensationellen Berichten über riesenhafte „Ungeheuer“. Letztere könnten nach Meinung einiger Forscher überlebende Gattungen aus der Zeit der Dinosaurier vor mehr als 60 Millionen Jahren sein.
 
In diesem Bericht will ich zum einen darauf hinweisen, dass es wissenschaftlich bewiesene Funde von Dinosauriern in Asien und sogar in Thailand gibt und zum anderen einige spektakuläre Sichtungen von unbekannten, als „Ungeheuer“ verschriene, Lebewesen aufzeigen. Die Meldungen über diese Sichtungen sollen hier ohne Beurteilung über die Echtheit derselben stehen. Eine solche Beurteilung wäre in den meisten Fällen selbst der Wissenschaft heute noch unmöglich.
 
Saurierfunde in Asien
 
Nach Pressemeldungen aus jüngster Zeit, die sich auf einen Bericht aus dem Jahr 2004 im US-Journal Science beriefen, gab es im südostasiatischen Teil der Volksrepublik China einen sensationellen Saurierfund. Es muss sich bei dieser Gattung um ein recht dickes und plump wirkendes Tier mit einem langen Hals gehandelt haben, dass, wie die chinesischen und US-amerikanischen Forscher berichteten, vor etwa 230 Millionen Jahren dort im Wasser gelebt hatte. Der etwa 170 cm lange Hals war doppelt so lang wie der Rumpf des Tieres. Er diente dazu sich den Beutetieren im flachen Wasser nahezu unentdeckt zu nähern, ohne das der plumpe Körper die Beutetiere aufschreckte. Dazu heißt es in den Medienberichten: „Zum Fang hat der Wassersaurier seinen Kopf mit geöffnetem Maul blitzartig nach vorn ge­schossen und gleichzeitig sei­ne Halsrippen gespreizt. Dabei hat der Saurier seine Speiseröhre schnell weit geöffnet und Beutetiere in seiner eigenen Bugwelle eingesaugt.“ Dies berichtete das Forscherteam von Chun Li von der chinesischen Aka­demie der Wissenschaften in Peking.
 
Chun Li und sein Team hatten im Jahr 2002 zuerst einen Schädel und drei der Reißzähne dieser Saurierart in der Guanling-Kalksteinformation im Südosten Chinas entdeckt. Die Forscher gaben dem Saurier den Namen „Dinocephalosaurus orientalis“, was ins Deutsche übersetzt etwa soviel wie „Echse mit einem schrecklichen Kopf aus dem Orient“ heißt. Noch im gleichen Jahr fand Chun Li ein fast vollständiges Skelett. Die Knochen wurden als „nicht vollständig verknöchert“ beschrieben, so dass sie ideal für ein Leben im Wasser gewesen wären. Damit unterscheidet sich der „Dinocephalosaurus orientalis“ von allen anderen bislang bekannten „Protorosauriern“, die sowohl an Land als auch im Wasser gelebt haben.
 
Dinosaurier auch in Thailand
 
Schon im Jahr 1995 machten thailändische und französische Paläontologen in Nordthailand einen sensationellen Fund. Man fand Skelette bzw. Teile solcher von insgesamt 7 Sauriern, deren Alter seinerzeit auf 210 Millionen Jahre geschätzt wurde. Fünf von ihnen waren, so stellte man fest, Pflanzenfresser. Einem von ihnen wurde der Name „Phuwiangosaurus sirindhornae“ (nach Phu Wiang, dem Ausgrabungsort und der thailändischen Prinzessin Sirindhorn) gegeben. Die beiden anderen Saurier gehörten zu den Fleischfressern und damit zu den so genannten Raubsauriern.
 
 
Thailändische Dinosauriermarken von 1997. 
 
Einer der in Thailand gefundenen Saurier war offensichtlich ein relativ junges Tier einer noch nicht klassifizierten Sauropodenart, der man den Namen „Isanosaurus attavipachi“ gab. Die Forscher vermuteten, dass die Saurier von den reißenden Fluten eines Flusses überrascht, mitgespült wurden und ertranken. Eine dicke Schicht aus Schlamm bedeckte die Körper und ließ sie dann in dieser Sedimentschicht versteinern. Die Funde sind für die Öffentlichkeit zugänglich auf dem Gelände des Wat Phu Khum Khao bei Kalasin ausgestellt.
 
Humanoide „Ungeheuer“ in Südostasien
 
Nicht nur im Himalaja hält sich hartnäckig das Gerücht um einen Wildmenschen (Yeti) und nicht nur aus Nordamerika kommen immer wieder sensationelle Berichte über ein hominides, behaartes Ungeheuer (Bigfoot), sondern auch aus Südostasien. Vom Süden Chinas über Myanmar (dem früheren Burma), Thailand, Laos, Kambodscha bis Vietnam im Osten und die malaiische Halbinsel im Süden reichen die Beobachtungen von geheimnisvollen, behaarten Wildmenschen großer Statur. Diese rätselhaften Wesen, denen man bis heute nicht habhaft werden konnte, heizen die Gerüchteküche von Zeit zu Zeit immer wieder auf. Niemand vermag zu sagen, um was es sich dabei handelt. Ist es ein „Gigantopithecus“ oder vielleicht nur eine (noch) unbekannte Affenart?
 
Im Juli 1969 wurden im Grenzgebiet von Thailand, Myanmar und Laos – dem so genannten Goldenen Dreieck – gleich zwei dieser behaarten Wildmenschen entlang des Mekong-Flusses gesichtet. Sie wurden als „drei Meter große Affenmenschen mit khakifarbenem Fell“ beschrieben. Einige Jäger, die sie im Bereich Tamilek sichteten, rannten weg, ohne auf sie zu schießen. Auch mehrere Bauern und Guerillakämpfer sahen sie. Nach letzteren wurde von den „Affenmenschen“ mit Felsbrocken geworfen.
 
Die Geschichten und Gerüchte über den Yeti, den sagenhaften Schneemenschen des Himalaja-Gebietes, reichen von Russland über China bis nach Südostasien. In den verschiedenen Regionen erhielt er auch verschiedene Namen. Doch das Phänomen ist eins. Die Russen sprachen bereits von einem „Schneemenschenproblem“ und die chinesische Akademie der Wissenschaften hat bereits mehrere Expeditionen ins Urwalddickicht geschickt. Alles ohne Erfolg. Wissenschaftlich konnte der Yeti bis heute genauso wenig nachgewiesen werden wie sein Verwandter, der Bigfoot, in Nordamerika.
 
Der letzte „Neandertaler“ beispielsweise soll aus Vietnam gekommen sein. Wenn die Geschichte der Wahrheit entspricht, was Wissenschaftler allerdings bezweifeln, dann könnte es sich freilich um die Gattung Yeti handeln. Ist der Yeti also nichts anderes als eine Art „Neandertaler“, der sich bis in die heutige Zeit nicht weiterentwickelte? Der vietnamesische „Neandertaler“ soll nach seinem Tod vor etlichen Jahren, in einem Eisblock eingefroren, nach Amerika verschifft und dort auf Jahrmärkten zur Schau gestellt worden sein.
 
Gab es einst Riesen in Südostasien?
 
Wechseln wir den Schauplatz. Begeben wir uns zu Thailands östlichem Nachbarn: Laos. In der Provinz Xieng Khouang im Norden des Landes, etwa zwölf Kilometer südlich von Phone Savans, liegt die geheimnisumwitterte „Ebene der Tonkrüge“.
 
Auch hier gibt es aus archäologischer Sicht nur ungelöste Rätsel. Die Hochebene erhielt ihren Namen wegen der seltsamen, steinernen Krüge, von denen hier an die 300 Stück in der Landschaft stehen. Sie haben eine Größe von knapp einem bis gut zweieinhalb Metern und über das Material, aus dem sie bestehen, sind sich die Wissenschaftler bis heute nicht einig geworden. Da wird zum Beispiel gesagt, sie seien aus Sandstein gehauen. Dieser kommt aber in der ganzen Gegend überhaupt nicht vor. Und der Transport der bis zu sechs Tonnen schweren Gefäße über große Entfernungen hinweg würde nur noch mehr Fragen aufwerfen, die natürlich zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht richtig beantwortet werden können.
 
Riesige Steinkrüge in Laos. Waren hier einst Riesen am Werk?
Foto: © Oliver Spalt, Quelle: Wikipedia (Creative Commons Lizenz). 
 
Aber vielleicht bringt uns die Sage „Thao Hung Thao Chong“ aus der Gegend dem Geheimnis auf die Spur. Demnach bestehen die Krüge aus einer Art Zement aus Büffelhaut, Zuckerrohr, Sand und Wasser. Eine Kalksteinhöhle mit Rauchabzug soll als Herstellungsort gedient haben. Die Menschen, die damals hier lebten, werden von den Einheimischen als „Khon Pät Sook“ (zu Deutsch: „Acht-Ellen-Menschen“) beschrieben, die eine hoch entwickelte Zivilisation gehabt haben. Auf Befehl des Königs sollen die Krüge angefertigt worden sein, um in ihnen den Reiswein für eine Siegesfeier keltern zu lassen. Das Ganze hätte sich im 6. Jahrhundert zugetragen. Nach Ansicht der Archäologen sollen die Steinkrüge jedoch ein Alter von rund 2.000 Jahren besitzen und stammen demnach aus der Zeit von Jesus.
 
Über die einstige Verwendung der Krüge wird unter Archäologen auch heute noch gestritten. So glaubten einige an Vorratsbehälter für Reis und andere Produkte, während französische Archäologen darin Urnen sehen, in denen die Fürsten des geheimnisvollen Volkes bestattet wurden. Allerdings wurden in ihnen keinerlei Hinweise gefunden, die diese Theorie untermauern könnten. Wie dem auch immer sei, die wichtigste Frage, die bis heute unbeantwortet blieb, ist die nach den Erschaffern. War es wirklich ein Volk von Riesen? Menschen, die acht Ellen (= ca. drei Meter) maßen? Legenden von Riesen gibt es über die ganze Welt verteilt. Gab es sie wirklich? Wenn ja, stehen sie in irgendeiner Beziehung zum Yeti und Bigfoot?
 
Die „Ebene der Tonkrüge“ ist nicht die einzige Gegend in Laos, wo diese „Acht-Ellen-Menschen“ einst gelebt haben sollen. Sie waren einer weiteren Legende nach auch im Bereich von Thakhek in Zentrallaos aktiv. Zehn Kilometer nördlich von Thakhek, direkt an der Straße Nr. 13, gibt es die Überreste einer gigantischen Mauer. Sie ist bis zu 30 Meter hoch und hat noch gut einen Meter Dicke an der Mauerkrone. Von den übrig gebliebenen Einzelsegmenten wissen wir, dass sie aus gewaltigen Felsblöcken besteht, die dort aufgeschichtet wurden. Sie muss ursprünglich eine Länge von mehreren Kilometern gehabt haben. Von wem sie wann und wofür erbaut wurde ist nicht bekannt.
 
In der Nähe, tief im Dschungel soll sich nach Aussagen ortskundiger Führer eine Knochenfundstelle befinden, in der noch einige Skelette dieser Riesenmenschen zu sehen sein sollen.
 
Leben Verwandte von Nessie in Malaysia?
 
Nessie ist das „Ungeheuer von Loch Ness“ in Schottland. Die Berichte der Menschen, die es gesehen haben wollen und die wenigen, zum größten Teil nicht viel aussagenden Fotos, die von ihm existieren sollen, zeigen eine frappante Ähnlichkeit mit einem Plesiosaurier. Diese waren gigantische Lebewesen und sahen ähnlich wie die erst kürzlich gemachten Funde in China aus.
 
Im Südwesten von Pahang, einem Bundesstaat in Malaysia, liegt der Tasek Bera, was zu Deutsch etwa soviel wie „See der wechselnden Farben“ bedeutet. Seinen Namen erhielt er wegen einer dicken Torfschicht, die sich auf dem Grund des Sees befindet und das Wasser rötlich verfärbt. Entsprechend gering ist hier auch die Sichtweite unter Wasser, nämlich gleich Null, genauso wie im Loch Ness. Auch dort handelt es sich um einen Torfsee. Der Tasek Bera ist mit seiner Länge von 28 km und einer Breite von bis zu 5 km das größte Binnengewässer Malaysias. Auch dies hat er mit Loch Ness gemeinsam.
 
Einer alten Legende zufolge soll ein „See­monster“ seit Jahrhunderten über eine ver­sunkene Khmer-Stadt auf dem Grund des Sees wachen. Der See liegt inmitten eines Dschungelgebietes mit einem noch intakten Primärwald, der zu den ältesten noch erhaltenen Regenwaldgebieten Südostasiens zählt. Die Orang Semelai, die Eingeboren dort, erzählen, dass das „Ungeheuer“ wie eine Riesenschlange mit vielen höckerartigen Ausbuchtungen am Kopf aussähe. Außerdem sollen sich auf seinem Kopf noch Hörner befinden. Beim Auftauchen soll es einen traurig wirkenden, trompetenähnlichen Schrei ausstoßen, der den Menschen, die es hören, Schauer über den Rücken rieseln lässt und mächtig Angst einjagt.
 
Während des kommunistischen Aufstandes in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wollen es sogar britische Soldaten, die am See patrouillierten, gesehen und (ohne Erfolg) mit Granaten beschossen haben.
 
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Eine Beerdigung im ländlichen Thailand
Text: © Axel Ertelt, Fotos: © Axel und Thawee Ertelt
 
Während unserer Thailandreise im Juli/August 1995 konnten wir eine Beerdigung im ländlichen Thailand in allen Details miterleben. Da weit mehr als 90 % der Thaibevölkerung Buddhisten sind, läuft eine solche Beerdigung ganz anders ab als bei uns. Um Ihnen das einmal näher zu bringen hier unser Bericht:
 
Am 13. August 1995, gegen 17.00 Uhr, war in Ban Don Mai Fai der Onkel meiner Frau verstorben. Ban Don Mai Fai ist ein kleiner Ort auf der Korat-Ebene im nordöstlichen Thailand und liegt im Isan. Der Isan gilt als ärmste und unfruchtbarste Region des Landes.
 
 
 
Abb. oben links: Sarggeschäft an einer Straße bei Chiang Mai.
Abb. oben rechts: Sarggeschäft im Zentrum von Chiang Mai.
Abb. unten links: Traditionelle Fusswaschung eines Verstorbenen.
Abb. unten rechts: Die Hausaufbahrung des verstorbenen Onkels. 
 
Die Nachricht erhielten wir durch einen Enkel des entschlafenen Onkels im Haus der Schwiegereltern, der eigens angereist war, um die Todesnachricht zu überbringen. Der verstorbene Onkel hatte einige Tage in einem Krankenhaus gelegen und war dann zum Sterben nach Hause geschickt worden, weil man im Krankenhaus keine Möglichkeit mehr sah, ihm zu helfen.
 
Nun leben die Schwiegereltern auch in einem kleinen Ort, der etwa 120 km nördlich von Chantaburi, mitten auf dem Land und nur knappe 20 km von der Grenze nach Kambodscha entfernt liegt. Ein Auto und Telefon waren damals dort nicht vorhanden. So mussten wir mit einem Moped erst einige Kilometer zu einem Telefon fahren, um von hier im nächsten Ort ein Taxi zu bestellen, das uns noch am gleichen Nachmittag nach Ban Don Mai Fai bringen würde, damit wir an der Beerdigung teilnehmen konnten.
 
Irgendwie funktionierte es und das Auto kam gegen 15.00 Uhr. Wir hatten inzwischen das Nötigste für zwei bis drei Tage zusammengepackt, luden die Sachen ins Auto und fuhren los. Die Fahrt dauerte gute fünf Stunden und als wir endlich gegen 20.00 Uhr beim Haus der Tante eintrafen, war es bereits stockdunkel.
 
Schon beim Abbiegen von der Hauptstraße auf die Seitenstraße im Ort, in der das Haus des Onkels steht, war der zeremonielle Singsang der buddhistischen Mönche zu hören, der allabendlich – bis zur Verbrennungszeremonie – abgehalten wird. Diese Zeremonie dauerte ca. zwei Stunden und wurde über Lautsprecher im Haus und zwei große Lautsprecherboxen vor dem Haus auf voller Lautstärke in die Nachbarschaft übertragen.
 
Das Haus des Onkels ist eines jener typischen Holzhäuser in Pfahlbauweise. Das heißt, dass sich das eigentliche Haus etwa zwei Meter hoch auf Pfählen befindet. Diese Bauweise wird im ländlichen Thailand häufig gewählt, da das Land in der Regenzeit oft unter Wasser steht. Zum Haus selbst führt eine alte und nicht mehr ganz Vertrauen erweckende Holzstiege hinauf, über die wir schließlich ins Haus gelangten.
 
 
Abb. oben links: Die Mönche bei der Trauerzeremonie. 
Abb. oben rechts: Der Sargwagen für den Sargtransport zum Wat.
Abb. unten links: Den Söhnen und Enkeln werden die Schädel kahl rasiert. 
Abb. unten rechts: Die als Mönch eingekleideten Söhne und Enkel. 
 
Anwesend waren um die 60 Trauergäste, die zum Großteil alle aus der Familie waren. Den Rest stellten Nachbarn und Freunde dar. Gut die Hälfte von ihnen hatte sich auf dem Fußboden im Haus niedergelassen, die anderen hielten sich unter oder vor dem Haus auf. In der rechts vom Eingang gelegenen Hausecke war der Sarg mit dem verstorbenen Onkel aufgebahrt. Er bestand aus einfachen und roh zusammen gezimmerten Holzbrettern und war außen mit schwarzem Papier überklebt. Die Kanten waren mit weißen Papierstreifen abgesetzt. Ein Deckel war nicht vorhanden. Später erfuhr ich, dass der Sarg von der Familie selbst angefertigt worden war, weil für einen Kauf nicht genügend Geld aufgebracht werden konnte, und die drei Tage andauernden Beerdigungsfeierlichkeiten noch teuer genug würden.
 
Die Innenausstattung des Sarges bestand aus einer einfachen roten Matratze, wie sie hier allgemein als Schlafstätte benutzt wird. Der Onkel war vollständig eingekleidet und nur mit einem großen, weißen Papierbogen abgedeckt. Soweit die Beschreibung des eigentlichen Sarges. Umschlossen wurde das Ganze komplett von einem rotgoldenen, reichlich mit buddhistischen und mythologischen Ornamenten versehenen Übersarg, der vollständig auseinander zu nehmen war und vom nahe gelegenen Wat (Kloster) kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde. Dadurch war bei der Aufbahrung im Haus von dem eigentlichen Sarg, der später auch verbrannt werden sollte, nichts mehr zu sehen.
 
Aber auch vom Übersarg war nicht mehr viel sichtbar, da er fast vollständig mit Blumenschmuck abgedeckt war. Zusätzlich war eine lange, bunte und blinkende Lichterkette in den Blumenschmuck integriert worden, die Tag und Nacht unaufhörlich blinkte. Die Raumecke war mit schwarzem Tuch bespannt und an der hinteren Wand waren der Name, das Geburts- und Sterbedatum sowie das Alter des Onkels angegeben. Links vor dem Sarg stand ein Ständer, auf dem ein großes Foto des Onkels war. Mittig davor, auf dem Boden, befand sich eine Opferschale, in der die Trauergäste Kerzen und Räucherstäbchen zu Ehren des Verstorbenen abbrennen konnten.
 
An der rechten Wand, etwas vom Sarg weg, in Richtung Hauseingang, saßen die Mönche des Wat Ban Don Mai Fai und hielten ihre Zeremonie. Für den Auftritt der Mönche ist eine Spende an das Wat fällig. Diese betrug pro Tag und Mönch 500 Baht (ca. 10 €), was bei den drei Tagen im Falle des Onkels eine Gesamtsumme von 6.000 Baht (ca. 120 €) ausmachte.
 
Gegen 21.00 Uhr waren die Mönche mit ihrer Zeremonie fertig und wir konnten unser Quartier im Hause der Cousine meiner Frau, die gleich nebenan wohnt, beziehen. Hier war auch ein Großteil der übrigen Verwandtschaft untergebracht, die ebenfalls von außerhalb, teilweise aus entfernten Landesteilen angereist waren. Nachdem die Mönche mit ihrer Zeremonie fertig waren und ihre Rückkehr zum Wat angetreten hatten, wurde über Lautsprecher (wieder in voller Lautstärke) Trauermusik abgespielt. Da diese auch ununterbrochen die ganze Nacht über gespielt wurde, war an einen gesunden Schlaf in dieser Nacht kaum zu denken.
 
 
Abb. oben links: Die Mönche verlassen das Haus. 
Abb. oben rechts: Auf dem Weg zum Wat werden Knallfrösche geworfen um die Geister zu vertreiben. 
Abb. unten links: Die Mönche begleiten den Sarg auf dem Sargwagen.
Abb. unten rechts: Der zur Trauerzeremonie aufgestellte Sarg auf dem Watgelände. 
 
Am nächsten Abend spielte sich wieder die gleiche Zeremonie ab, nachdem die Trauermusik auch den ganzen Tag über gespielt worden war. Die eigentliche Beerdigung bzw. Verbrennung war für den nächsten Morgen angesetzt. Am Nachmittag des Vortages wurden bereits einige Vorbereitungen getroffen. Dazu gehörte die Besorgung des Sargwagens, der ebenfalls in den traditionellen Watfarben rot und golden gehalten war. Am hinteren Ende des Wagens befand sich ein richtiges Steuerrad, mit dem die vordere Achse gelenkt werden konnte. Er hatte vier große Speichenräder, die mit Vollgummi bereift waren und wie Fahrradräder aussahen. An beiden Seiten des Wagens befand sich vorne eine Naga-Schlange (schlangenähnliches Wesen) aus der Thai-Mythologie.
 
Es ist in Thailand üblich dass jeder gläubige Buddhist einmal im Leben ins Kloster geht, um hier eine Zeit als Mönch zu verbringen. Beerdigungen sind dabei ein beliebter Zeitpunkt, um dieser freiwilligen „Verpflichtung“ nachzukommen. So geschah es auch in der Familie des verstorbenen Onkels, indem sich fünf Familienmitglieder, bestehend aus Söhnen und Enkeln, dazu bereit fanden. Dadurch erwarben sie eine gehörige Portion religiöser Verdienste, denn dies ist eine gute Tat im Sinne des Buddhismus, die dem verstorbenen Onkel zugeschrieben wird. Diese fünf, von denen der jüngste gerade einmal acht Jahre alt war, erhielten nun eine Glatze geschnitten und fein sauber poliert. Die Einkleidung in das safrangelbe Mönchsgewand fand noch vor 6.00 Uhr am nächsten Morgen statt.
 
Wegen der lauten Musik war auch in der kommenden Nacht kaum an Schlaf zu denken. Und so waren wir bereits um 5.30 Uhr am Morgen wieder auf den Beinen. Die fünf frisch gebackenen Mönche waren bereits eingekleidet. Die beiden jüngsten standen herum und es schien mir gerade so, als ob sie noch nicht recht begriffen hätten, was hier mit ihnen geschieht...
 
Trotz der frühen Stunde herrschte bereits hektisches Treiben. Das Frühstück für die ganze Trauergesellschaft und die Mönche vom Wat, die man wieder für die vorbereitende Zeremonie zur Beerdigung erwartete, wurde vorbereitet. Der Sargwagen war bereits vor dem Haus bereitgestellt und der Blumenschmuck vom Übersarg wurde abgebaut und aus dem Haus getragen.
 
Gegen 9.00 Uhr kamen dann die Mönche aus dem Wat. Zuerst wurden sie beköstigt, bevor sie mit ihrer Zeremonie anfingen, dessen Sprechgesang wieder über die Lautsprecherboxen übertragen wurde. Im Anschluss daran wurde der Sarg im Haus mit dem draußen bereitstehenden Sargwagen durch einen gesegneten weißen Wollfaden verbunden, ehe er über die schmale und schon etwas brüchige Stiege aus dem Haus getragen wurde. Ein solcher weißer und heiliger Wollfaden wird später vor der Verbrennung oft auch dreimal um das Krematorium oder den Scheiterhaufen geführt. Beim Heraustragen des Sarges aus dem Haus ist es wichtig, dass dies mit dem Fußende voran geschieht.
 
 
 
Abb. oben links: Die letzten Zeremoniehandlungen der Mönche am Sarg. 
Abb. oben rechts: Der äußere Schmucksarg ist bereits abgebaut worden. 
Abb. unten links: Der Sarg wird dreimal um den Scheiterhaufen getragen. 
Abb. unten rechts: Der brennende Sarg auf dem Scheiterhaufen. 
 
Alles lief glatt – bis auf den Verwesungsgeruch, der sich seit dem Entfernen des Übersarges wegen der Wärme überall breitmachte. Während der Sarg aus dem Haus getragen wurde, begann ein Feuerwerk. Knallkörper wurden gezündet und Raketen in den Himmel geschossen. Dazu kommt eigens ein ausgebildeter Feuerwerker, der dies berufsmäßig macht und damit für sich und seine Familie den Lebensunterhalt verdient. Das Ganze dient dazu die bösen Geister zu vertreiben.
 
Auf dem Sargwagen wurde alles wieder aufgebaut: der Übersarg und der Blumenschmuck. Ein langes Seil war vorne am Wagen befestigt worden, an dem sich nun der Trauerzug formierte, um damit den Wagen zu ziehen. Schließlich ging es los und der Trauerzug setzte sich in Bewegung zum Wat, wo nun bald die Verbrennungszeremonie stattfinden sollte. Vor dem Sargwagen befanden sich die Mönche des Wats, die den heiligen weißen Wollfaden hielten, der am Sarg befestigt war. Ihnen voran gingen die Familienangehörigen, die ein Bild des Verstorbenen trugen. Ganz vorne ging jedoch der Gehilfe des Feuerwerkers. Seine Aufgabe war es, etwa alle 15 Meter eine Serie Knallfrösche zu zünden und auf die Straße zu werfen, damit die bösen Geister den Trauerzug in Ruhe ließen. Um diese Geister zu befriedigen, die bei Bestattungsaktivitäten massenhaft angezogen werden, wird häufig unterwegs auch Reis verstreut.
 
Am Wat angekommen wurden erst einmal Getränke mit Eis an die Trauergäste verteilt, da es recht heiß war und das Ganze in der prallen Sonne und ohne schützenden Schatten unter freiem Himmel stattfand.
 
In den letzten zwei Jahrzehnten des ausgehenden 20. Jahrhunderts wurden in vielen Wats diese kleinen Krematorien gebaut, die meistens schon von weitem an ihren hohen Schornsteinen erkennbar sind. So auch im Wat Ban Don Mai Fai. Dieses war jedoch zum Zeitpunkt der Beerdigung noch nicht ganz fertig gestellt und daher auch noch nicht einsatzbereit. So befand sich für die Verbrennung in einer freien, äußeren Ecke des Watgeländes der am Vortag aufgeschichtete Scheiterhaufen, auf dem nun die Verbrennung stattfinden sollte. Doch bevor es endgültig soweit war, wurde von den Mönchen nochmals eine entsprechende Trauerzeremonie abgehalten. Im Anschluss an diesen, für Außenstehende recht eintönig klingenden Sprechgesangs des Suadnitcha, das von der Unentgänglichkeit des Leidens und Todes erzählt, wurden den Mönchen des Wats noch zahlreiche Spenden wie Geld und neue, safrangelbe Mönchsgewänder übergeben.

Gegen 10.30 Uhr war es endlich soweit. Der Blumenschmuck wurde entfernt und der wateigene Übersarg, der natürlich nicht mit verbrannt wird, abgebaut. Der nun offen liegende, eigentliche Sarg wurde vom Sargwagen herunter gehoben und zum Scheiterhaufen getragen. Die Mönche aus dem Wat bildeten dabei wieder die Spitze des Zuges. Bevor der Sarg auf den Scheiterhaufen gestellt wurde, trugen ihn die Sargträger dreimal entgegen der Uhrzeigerrichtung um diesen herum. Das ist eine Abwandlung der alten rituellen Geisterzeremonie, bei der der Sarg dreimal ums Haus getragen wurde, ehe er dann zum Verbrennungsort transportiert wurde. Das diente mit dazu, den Geist des Verstorbenen zu verwirren, damit er nicht mehr zurück ins Haus finden und dort Schabernack treiben konnte.
 
Dann war auch diese letzte Zeremonie vorbei und der Sarg wurde auf den Scheiterhaufen gehoben. Einer der Mönche, der ehrwürdigste, stieg hinauf und prüfte letztmalig den Zustand des Leichnams und entfernte ein weißes, den Tod symbolisierendes Tuch. Häufig wird dann von zwei Mönchen noch Kokosmilch über das Gesicht des Toten gegossen und die Verwandten segnen ihn ein letztes Mal, indem sie parfümiertes Wasser über den Leichnam sprengen. Dann wurde eine Flasche mit Benzin geleert, damit sich das Feuer schneller ausbreiten konnte. Anschließend wurde der Scheiterhaufen an beiden Enden gleichzeitig angezündet. Dies mussten die Angehörigen selber machen, da die Mönche es nicht machen dürfen, denn nach dem buddhistischen Glauben darf keinem Lebewesen ein Leid zugefügt werden. Da sich nun aber über Nacht zahlreiche Kleintiere wie Insekten oder die überall anwesenden Geckos dort eingenistet haben könnten, die durch das Feuer getötet würden, darf dieses nicht von Mönchen entzündet werden, denn die Mönche sind ja schließlich heilige Männer.
 
Einige alte Reiseschriftsteller, die von solchen Verbrennungszeremonien in Thailand berichten, schrieben, dass sich die Körper der Verstorbenen bei dem Verbrennungsvorgang – zum Entsetzen für alle Anwesenden gut sichtbar – im Sarg noch einmal aufgerichtet hätten. Das hat nichts damit zutun, dass die entsprechenden Personen noch nicht tot gewesen wären, sondern ist ein ganz natürlicher, durch die Hitze des Feuers verursachter Prozess. Um diesen Vorgang, der sicherlich sehr schauerlich und unangenehm wirkt, zu verhindern, hatte man den Onkel vor dem Anzünden des Scheiterhaufens in seinem Sarg auf den Bauch gedreht und außerdem mit Holz beschwert. Dadurch wurde der Vorgang des Aufrichtens verhindert.
 
Das Feuer wollte sich, dank der Mithilfe des benutzten Benzins, schnell ausbreiten. Es wurde jedoch anfangs von etlichen der Trauergäste immer wieder eingedämmt, indem diese von Zeit zu Zeit Wasser, das zuvor von den Mönchen geweiht worden war, ins Feuer gossen. Nach einer guten halben Stunde brannte es schließlich lichterloh und die Flammen schlugen an die zwei Meter hoch hinaus. Zu diesem Zeitpunkt leerte sich das Watgelände und die meisten Trauergäste machten sich auf den Weg nach Hause. Wir blieben noch, bis der Sarg ganz in sich zusammenfiel. Meine Befürchtung, der verstorbene Onkel wäre irgendwann dabei noch einmal sichtbar geworden bestätigte sich nicht.
 
 
Abb. links: Bestattungschedis zum Verkauf auf dem Gelände eines Herstellerbetriebes. 
Abb. rechts: Bestattungschedis auf einem Watgelände (Friedhof). 
 
Auch in Thailand ist die Bestattungskultur weiter voran geschritten. Heute gibt es fast auf jedem Watgelände ein kleines Krematorium. Hier ein paar Aufnahmen:
 
 
 
Abb. links: Eines der typischen Krematorien eines Wats in Thailand. 
Abb. Mitte: Geschlossene Ofentür im Krematorium des Wat Tapsong. 
Abb. rechts: Die geöffnete Ofentür erlaubt den Blick in den Ofen. 
 

 
Sagenhafte Geschichten um das Volk rätselhafter Herkunft
von © Axel Ertelt
 
Die Thai sind eine „Völkergruppe, die seit der Zeitwende aus Südchina nach Hinterindien einwanderte.“ [1] Nach der Farbe der Frauentrachten wurden sie von den Chinesen u. a. als Weiße, Schwarze und Rote Thai benannt. Aber auch die Volksstämme der Schan und Lao gehören zur Völkergruppe der Thai. Während die Schan überwiegend in Birma und die Lao in Laos ansiedelten, sind die Thai die Hauptgruppe der Bevölkerung im heutigen Thailand.
 
Der Ethnologe Karl F. Kohlenberg bezeichnet die Thai als ein Volk „von rätselhafter Herkunft und eigenartiger Tradition.“ [2] Kohlenberg, der sich in seinem Buch „Enträtselte Vorzeit“ häufig auf die Sagen und Legenden der Thai-Mythologie bezieht, ist der Ansicht, dass die Thai zumindest Wissen von und um frühe Besucher aus dem Weltraum erhielten, die ihnen nicht nur kulturelle Informationen übermittelten. Damit interpretiert er die Thai-Mythologie ganz im Sinne des bekannten Schweizer Schriftstellers Erich von Däniken, der mit seiner Hypothese eines Besuches Außerirdischer in prähistorischen Zeiten immer wieder für Aufsehen sorgt.
 
Nach Kohlenberg beschäftigen sich seitdem auch andere Schriftsteller des Däniken’schen Ideenguts mit Aspekten aus der Thai-Mythologie. So z B. der Wiener Journalist und Buchautor Peter Krassa [3, 4] und der Dortmunder Schriftsteller Hans-Werner Sachmann. [5] Selbst der Diplom-Bibliothekar Ulrich Dopatka aus der Schweiz schneidet das Thema unter dem Stichwort „Thailand“ in seinem „Lexikon der Prä-Astronautik“ [6] kurz an. Ein paar der interessantesten Spekulationen um das Volk der Thai will nun ich hier aufzeigen und zur Diskussion stellen:
 
Kam der erste mythische Herrscher der Thai aus dem Weltraum?
 
Zitieren wir für diese phantastische Spekulation Peter Krassa: „Die Ahnengalerie der Thai beginnt mit der legendären Persönlichkeit von T'ai-Hao. Er war der erste von fünf mythischen Kaisern und soll vor etwa 5'000 Jahren gelebt haben. Täai bedeutet: Ur- größte, höchste; t'ai-i hingegen: die Einheit vor der Schöpfung; während t'ai-chu: Uranfang und t'ai-ku Urzeit heißt T'ai-kung wird in der Thai-Sprache mit Weltall übersetzt; t'ai-hsü ist der Begriff für Weltenraum.
 
Diese Erklärungen scheinen mir wichtige weil sie auf die wahrscheinliche Herkunft des ersten Thai-Herrschers hinweisen. Der Name T'ai-Hao lässt darauf schließen, dass der Ahne dieses Volkes aus dem Kosmos gekommen sein könnte." [7]
 
Parallel zu diesen Interpretationsvarianten gibt es eine Thai-Legende, die erzählt, dass das „Ei“ des Königs Hsü vom Mond zur Erde gekommen sei Es habe über der Erde die Balance verloren und sei im Meer versunken. Peter Krassa spekuliert dabei, dass sich Hsü durch einen Schleudersitz aus seinem Raumschiff retten konnte: „... der Fremde vom Mond habe später unter den Menschen gelebt und das "Wissen von den Sternen" unter ihnen verbreitet“ [8]
 
Tatsächlich ist die Thai-Mythologie voll von Hinweisen auf „Himmelsfahrzeuge“, die sich mit einiger Phantasie als Raumschiffe interpretieren lassen. Auch Landfahrzeuge in verschiedenen Variationen und sogar Unterwasserfahrzeuge kommen in der Thai-Mythologie vor. Und es gibt noch einen Hinweis über einen Besucher aus dem Weltraum, von dem die Thai-Mythologie zu berichten weiß.
 
„In den Sagen der Thai begegnen wir immer wieder seltsamen Berichten, die sich ohne besondere phantastische Begabung deuten lassen. In diesen Berichten erfahren wir von einem großen ‚Ei’, das vor Zeiten während eines Gewitters in das Haus der Familie Ch'en fiel. Dieses Ei enthielt einen Passagier- ein Kind der Himmelsbewohner wie die Sage behauptet. Der kleine Gast wurde von der Familie Ch'en bewirtet und später aufgezogen. Seither gelten die Mitglieder dieser Familie als legitime Nachkommen des Donnergottes“ [9]
 
Es ist nun einmal eine Tatsache, dass die Herkunft der Thai im Dunkel der Zeit verborgen liegt. In ihren Überlieferungen finden sich keine Hinweise dazu. Sie tauchen offenbar „urplötzlich“ im Süden Chinas auf und bevölkerten von dort aus Hinterindien, insbesondere Myanmar, das frühere Burma (Birma), wo die Volksgruppe der Schan aus den Thai-Völkern im Nordosten das Reich der Wasserreis-Bauern gründete. Dies geschah im 6. Jahrhundert n. Chr. Das Reich bestand bis zum Jahre 1604. [10]
 
Andere Thai-Gruppen stießen bis ins Gebiet des heutigen Thailand vor, wo sie erste kleinere Königreiche und später das erste große Königreich Thailands unter dem Namen Siam gründeten. Gebiete des heutigen Thailands werden aber auch von der Thai-Gruppe der Lao besiedelt – vor allem die grenznahen Provinzen zu Laos, wo der Hauptteil der Lao siedelte.
 
Die rätselhafte Vergangenheit und die unbekannte Herkunft dieses Volkes geben Berechtigung zu Spekulationen. Die Zeit des Auftauchens gehört in jene Zeitepoche, die wir nur aus Sagen und Legenden kennen. Interpretieren wir diese mit unserem heutigen Wissen, so kommen wir zwangsläufig zu solchen Spekulationen, wie es Däniken, Krassa, Sachmann und Kohlenberg machten. Solche Hypothesen sind erlaubt, doch ob sie sich letzten Endes als Wahrheit herausstellen können, bleibt vielleicht bis in alle Zukunft ungewiss.
 
„Götterkrieg“ in grauer Vorzeit?
 
In vielen Legenden, Sagen, Überlieferungen und Mythologien (fast) aller Völker der Erde finden sich Hinweise auf große Streitigkeiten, bis hin zu großen (vielleicht sogar globalen) Kriegen, welche die „Götter“ untereinander führten. Hierzu sei besonders das Buch „In Schutt und Asche“ [11] von Hans-Werner Sachmann erwähnt, der erstmals eine umfassende Beschreibung der dabei offenbar benutzten Waffen und Techniken zusammenstellte. Für uns interessant ist auch, dass die Thai ebenso über solche „Schlachten“ im, am und unter dem Himmel berichten, wie die Legenden der südamerikanischen Kulturen oder die Überlieferungen der nordischen Edda. Wollen wir hierzu Sachmann in einigen Punkten zitieren:
 
„Es gibt im Mahabharata (einem altindischen Epos) immer wieder Aussagen, die zweifelsohne auf einen atomaren Vernichtungskrieg deuten. ... Sogar die Ereignisse nach einem derartigen grausamen Geschehen, z. B. das Einsetzen den radioaktiven Staubregens, sind an nicht wenigen Stellen ... geschildert ... Zum Staubregen gibt es übrigens eine interessante Ergänzung in der Sagenwelt der Thai, einem Volk, dessen genaue Herkunft bis heute niemand zu sagen vermag. Es geht darin um die doppelköpfige Himmelsschlange Tien-she: Die Himmelsschlange verfinsterte den Himmel; dort, wo sie ihre Bahn zog, wurde den Menschen unter ihr das Atmen fast unmöglich. Ständig rieselte von ihrer Hülle weißer Staub zur Erde, führte nicht nur zu Atembeschwerden, sondern verursachte auch einen unheilbaren Ausschlag, der die Kräfte der Menschen verzehrte, bis sie elendiglich dahinstarben. Der weiße Staub der Tien-she erstickte aber auch alle Pflanzen und kleinen Tiere." [12]
 
In seinem Buch berichtet Sachmann von insgesamt 97 Waffenarten, die bei den Götterkriegen in der Mythologie benutzt wurden. Neben Hinweisen aus der Thai-Mythologie, die ihm die Berechtigung gaben, zu spekulieren, dass die Thai Erinnerungen an Atombombeneinsätze in der Vorzeit hatten, gibt es noch drei erwähnenswerte Hinweise auf modernste Waffentechnik, von denen die Thai-Überlieferungen berichten. Da sind z.B. die „Diamantspeere“, deren Auswirkungen – modern interpretiert – an Raketenwaffen erinnern.
 
Die Thai-Legenden berichten, dass die Diamantspeere merkwürdige Brände verursachten, die nicht durch „gewöhnliche Feuer“ verursacht wurden. An anderer Stelle heißt es zu einem Kampfgeschehen, dass der König seinen „Sonne-Mond-Pfeil Djanthratit“ hoch schoss, um das Geschehen auf dem Schlachtfeld zu erleuchten. Sachmann stellt dazu die Frage: „Leuchtkugeln in der Vorzeit?“ [13]
 
Selbst auf so moderne Waffensysteme wie den Laser, dessen Entwicklung auch heute noch erst in den Kinderschuhen steckt, gibt es in den Thai-Überlieferungen Hinweise; zumindest lassen sich mit einiger Phantasie Textstellen so deuten:
 
„Da beschließt Phra Isuan, seinen Gegner mit seiner furchtbarsten Waffe zu töten. Er öffnet sein in der Stirn verborgenes drittes Auge. Ein Feuerstrahl schießt aus seinem Blick hervor und trifft den Dämon und vernichtet ihn ... Nur wenige können den Funken und Flammen entkommen. Das Feuer verzehrt die ganze Stadt.“ [14]
 
Etwas unsichtbar zu machen – dies ist seit je her der Traum der Menschheit. Der aus Russland stammende und inzwischen verstorbene Wissenschaftler, Sachbuchautor und Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Jacques Bergier, war überzeugt, dass dies zumindest in beschränktem Maße technisch möglich ist. [15] Viele Mythologien berichten jedoch, dass solche Praktiken in tiefer Vergangenheit fast schon zur Tagesordnung gehörten. Eine der bekanntesten Überlieferungen ist die Tarnkappe.
 
Unter dem Begriff „Wunderschirm“ schreibt Sachmann: „In der bunten und vielfältigen Thai-Mythologie ist unter anderem die Rede davon, dass ein gewisser Thotsanken einen so genannten Wunderschirm herbeischleppt, um Longka vor seinen Feinden zu verbergen: ‚Wenn er ihn aufpflanzt, können wir nicht mehr nach Longka hineinsehen, sondern nur er kann noch herausschauen…’“ [16]
 
Mir liegen ernsthafte Hinweise dafür vor, dass man in Thailand noch heute eine Methode kennt, um eine Tarnkappe herzustellen. Diese Technik umgibt zweifelsfrei ein Hauch des Mystischen. Das, was ich bisher zu diesem Thema recherchiert habe, ist jedoch Gegenstand eines anderen Berichtes.
 
Von fliegenden Stupas
 
Ein besonders schönes, und jedermann zugängliches Bilddokument über die mythologischen Götterkriege in Thailand sowie die Fluggeräte der Götter, die „fliegenden Stupas“, befindet sich in der Gemäldegalerie des Wat Phra Keo im Königspalast von Bangkok, die sich rund um das Tempelgelände zieht. Jeder kann sich hier von der thailändischen Mythologie, den Götterschlachten und den Fluggeräten der Himmlischen in Bann ziehen lassen. Zum besseren Verständnis sollte hier vielleicht der Begriff „Stupa“ kurz erläutert werden, da er in Thailand weniger gebräuchlich und in vielen Büchern und Reiseführern dieses südostasiatischen Landes nicht zu finden ist.
 
Bei einer Stupa handelt es sich um turmartige Bauten, wie sie recht häufig auch auf Tempelgebäuden in ganz Südostasien zu finden sind. In diesem Zusammenhang werden sie in diesem Abschnitt abgehandelt. Stupas kommen aber auch als Einzelbauwerke vor. Thailändische Formen der Stupas sind die Chedis und die Prangs; wobei die Chedis die eigentliche Form der Stupas widerspiegeln.
 
Streifen wir also durch die Gemäldegalerie des Königspalastes. Hier ist die ganze - überwiegend mythologische - Geschichte des alten Siam aufgezeichnet. Zahlreiche Götterschlachten, bei denen mythologische Mischwesen und himmlische Mächte eine große, nicht zu übersehende Rolle spielen, sind an den Wänden dokumentiert und nehmen einen Großteil der Darstellungen ein. Viele dieser Wesen fliegen mit seltsamen Wagen durch die Lüfte, von denen sie Verderben bringende Waffen einsetzen, die in ihrer Wirkung oft Blitzen gleichsehen. Handelt es sich hier vielleicht um eine Art Laserwaffe der Vorzeit, die die Götter vom Himmel - von den Sternen - mitbrachten? Wer weiß? Einige Verfechter der prä-astronautischen Hypothese sind davon überzeugt.
 
Die beeindruckende Szene ist allerdings die, wo eine Stupa von einem tempelartigen Gebäude - wie von einer Startrampe auf dem Kennedy Space Center in Florida - abhebt und im Himmel verschwindet. Sehen wir in der letzten Szenerie vorher noch das „vollständige“, kreuzförmig angelegte Tempelgebäude mitsamt der Stupa in der Mitte, so zeigt die nächste Abbildung bereits die abgehobene, durchaus an eine Rakete erinnernde und im Himmel verschwindende Stupa, die an ihrer ehemaligen Position in der Mitte der kreuzförmig zusammenlaufenden Tempeldächer eine nicht zu übersehende Leere zurücklässt. Jeder kann hier einwandfrei feststellen: Es fehlt etwas!
 
 
Abb. links: Das noch vollständige Tempelgebäude. Foto: © Axel Ertelt 
Abb. Mitte: Die Stupa hat abgehoben und fliegt fort. Foto: © Wilfried Briegel 
Abb, rechts: Das Tempelgebäude mit der fehlenden Stupa. Foto: © Axel Ertelt 
  
Die Mythologie der Thais basiert zu einem Großteil auf der indischen und ist somit hauptsächlich vom Hinduismus geprägt. Danach ist das All erfüllt von Leben und außer Menschen und Tieren leben dort „Geister, Elfen und Nymphen (Apsaras), Dämonen (Asuras), Schutzgeister (Yakshahas) und Halbgötter“. [17]
 
Meru - Sitz der Götter
 
An oberster Stelle des vom Leben erfüllten Alls stehen die Götter, von denen allein 33 auf dem mythischen Berg Meru leben. Er wird als das Zentrum des Kosmos angesehen und gilt als der heiligste Sitz der Götter. Bekrönt wird er vom prunkvollen Schloss des Himmelsgottes Indra. Der ist an seiner grünen Hautfarbe und dem reichlichen Goldschmuck, den er trägt, erkennbar. Meru erhebt sich in der Mitte der scheibenförmigen Welt.
 
Auch dieser Teil des „Ramakien“ lässt sich im „prä-astronautischen Sinn“ leicht deuten, ohne die Phantasie dabei übermäßig zu belasten. So könnte der mythologische Berg Meru ein Planet sein, der in der Mitte unserer Galaxie, der „Milchstraße“, (= „scheibenförmige Welt“) seine Bahnen zieht. Auch die grüne Hautfarbe Indras erinnert an die modernen UFO-Legenden der „kleinen grünen Männchen“ aus dem Weltraum. Allerdings war Indra nicht gerade klein gebaut und die meisten modernen „UFO-Kontaktler“ berichten von einer grauen Hautfarbe der angeblich Außerirdischen.
 
Der Manohra-Tanz
 
Ebenfalls ein aus der indischen in die Thai-Mythologie übernommenes, himmlisches Wesen - ein Mischwesen, (im Oberkörper) halb Mensch und (im Unterkörper) halb Vogel - ist Manohra. Sie ist eine Kinnari. Es handelt sich dabei um Fabelwesen, die meist perfekte Musikanten waren und seit jeher von den thailändischen Künstlern sehr anmutig abgebildet wurden. Kinnari ist dabei die weibliche Version und die männliche heißt Kinnara. Ihre Heimat sind die Hänge des Götterberges Kailas, auf dem der Gott Shiva thront. Dieser ist nach der indischen und thailändischen Mythologie der Allmächtige - der Schöpfer des Universums und aller Lebewesen.
 
Manohra war eine der Kinnari und ist besonders in die Thai-Mythologie eingegangen. Ihre Geschichte wird heute noch häufig bei Festen mit einem weit über Thailands Grenzen hinaus bekannten Tanz aufgeführt: dem Manohra-Tanz. Er erzählt die Geschichte der himmlischen Kinnari Manohra. Als Prinz Suthon sie eines Tages sah, verliebte er sich in sie. Der Wahrsager des Königshofes wusste, dass sie kein irdisches Wesen war und prophezeite dem König, dass sie Unglück bringen werde. Während Prinz Suthon auf der Jagd war, ließ der König Manohra von einem Jäger unter Mithilfe einer Naga (eine mythologische Schlange) gefangen nehmen. Sie sollte sterben. Bei der vorgesehenen Verbrennung bat Manohra um einen letzten Tanz. Sie legte dabei ihr Federkleid wieder an. Da niemand im Königshof wusste, was es damit wirklich auf sich hatte, wurde es ihr gestattet. Manohra tanzte ganz anmutig und flog am Ende ihres Tanzes in den Himmel. Als Prinz Suthon in seinen Palast zurückkehrte, war Manohra bereits weggeflogen. Der Prinz begab sich auf eine lange Reise, um sie zurückzuholen, was ihm am Ende auch gelang.
 
Der Ursprung dieser Legende stammt aus dem Indien des 3. Jahrhunderts. Doch auch die Mythologien anderer Völker sind mit ähnlichen Sagen bereichert, und so kann man solche „Vogel-“ oder auch „Schwanjungfrauen“ genannt, in vielen Kulturen von Japan über Persien bis nach Skandinavien, fast auf der ganzen Welt finden.
 
Steckt hinter dem ganzen Thema also doch mehr, als nur „mythologischer Unsinn“? Kamen die Götter einst doch von den Sternen? Waren es doch „nur“ Außerirdische aus Fleisch und Blut, genau wie wir, die uns einst, in grauer Vorzeit, besuchten?
 
Quellennachweise
 
[1] „Knaurs Lexikon“ in 20 Bänden, Bd. 17, Ausgabe für den deutschen Bücherbund Stuttgart, Lexikographisches Institut München 1976, S. 5942
[2] Kohlenberg, Karl E.: „Enträtselte Vorzeit“; Albert Langen - Georg Müller Verlags GmbH, München 1970, 4. Auflage 1974, S. 34
[3] Krassa, Peter: „Als die gelben Götter kamen“; Bardtenschlager Verlag GmbH, München 1973, S. 121
[4] Krassa, Peter: „...und kamen auf feurigen Drachen“; Verlag Kremayr & Scheriau. Wien 1984. S. 46ff
[5] Sachmann, Hans-Werner: „In Schutt und Asche“; Metzmaier-Verlag, Baden Baden 1989, S. 35f, 77f, 89, 133
[6] Dopatka, Ulrich: „Lexikon der Prä-Astronautik“; Econ-Verlag GmbH, Düsseldorf u. Wien 1979, 1. Auflage, S. 368
[7] Krassa, Peter: (s. 4) S. 46ff
[8] Dopatka, Ulrich: (s. 6) S. 368
[9] Krassa, Peter: (s. 4) S. 46ff
[10] „Knaurs Lexikon“ (vgl. 1), Bd. 16, S. 5286
[11] Sachmann, Hans-Werner: (s. 5) S. 35f, 77f, 89, 133
[12] Sachmann, Hans-Werner: (s. 5) S. 35f, 77f, 89, 133
[13] Sachmann, Hans-Werner: (s. 5) S. 35f, 77f, 89, 133
[14] Sachmann, Hans-Werner: (s. 5) S. 35f, 77f, 89, 133
[15] Bergier, Jaques: „Vorstoß an die Grenzen des Möglichen“; Albert Müller Verlag AG, Rüschlikon-Zürich 1972, S. 171ff
[16] Sachmann, Hans-Werner(s. 5) S. 35f, 77f, 89, 133
[17] Quack, Ulrich: „Reise-Handbuch Thailand“; Reisebuchverlag Iwanowski, Dormagen 1992/93, 1. Aufl. (S. 65)
 

 
 Die rätselhaften Feuerbälle aus dem Mekong
Von © Axel Ertelt
Mit einem Gastbeitrag von © Wilfried Heil
 
Jedes Jahr, pünktlich zum Ende der buddhistischen Fastenzeit, gibt es in Nord-Thailand und Laos ein besonderes Phänomen zu beobachten, das bis heute rätselhaft, mysteriös und geradezu unheimlich ist: das Naga-Phänomen, wie es die Thais nennen.
 
Jeder, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, und das sind von Jahr zu Jahr immer mehr Schaulustige, die sich dieses Phänomen nicht entgehen lassen wollen, kann sie beobachten, diese mysteriösen „Feuerbälle“, die aus den Fluten des Mekong aufsteigen. Auch im Jahr 2003 konnten es wieder Tausende beobachten. Der 50jährige Niphon Chanyawat aus Sukhothai sagte dazu: „Ich habe schon viel über dieses Phänomen gehört und weiß, dass man darüber streitet ob die Feuerbälle von Menschenhand geschaffen werden oder das Werk der Natur sind.“
 
Niphon Chanyawat gehörte zu den Augenzeugen des Phänomens. Gegen 18.00 Uhr am entsprechenden Tag, einem Freitag im Oktober 2003, begannen die ersten der mysteriösen Feuerbälle aus dem Mekong-Fluss aufzusteigen. „Nun weiß ich, dass es sie wirklich gibt. Ich habe sie mit eigenen Augen gesehen", sagte Niphon Chanyawat.
 
Viele andere Augenzeugen sprachen von sehr aufregenden Beobachtungen. Die Feuerbälle ließen die extra angereisten Zuschauer und Touristen nicht lange warten. Das alljährlich wiederkehrende Ereignis besteht darin, dass am Abend des Vollmondes im elften Monat des Mondkalenders, an dem das Ende der buddhistischen Fastenzeit gefeiert wird, unerklärliche Feuerbälle aus dem Wasser des Mekong aufsteigen. Dieses Phänomen kann man in mehreren Bezirken von Nong Khai in Nord-Thailand und auch im benachbarten Laos beobachten. Der Mekong bildet hier eine natürliche Grenze zwischen beiden Ländern.
 
Im Zeitraum zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr wurden 2003 bereits 171 dieser Feuerbälle gezählt, die meisten davon in den Bezirken Phon Phisai und Ratana Wapi. Das Interesse an diesem Schauspiel war enorm. Alle 1.500 Hotel- und Gästehauszimmer in Nong Khai und 2.700 Gästezimmer in der benachbarten Provinz Udon Thani waren ausgebucht.
 
Auch aus den thailändischen Nachbarprovinzen gab es ähnliche Beobachtungen, so aus der Provinz Nong Bua Lam Phu. Die Siedler von Ban Pa Joh (vermutlich ist damit Ban Phrao gemeint) sagten, sie hätten die Feuerbälle in den letzten vier Jahren aus dem Teich ihrer Gemeinde aufsteigen sehen. Zuerst war ihnen gar nicht bewusst, dass sich bei ihnen das Gleiche abspielte wie das, was alljährlich Tausende von Touristen nach Nong Khai lockt. Der 53jährige Khamkong Prompollamuang ist einer der Bewohner von Ban Pa Joh. Er will am 8. Oktober 2003 ganze 20 Feuerbälle beobachtet haben. Daraufhin kamen am nächsten Tag rund 2.000 Menschen in die Ortschaft, um die Feuerbälle ebenfalls zu sehen. Aber sie kamen nicht mehr.
 
Die Feuerbälle scheinen an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeiten aufzutreten. Nach der Vielzahl der Berichte werden sie nicht nur über dem Mekong beobachtet, sondern auch über Seen und Teichen und wurden selbst über Reisfeldern schon gesehen. Auch von einem Stausee nördlich von Vientiane in Laos wird ihr Auftauchen berichtet.
 
Ein Augenzeuge, der am 7. Oktober 2006 in Phon Phisai solche Feuerbälle sah, meinte, dass man sie nicht mit Feuerwerksraketen, Leichtkugeln oder Leuchtspurmunition verwechseln könne: „Sie tauchen ebenso abrupt auf und steigen auch nicht brennend aus dem Wasser auf, sondern ‚zünden’ erst einige Meter darüber. Danach steigen sie jedoch mit hoher Geschwindigkeit und in ziemlich gerader Linie senkrecht nach oben, beschreiben also keinerlei ballistische Kurve und fallen auch nicht zur Erde zurück. Ihre Farbe fluoresziert zwischen rot-orange bis grünlich. Sie sind etwa zehn Sekunden sehr gut sichtbar, steigen dabei bis in geschätzte 200m Höhe und verschwinden dann ebenso abrupt, wie sie aufgetaucht sind. Während ihres Fluges behalten sie ihre sphärische Form und ziehen keinerlei Funkenschweif o. ä. hinter sich her. Man sieht auch keinen Rauch und ihr Flug ist völlig lautlos.“ (Jörg Overbeck) 
 
Obwohl sich Wissenschaftler immer wieder mit diesem Phänomen auseinandergesetzt haben, gibt es bis heute keine wissenschaftliche Erklärung dafür. Ausgeschlossen scheint eine Manipulation durch Menschenhand. Man tendiert auf eine natürliche Ursache. Aber niemand weiß, wie und warum es funktioniert und vor allem, warum die Erscheinung ausgerechnet immer wieder zu diesem Zeitpunkt auftritt – und das bereits seit vielen Jahren. „Die Existenz der Feuerbälle ist schon seit Generationen überliefert. In der kollektiven Erinnerung der Einheimischen gibt es praktisch keine Zeit, ohne Feuerbälle.“ (Jörg Overbeck)
 
Die Feuerbälle sind rot, hellrot bis rosa, orangefarben und werden in selteneren Fällen auch schon mal als grün beschrieben. Nach der Überzeugung der einheimischen Landbevölkerung lebt im Mekong-Fluss im Gebiet um Nong Khai noch eine Naga – eines jener mythologischen Schlangenwesen, von denen die Thai-Mythologie berichtet. Diese Naga-Schlange wird von den geistergläubigen Einheimischen für das Phänomen verantwortlich gemacht. Sie soll nämlich, ähnlich wie es die Drachen aus unserer Mythologie getan haben sollen, Feuer spucken, das dann in Form dieser „Naga-Bälle“ aus dem Wasser aufsteigt.
 
Es gibt mehrere Legenden um die Naga-Schlange. Eine berichtet von einem Fischer, der während der Fastenzeit im Mekong fischte und damit den König der Nagas in seiner Meditation störte. Daraufhin verbot der Naga-König den Fischfang in der heiligen Zeit des Fastens. Die Menschen sollten stattdessen meditieren. Und er befahl seinen Untertanen schließlich zur Belohnung für die Menschen am Ende der Regenzeit ein großes Fest zu veranstalten, dessen Krönung die Mekong-Feuerbälle sind.
 
Die Nagas leben der Legende nach schon seit Urzeiten in den Fluten des Mekong und bestimmten seit jeher das Leben der einfachen Menschen am Fluss. In der buddhistischen Legende wacht eine Naga über dem meditierenden Buddha. Als Buddha einmal seine verstorbene Mutter im Himmel besuchte um ihr das Dharma zu erklären und nach drei Monaten, gerade rechtzeitig zum Ende der Fastenzeit, auf die Erde zurückkehrte, waren die Nagas gerührt von seinen Bemühungen um die Mutter. Um dies gebührend zu feiern spieen sie Feuer, das dann aus den Fluten des Mekong aufstieg.
 
Gerade in der Mekongregion ist der Glaube an die Naga-Schlange auch heute noch fest verankert. Es vergeht kein Jahr, in dem es nicht Berichte über das Auftauchen einer Naga gibt. Und wie fest auch heute noch an die mythologische Naga-Schlange in Thailand geglaubt wird zeigt eine authentische Begebenheit vom 20. Juli 2010. Am Morgen dieses Tages verständigte ein Angestellter des Einkaufscenters Big C in Pattaya seine Vorgesetzten über eine seltsame Naga-Spur im Kaufhaus, die er neben einem Schrein auf der Veranda im 2. Stock des Einkaufszentrums gefunden hatte.
 
Die Spur musste über Nacht entstanden sein, da sie am Abend zuvor noch nicht zu sehen gewesen war. Man hielt sie für den Abdruck einer Naga-Schlage weil auch der Abdruck einer Klaue deutlich erkennbar war. Es gelang den Angestellten nicht die Spur zu entfernen. Die Überwachungskamera für diesen Bereich, die noch am Tag zuvor einwandfrei funktioniert hatte, war aus unbekannten Gründen in der Nacht ausgefallen.
 
Zufall? Nur wenige Tage nach dem Auftauchen begann die buddhistische Fastenzeit. So glaubten die Kaufhausangestellten schließlich, dass die Naga-Schlange zum Schrein gekommen war um Buddha zu huldigen. Und in einer Legende heißt es ja auch, dass die Nagas aus dem Bauch der Erde kommen um hier als Mönch ordiniert zu werden und die Lehren Buddhas zu studieren (Quelle: Pattaya Blatt Nr. 30/2010).
 
Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, dass hier im Flussbett des Mekong natürliche Gasvorkommen existieren, die durch die Anziehungskraft des Mondes Gasblasen an die Oberfläche des Wassers steigen lassen, die sich dabei entzünden. Auf die Frage, warum dies nur einmal im Jahr und dann ausgerechnet immer wieder in der Vollmondnacht zum Ende der buddhistischen Fastenzeit geschieht, hatten sie jedoch auch keine Antwort parat.
 
Wie die deutschsprachige, in Thailand ansässige „TIP-Zeitung“ am 10. Oktober 2003 berichtete, wollten 20 Wissenschaftler der Mahidol Universität bereits im Frühjahr dem Phänomen auf den Grund gehen. Bereits im Februar 2003 hatten sie vor Ort Proben der Erde, des Wassers und eines in geringem Maße tatsächlich vorhandenen Gases genommen. Doch auch diese Untersuchungen verliefen ergebnislos und brachten nicht die gewünschten Resultate. Auch der TV-Sender „Discovery Channel" hat sich bereits mit den Feuerbällen beschäftigt und mehrmals wissenschaftliche Teams vor Ort geschickt. Doch auch sie konnten das Rätsel nicht lösen.
 
Im Jahr 2002 hat auch das thailändische Umweltministerium eine Studie über die Feuerbälle initiiert. Leiter des Projektes war Saksit Tridech, zuletzt Staatssekretär im thailändischen Umweltministerium, der im September 2010 bei einem Helikopterabsturz ums Leben kam. Leider brachte auch diese Studie keine Erklärung für das Phänomen der Naga-Feuerbälle.
 
Bereits im Dezember 2002 meldete sich ein Benjamin Creme zu Wort. Dabei handelt es sich um einen Anhänger der UFOlogie, der behauptete dieses Naga-Feuerball-Phänomen würde von den „Raumbrüdern“ manifestiert. Mit diesen „Raumbrüdern“ meinte er außerirdische Wesen, die in UFOs zur Erde kämen.
 
Solche absurden Äußerungen riefen auch deutsche Amateur-UFO-Forscher auf den Plan, die sich genötigt sahen ebenfalls auf das „Naga-Feuerball-Phänomen“ einzugehen und dieses sogar von zu Hause, vom Schreibtisch aus, gelöst haben wollen – was thailändischen Wissenschaftlern, Militärs und Regierungsbeamten vor Ort nicht gelang.
 
Allen voran äußerte sich dazu auch der in der deutschen UFO-Szene bekannte Werner Walter aus Mannheim. Walter behauptete dann wider besseres Wissen zum „Naga-Phänomen“: „Jährliches Miniatur-Heißluftballon-Festival zieht die Massen an“. (CENAP News, 24.10.2002 und CENAP Newsflash Nr. 2, August 2003) In seiner knapp eine Seite umfassenden „Erklärung“ der „Naga-Feuerbälle“ schreibt er dass es sich bei diesem Phänomen um nichts anderes handele als um Mini-Heißluftballone aus „Reispapier“, die die Bevölkerung aus reinem Kommerz aufsteigen lassen würde.
 
Das ist natürlich ebenso ein blanker Unsinn wie die Behauptung von Benjamin Creme, dass dafür außerirdische „Raumbrüder“ verantwortlich seien. Beide „Erklärungen“ sind nicht ernst zu nehmen und können nur von jemandem „verzapft“ worden sein, der die örtlichen Begebenheiten nicht kennt und einfach nicht akzeptieren kann, dass selbst die Wissenschaft hier vor einem ihrer größten Rätsel steht, das bis heute ungelöst ist – trotz aller Versuche diverser Laienforscher und anderer „Experten“. 
 
Bei seinem missglückten Erklärungsversuch verschweigt Werner Walter (bewusst oder unbewusst), dass die Naga-Feuerbälle aus dem Wasser (den Fluten des Mekong) heraus aufsteigen - und zwar von unterhalb der Wasseroberfläche. Dies bitte schön soll er einmal mit seinem Lieblingsobjekt, einem Mini-Heißluftballon (bzw. einer Himmelslaterne, wie diese aus Thailand stammenden Objekte genannt werden) öffentlich vorführen. Doch das wird wohl nicht möglich sein. Zudem entstand das Fest erst viel später. Zuerst war das Phänomen da.
 
In einem hat Werner Walter jedoch Recht. Heute wird in der Zeit, in der diese Feuerbälle auftauchen, ganz offiziell ein lokales Fest veranstaltet – das „Bang Fai Phaya Nark“ – bei dem tatsächlich angesichts des Besucherandranges die Geschäfte ganz gut laufen. Dies zumindest im Gastronomie- und Hotelbereich.
 
An den offiziellen Veranstaltungen zu diesem Fest ist in der Regel auch die TAT, die Tourism Authority of Thailand, beteiligt. 2002 veranstaltete die TAT eine Woche lang das „Sattabucha Nakahaengkong“ um der heiligen Naga-Schlange im Mekong Respekt zu zollen. Dabei wurde ein Bildnis Buddhas aufgestellt und es fand der „Umzug der großen Schlange“ statt, bei dem viele Flaggen, Blumen und Kratongs zum Einsatz kamen. Auch eine „Buang-Suang-Zeremonie“ fand dabei zu Ehren der Naga statt. Das führte schon zu der Spekulation, dass die TAT dahinter stecke: „Einige vermuteten gar die Tourism Authority of Thailand (TAT) als Urheber des Phänomens.“ (Jörg Overbeck) 
 
Schlussendlich wurde auch schon die laotische Armee für das Phänomen verantwortlich gemacht und verdächtigt, indem man behauptete die Feuerbälle wären von der Armee abgeschossene Leuchtraketen. So im Jahr 2002 in einem Bericht des TV-Senders „iTV" geschehen. Dies wurde jedoch aus Laos offiziell und bestimmt dementiert und man sagte von laotischer Seite, dass es sich um ein Naturphänomen handele, dessen genaue Ursache man aber auch nicht kenne.
 
Inzwischen wurden die Naga-Feuerbälle aus dem Mekong auch Vorlage für diverse Songs und Filme. Der bekannteste ist der Film „Mekhong Full Moon Party“, eine Tragikkomödie, die unter der Regie von Jira Maligool im Jahre 2002 gedreht wurde. In dem Film geht es um eine Gruppe Mönche, die unter der Leitung von Luang Por Loh (gespielt von Noppadol Duangporn) chemische Wundercocktails brauen, die dann von dem jungen Kan (Anuchit Sapanpong) auf dem Grund des Mekong-Flusses deponiert werden, wo sie dann später explodieren und als Feuerbälle aus dem Wasser aufsteigen. Doch dann zweifelt Kan plötzlich am Sinn dieser Aktion und will die Welt nicht länger mehr betrügen... 
 
Naga-Fireball-Song (engl.) bei YouTube

 
Amateur-Video Naga-Fireball aus 2008 bei YouTube

 
Auch am 23. Oktober 2010 war es wieder soweit. Der Tag der Naga-Feuerbälle am Mekong war gekommen. Doch wo noch vor wenigen Jahren Hunderte der Feuerbälle emporstiegen wurden die unzähligen Zuschauer in diesem Jahr enttäuscht. Es scheint so, als würden es von Jahr zu Jahr weniger dieser geheimnisvollen Erscheinungen. Scheuen die Nagas die Menschenmassen und das Spektakel darum herum?
 
Wilfried Heil hatte die Gelegenheit in diesem Jahr vor Ort zu sein – und das Glück auch welche zu sehen. Hier sein Bericht über die Mekong-Feuerbälle im Jahr 2010:
 
Im Oktober 2010 hatte ich Gelegenheit, mit meiner Freundin bei Rattana Wapi/Nordthailand die Mekong-Feuerbälle zu beobachten. Wir hatten Glück und bekamen dort am 23.10.2010 ca. 40 – 50 Feuerbälle und am 24.10.2010 noch einmal 10 Kugeln zu sehen. Hier also ein kurzer Bericht:
 
Um 17.30 Uhr versank die Sonne hinter einem Wald auf der Laos-Seite des Mekong, eine halbe Stunde später war es dunkel. Die erste Feuerkugel erschien um 18.20 Uhr, etwa 200 m von uns entfernt über der Wasseroberfläche. Sie war rötlich-lila und flog nahezu senkrecht nach oben, begleitet vom Jubel der vielen Beobachter, von denen die meisten schon seit Stunden dort gewartet hatten. Etwa eine Viertelstunde später flogen von einer anderen Stelle acht weitere Kugeln kurz nacheinander in Richtung auf die tief hängende Wolkendecke, mit leicht schrägen und jeweils etwas unterschiedlichen Flugbahnen.
 
Während des Abends wurde reichlich Feuerwerk abgebrannt, einige Raketen und viele Heißluftballons gestartet. Diese waren alle leicht von den Feuerbällen zu unterscheiden, die ein völlig anderes Aussehen und ein anderes Flugverhalten hatten. Die Raketen zogen einen Feuerschweif hinter sich her und fielen nach einer ballistischen Bahn zurück zum Wasser, während die Feuerkugeln lautlos durch die Atmosphäre flogen und im höchsten Punkt verschwanden.
 
Bis 21.30 Uhr konnten wir etwa 50 Feuerbälle beobachten, die oft in Gruppen zu mehreren kurz nacheinander erschienen. Obwohl wir noch bis Mitternacht warteten, traten danach keine weiteren Kugeln mehr auf.
 
Die Feuerbälle verhielten sich anders als von mir erwartet, sie sind sehr klein (5 – 10 cm max.) und sehr schnell. Innerhalb von 3 – 4 Sekunden steigen sie auf 200 – 300 m Höhe und verlöschen dann wieder. Sie beginnen nicht sofort über dem Wasser zu leuchten, sondern erst ab einer Höhe von 10 – 20 m. Meistens erscheinen mehrere nacheinander vom selben Ort über dem Wasser, dann wieder von einer anderen Stelle. Die Farbe war meist dunkelrot, wie bei einer Leuchtkugel, aber nicht so hell. Andere sahen eher lila aus und hatten einen gelben Kern. Sie sind also nicht alle gleich. Wir sind uns auch nicht sicher, ob die Thais oder Laoten hier nicht in manchen Fällen nachgeholfen haben.
 
Die Wetterlage war gewitterig, sehr schwül und feucht. Sofort nach Sonnenuntergang zog Dunst auf. Die Gegend um Rattana Wapi ist sehr dunkel, also gut geeignet für solche Beobachtungen.
 
Im Fernglas sehen die Bälle unscharf aus, wie ein zerfließender Pudding oder eine Amöbe, die sich in alle Richtungen gleichzeitig bewegt. Ich dachte erst, das Fernglas sei defekt oder falsch fokussiert, etwa ähnlich weit entfernte Lichter waren jedoch scharf zu sehen. Einige Feuerbälle konnten wir fotografieren, man sieht aber auch nicht mehr als einen roten Klecks von wenigen Pixeln Größe.
 
Ich kann über die Echtheit nur spekulieren, da ich nicht weiß, wie die echten Feuerbälle aussehen. Möglicherweise waren sie auch alle echt, denn an anderen Orten, wo man sie dringend gebraucht hätte, waren diesmal fast gar keine zu sehen.
 
In Phon Phisai, wo die meisten Besucher hinfahren und wo aus diesem Anlass ein mehrtägiges großes Fest veranstaltet wird, wurden dieses Jahr nur 4 Kugeln gesehen und im letzten Jahr nur zwei. So wie es aussieht, werden die Feuerbälle von Jahr zu Jahr weniger und Rattana Wapi ist noch ein geeigneter Beobachtungsort.
 
Auch über Teichen und Feldern sollen Feuerbälle erscheinen, es konnte uns aber niemand sagen, wo genau. Das sei eher unsicher und vom Zufall abhängig, mal hier und mal dort. Woraus die Feuerbälle bestehen und warum sie gerade an diesem Fleck der Welt zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt auftreten, ist nach wie vor ein Mysterium.
 
Wilfried Heil (09.11.2010, letzte Änderung am 11.11.2010)
 
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine überarbeitete und ergänzte Fassung. 
Bisherige Veröffentlichungen des ursprünglichen Artikels:
Siam-Journal (Printausgabe) Nr. 46 (2003) -vergriffen/Erscheinen eingestellt-
Siam-Journal (Onlineausgabe bei Thailife) Nr. 46 (2003) -nicht mehr verfügbar- [1] 
Journal für UFO-Forschung (Printausgabe) Nr. 151 (1/2004), GEP e.V. 
 
Letzte Aktualisierung dieses Artikels: 19.08.2012
 
[1] Der Artikel diente Norbert Hagemann als Information und Grundlage für seine Story Nagaland [PDF-Format] (06.12.2004).
 

 
Der Traum unsichtbar zu sein
Die Tarnkappe - ist sie in Thailand Realität?
Von © Axel Ertelt
 
Aus zahlreichen Legenden und Mythologien der Welt kennen wir sie: die Tarnkappe. Gab es sie wirklich? Gibt es sie vielleicht noch? Wird es sie einmal geben? Fragen, auf die es bis heute keine rationale und befriedigende Antwort gibt.
 
Etwas unsichtbar zu machen – dies ist seit jeher der Traum der Menschheit. Der aus Russland stammende Wissenschaftler, Sachbuchautor und Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Jacques Bergier, war überzeugt, dass dies zumindest in beschränktem Maße technisch möglich ist. [1] Viele Mythologien berichten jedoch, dass solche Praktiken in tiefer Vergangenheit fast schon zur Tagesordnung gehörten. Eine der bekanntesten Überlieferungen ist die der Tarnkappe. Der Zwerg Laurin besaß eine Tarnkappe, die später Siegfried im Nibelungenlied trug. Und auch der germanische Gott Thor legte ein Schutzschild um sich, das ihn unsichtbar machte, als er mit Utgartloki kämpfte.
 
In England war es der Zauberer Merlin, der sich mittels magischer Kräfte unsichtbar machte, in Griechenland erhielt der Meeresgott Poseidon von seinen Söhnen, den Zyklopen, eine Tarnkappe und der Held Perseus besaß einen Hadeshelm, der ihn unsichtbar machen konnte und ursprünglich dem Totengott Hades gehört haben soll. Auch Äneas und seine Mannen, alle Helden der griechischen Mythologie, erhielten von der hellenischen Liebesgöttin Aphrodite ein Nebelgewand, das sie für die Blicke der ihnen nicht wohl gesonnenen Götter unsichtbar machte. Auch der berühmte griechische Schmied Hephaistos konstruierte unsichtbare, automatisch zuschnappende Fesseln, mit denen er seine Gemahlin Aphrodite und ihren Geliebten Ares ans Bett kettete.
 
In Irland besaß der berühmte und mächtige Zauberer Manannam mac Llyr (auch als Mac Lir bekannt) einen Mantel, der ihn unsichtbar werden lies. In Indien beschützte das Königspaar der Schlangen, Dharanendra und Patmavati, einen brahmanischen Weisen vor den Dämonen, indem sie ihm ihre unsichtbar machenden Kappen überließen. Ebenfalls in Indien warf der Gott Yama seinen Feinden unsichtbare Schlingen über die Köpfe und nach dem Tod Buddhas lebte dort der Mönch Sagata, der sich unsichtbar machen konnte, indem er einen durchsichtigen „Hautmantel“ anzog. Und im Tibet besaß der jüngste Paladin des tibetanischen Gottkönigs und Heroen Ge sar eine Tarnkappe.
 
So könnte man diese Liste noch um einige Seiten erweitern, was aber an dieser Stelle zweifellos zu weit führen würde. Erinnern wir uns auch an den „Wunderschirm“ von Thotsanken in der Thaimythologie, mit dem dieser gleich eine ganze Stadt unsichtbar werden lässt. (Vgl.:Sagenhafte Geschichten um das Volk rätselhafter Herkunft, Abschnitt: „Götterkrieg“ in grauer Vorzeit)
 
In den nördlichen Regionen Thailands erzählt man sich allen Ernstes eine merkwürdige Geschichte, wonach es einigen Personen tatsächlich möglich sein soll, sich für ihre Mitmenschen unsichtbar zu machen. Erstmals hörte ich durch Zufall von meiner Frau Thawee davon, die ursprünglich aus der Gegend von Korat (Nakhon Ratchasima) in Nord-Thailand stammt. Während ich mich mit meinem Freund Wilfried Stevens über das Thema Tarnkappe unterhielt, hörte sie aufmerksam zu. Schließlich bemerkte sie: „Das ist in Thailand kein Problem, dass sich jemand unsichtbar machen kann. Das gibt es dort öfter!“
 
Völlig überrascht von dieser Aussage schauten wir uns verdutzt an. Doch dann versuchten wir, von ihr mehr darüber zu erfahren. Aber außer der Tatsache, dass dazu die Haut einer „bestimmten“ Schlange notwendig sei, wusste sie nichts. „Mein Vater hat das aber selbst schon gesehen!“
 
Skepsis und Zweifel kamen in mir auf. Hatte meine Frau auch wirklich verstanden, um was es hier ging? Und hatte sie die Erzählungen ihres Vaters richtig interpretiert? War es vielleicht nur ein Märchen, das er einmal erzählt hatte? Es half nichts, mehr war zu diesem Zeitpunkt nicht herauszubekommen. Meine weiteren Recherchen zum Thema musste ich also auf die nächste Thailand-Reise verschieben, die ein halbes Jahr später stattfand.
 
An einem warmen Januarabend 1991 war es schließlich soweit. Wir saßen in einer gemütlichen Runde im Hause meiner Schwiegereltern in Tapsong beisammen. An diesem Abend herrschte die typische Atmosphäre, wie man sie in Thailand nur auf dem Lande, weit weg von hoch technisierter Industrie- und Touristenzivilisation, erleben kann. Nun war also endlich der Zeitpunkt gekommen, im Fall der „Schlangen-Tarnkappe“ Näheres in Erfahrung zu bringen. Gespannt warteten wir auf die Ausführungen, die uns mein Schwiegervater zu bieten hatte.
 
Wir, das waren unser Freund Wilfried Briegel, meine Frau Thawee und ich. Und dann fing mein Schwiegervater an zu erzählen: „Vor ungefähr 12 Jahren, genau erinnere ich mich nicht mehr an das Jahr, war ich in der Nähe von Korat mit vielen anderen Leuten bei einer Reisernte beschäftigt. Und da war auch jener Mann dabei, der diesen ‚Hut‘ besaß. Immer wenn er ihn aufsetzte, konnte er von den umstehenden Personen nicht mehr gesehen werden. Ich bin selbst mehrmals Zeuge dieser Demonstration geworden, und niemand hätte zu sagen vermocht, was der Mann gerade tat, als er unsichtbar war.“
 
Hatte ich erhofft, hier dem Geheimnis der Tarnkappe endgültig auf die Spur zu kommen und keine Mühe und Kosten gescheut, den geheimnisvollen Mann mit seiner merkwürdigen Tarnkappe aufzusuchen, um mich vom Sachverhalt selbst zu überzeugen, so musste ich erfahren, dass der Mann bereits seit ein paar Jahren tot war. Niemand wusste, was aus seinem „Hut“ geworden war. Und so hatte er offenbar den größten Teil seines Geheimnisses mit ins Grab genommen.
 
Doch so schnell gab ich mich nicht geschlagen und bohrte weiter, wollte alles ganz genau wissen und versuchte Näheres von meinem Schwiegervater zu erfahren. Er war schließlich der einzige, greifbare Augenzeuge. Viel kam dabei allerdings nicht mehr heraus. Gerade soviel, dass der „Hut“ aus der abgestoßenen Haut einer Netzpython bestanden habe. Eine solche zu finden entspricht einem wahren Glücksfall. Doch wem es gelingt, der hat die Macht sich unsichtbar zu machen – so jedenfalls erzählt man es sich in Thailand.
 
Um nun jedoch sinnlosem Massaker an wehrlosen Pythons vorzubeugen: Es hat keinen Zweck, Pythons zu jagen, um diesen dann „das Fell über die Ohren zu ziehen“. Das nützt nichts! Es muss die von der Schlange selbst abgestoßene Haut sein. Und dies funktioniert außerdem nicht in Gefangenschaft – so heißt es! Nur dann kann man wirklich das gewünschte Resultat erzielen, wenn man die weiteren Geheimnisse dazu kennt.
 
Was ist nun wirklich dran an dieser Geschichte? Ich habe keinen Grund, meinem Schwiegervater nicht zu glauben, nicht nur weil er den Wahrheitsgehalt beteuert, sondern weil solche Geschichten in den ländlichen Gegenden Nord-Thailands häufiger zu hören sind. Und die einheimische Bevölkerung nimmt sie durchweg ernst und als bare Münze.
 
Die ganze Geschichte mit der „Tarnkappe der Python“ erinnert mich an eine Begebenheit, die ich vor Jahren in einer Wochenzeitschrift [2] gelesen habe und die bei Chiang Mai, im Norden Thailands, stattgefunden haben soll. Während einer Reisernte, bei der Filmaufnahmen gemacht wurden, verschwand einer der Reisbauern von einem Augenblick zum anderen und wurde nicht mehr gesehen. Zufällig wurde das Verschwinden gefilmt, und die entsprechende Bildfolge in der Zeitschrift abgebildet. Während der Reisbauer auf dem einen Bild noch deutlich und scharf erkennbar war, ist er auf dem nächsten nur noch schemenhaft und undeutlich auszumachen. Das nächste Bild ist wieder ganz klar, doch der Reisbauer ist verschwunden. Leider konnte ich keine weiteren Angaben zu diesem Fall herausfinden, da der Artikel ohne Autoren- und Quellenangabe erschien, die Redaktion der Zeitschrift später gewechselt hat und inzwischen wurde sie sogar ganz eingestellt.
 
Zugegeben, auch dies klingt phantastisch, mehr nach Märchen als nach Tatsache. Und dennoch: In Thailand ist man felsenfest überzeugt davon, dass die Tarnkappe existiert. Was also steckt wirklich hinter diesen sonderbaren Schilderungen? Wunschdenken, Suggestion, der Glaube an ein altes Märchen? – Oder ist hier etwas gang und gebe, was wir uns in unserem rational gestalteten Leben einfach nicht vorzustellen vermögen und deshalb als Unsinn beiseite schieben?
 
Anfang des Jahres 1998 wurde auf dem Privatsender Pro 7 eine Dokumentation über die Geheimnisse unserer Welt und über die Zukunftsperspektiven der Menschheit ausgestrahlt. [3] Darin ging es in der ersten Folge auch um die „Tarnkappe“. Und diese scheint tatsächlich bereits in der Entwicklungsphase zu sein, denn es wurde schon eine Sensortechnik entwickelt, mit der der Hintergrund des Objektes aufgenommen und auf dessen Vorderseite reproduziert werden kann. Der Erfolg ist verblüffend und beim bewegungslosen Objekt bereits nahezu perfekt. – Das könnte uns phantastische Perspektiven für die Zukunft eröffnen.
 
Übrigens: Es gibt auch eine Thai-Vokabel für den Begriff „Tarnkappe“: muak hai tua. Das setzt sich zusammen aus den Begriffen „muak“ (= Hut) und „hai tua“ (= verschwinden/unsichtbar machen). Und wenn etwas unsichtbar ist, dann ist es „long hon“ oder „meng mai hen“, was beides „unsichtbar“ bedeutet.
 
[1] Bergier, Jacques: „Vorstoß an die Grenzen des Möglichen“; Albert Müller Verlag AG, Rüschlikon (Zürich) 1972, S. 171ff.
[2] „Neue Weltschau“: „Ein Mann verschwand spurlos – Fernsehteam war Zeuge“; in: „Neue Weltschau“ Nr. 37/79, Pabel Verlag, Rastatt 1979.
[3] „Pro 7“: „Future Fantastic (1)“; Dokumentation, GB 1996, ausgestrahlt von „Pro 7“ am 11.01.1998.
 

 
Das Streben der Thais nach der Unverwundbarkeit
Von © Axel Ertelt
 
Die bei uns wohl bekannteste Legende über die Unverwundbarkeit ist die Siegfried-Sage des Nibelungenliedes. Siegfried badete bekanntlich im Blute des von ihm erlegten Drachens und wurde so unverwundbar. Es gab nur eine Stelle am Körper, wo das Blut des Drachens nicht hingekommen war, weil sich während des Badens dort ein Blatt auf seiner Haut befunden hatte. Und so konnte er, durch Verrat, doch noch getötet werden...
 
Kaum bekannt ist aber, dass schon im alten Siam ebenfalls der Glaube herrschte, dass man sich unverwundbar machen könnte. Bereits der bekannte Reiseschriftsteller der wilhelminischen Ära, Ernst von Hesse-Wartegg, berichtet in seinem 1899 erschienenen Buch über Siam [01] von einem alten Brauch, mit dem man angeblich die Unverwundbarkeit erlangen konnte. Notwendig dazu waren „allerlei Mittelchen“, die für einen aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts recht merkwürdig und dubios klingen. Doch nicht in Siam allein, sondern in den gesamten Schanstaaten herrschte diese Überzeugung.
 
Dass dieser Glaube nicht nur vereinzelt war, sondern offenbar zum Alltagsleben gehörte, bezeugt Hesse-Wartegg mit seinen Worten, dass „fast alle Männer“ irgendwelche Wundermittel für diesen Zweck besaßen. Sie trugen dafür „unter den Kleidern einen Gürtel mit Täfelchen aus Büffelhorn, Schildpatt, Gold, Silber oder Kupfer, auf welche mysteriöse Beschwörungsformeln graviert“ [02] waren. Aber auch eine ganze Reihe dieser Täfelchen, auf einer Schnur gereiht und um den Hals getragen, sollte den gleichen Zweck erfüllen.
 
Diese Praktiken waren unter Umständen nicht sehr Erfolg versprechend, wenn der Betroffene einen gefährlichen Beruf ausübte. Die Täfelchen am Gürtel oder an der Kette um den Hals konnten verloren gehen und in Gefangenschaft leicht entwendet werden. So wäre der Zauber wirkungslos geworden. Deshalb benutzten besonders gefährdete Personen wie beispielsweise Soldaten, Jäger, Boten, Reisende und Holzfäller – aber auch Straßenräuber – ein ganz markantes Versteck für die magischen Täfelchen: Sie versteckten sie unter der Haut!
 
Der Schriftsteller Hallett, den Hesse-Wartegg als eine der ersten Autoritäten zu Siam beschreibt, soll viele Schans gesehen haben, auf deren Brust mehrere Beulen die Stellen anzeigten, wo solche Talismane verborgen waren. Ähnliches berichtet auch der Missionar Abbé Chevillard. Er gibt an „Birmanen getroffen zu haben, welche auf den Armen, Schenkeln und auf der Brust mit derartigen Beulen und Narben tiefer Schnitte bedeckt waren“. [03] Der Missionar, der während seines langjährigen Aufenthaltes in Hinterindien viele dieser Leute bekehren wollte, musste die Erfahrung machen, dass er die Menschen „in keiner Weise“ von diesem Aberglauben heilen konnte.
 
Die Erfahrung hat gezeigt, dass all diese Wunder- und magischen Zaubermittel unter Umständen nichts nutzten. Trotz dieser Mittel und Vorsichtsmaßnahmen wurden viele verwundet oder gar getötet. Aber auch diese Tatsache konnte den Glauben an die Unverwundbarkeit nicht erschüttern. Schließlich war ja alles ein Zauber irgendeines Gottes. Und es gab viele Götter und viele Zauber, starke und weniger starke. Wurde also jemand trotz des Zaubers verwundet oder getötet, so hatte der Gegner eben einen besseren Zauber gehabt. Jedes Mittel hat immer ein Gegenmittel und alles funktioniert nur solange, wie der Glaube daran anhält. Der Glaube kann ja bekanntlich Berge versetzen.
 
Selbst die Menschen der gehobenen Klasse glaubten vor 100 Jahren noch an diesen Zauber. Ein besonders schön überliefertes Beispiel dazu stammt aus der Zeit Ludwigs XIV von Frankreich. Als die erste siamesische Gesandtschaft nach Europa kam und während ihres Aufenthaltes an einem Truppenmanöver teilnahm, wollte der König die Gesandten durch die Wirkung der Gewehrkugeln in Schrecken versetzen. Doch der Gesandte ließ sich nicht aus der Fassung bringen und antwortete dem König: „Sire, unsere Truppen haben keine solchen Waffen, aber wenn die französischen Truppen auf sie schössen, so würden die Kugeln vor ihnen zu Boden fallen, ohne sie zu verletzen.“ [04]
 
In einer „offiziellen thailändischen Chronik“ [05] ist zu dieser Episode zu lesen, dass der Gesandte – der gleichzeitig der erste thailändische Botschafter in Frankreich war – König Ludwig XIV zusätzlich in höchstes Erstaunen versetzte, als er ihm erzählte, dass auch er ein Amulett besäße das ihn gegen die Gewehrkugeln immun mache.
 
„Bei der daraufhin unverzüglich angeordneten Demonstration fielen, so die Chronik, die Kugeln des Exekutionskommandos wirkungslos zu Boden, bevor sie ihr Ziel erreichen konnten.“ [06, 07] An anderer Stelle heißt es auch: „...die Kugeln prallten von ihren Körpern ab.“ [08]
 
Auch heute noch sind Amulette oder Talismane in Gebrauch, denen übernatürliche Kräfte zugeordnet werden. [09] Die Bezeichnung dazu ist Khrüang-Raang. Neben anderen nützlichen Effekten sollen sie ebenfalls – zumindest einige von ihnen – unverwundbar machen. So genannte „Buddha-Amulette“ sollen auch diese Kraft besitzen. Sie werden häufig aus einer Mischung aus Kalk und geheiligtem Wasser, dem oft weitere geheimnisvolle Zutaten beigemischt werden, gepresst. Der besseren Haltbarkeit wegen trägt man sie in der Regel, in einen Messing- oder Goldrahmen mit einer Glas- oder Kunststofffront versehen eingefasst, an einer Kette am Hals. Für die Ärmeren genügt zur Not auch der Sakhot, ein weißer oder farbiger Faden, der, um das Handgelenk gebunden, vor Unglück und auch vor Geistern schützen soll.
 
Beim Wat Rajanadda [10] an der Ecke Rajdamnoen Road/Mahachai Road in Bangkok befindet sich ein praktisch in ganz Thailand bekannter Amulett-Markt, auf dem „Amulette aller Größen, Formen und Stilarten“ verkauft werden. Auch diverse andere Zaubermittel (phra phim) sind hier erhältlich. Viele der dort angebotenen Glücksbringer sollen ihre Träger „vor körperlichem Leid bewahren“, was nichts anderes als Unverwundbarkeit bedeutet. [11]
 
„Besonders beliebt sind Amulette, die den Träger so unverwundbar machen, dass ihm weder Messer noch Kugeln etwas anhaben können“. [12] Diese sind auch für thailändische Verhältnisse recht teuer, werden aber offenbar trotzdem gut verkauft: „Amulette, denen eine besonders starke Kraft zugesagt wird, kosten Tausende von Baht und werden von Soldaten, Taxifahrern und anderen Gläubigen getragen, die in besonderen Risiko-Berufen arbeiten.“ [13]
 
Eine andere, heute weit verbreitete Methode die Unverwundbarkeit zu erlangen, sind spezielle Tätowierungen (sak). Sie sollen im günstigsten Fall sogar so unverwundbar machen, dass dem Tätowierten selbst Messer oder Kugeln nichts anhaben können. Allerdings muss die Tätowierung von einem eingeweihten Tätowiermeister (Khru sak) angefertigt werden. Dies geschieht dann unter Rezitation von magischen Formeln. („Die wirksamsten dieser magischen Tätowierungen sollen den Träger gar unverletzlich machen.“ [14])
 
Aber auch heute gibt es noch die Methode, unverwundbar machende Talismane unter der Haut zu verstecken. Allerdings sind sie bedeutend kleiner als die früheren Täfelchen. Es handelt sich dabei um das Leglaay [15], kleine und angeblich recht zauberwirksame Metallkügelchen, denen häufig noch heilige Zeichen und Buchstaben eingraviert werden. Sie werden, meistens im Bereich des Oberarmes, unter der Haut implantiert, wo sich eine schwellungsähnliche Erhebung bildet. Diese Methode führt häufig zu schmerzhaften Hautinfektionen und wohl seltener zur Unverwundbarkeit, was die Thais jedoch nicht von ihrem Wunderglauben abhält. [16] Wie kürzlich bekannt wurde, verwendet man manchmal zu diesem Zweck heute auch Kügelchen aus Gold oder kleine Edelsteine, da diese seltener zu Infektionen und Entzündungen führen. Auch diese werden allgemein als Leglaay bezeichnet – obwohl sie nicht aus diesem Metall sind.
 
Knapp zehn Kilometer südlich von Kraburi zweigt eine kurze Zufahrt vom Highway 4 zur Tham Phra Kayang Höhle ab. In ihr befinden sich prähistorische Wandmalereien. Sie gilt aber auch als Fundort des legendären Leglaay, dem „magischen“ Metall, das unverwundbar machen soll. Was aber ist das geheimnisvolle Leglaay eigentlich? Es soll sich um ein eisenähnliches Metall handeln, das vermutlich nur in der Tham Phra Kayang Höhle gefunden wird. Es ist angeblich hart und elastisch wie Gummi zugleich. Daher soll es sich wie Wachs formen lassen. Weitere Informationen darüber liegen leider nicht vor und lassen sich offenbar, wenn überhaupt, auch nur sehr schwer beschaffen. Touristen seien aber gewarnt: Viele Fälschungen aus ganz normalem Eisen werden für teures Geld als Leglaay an die gutgläubigen Farangs verkauft...
 
Meine Frau Thawee bestätigte mir, dass sie noch Ende der 70er Jahre oft gehört hat, wie sich die Menschen in Thailand über die Unverwundbarkeit unterhielten. Und von ihrem Vater hatte sie damals gehört, dass der Zauber im Laufe der Zeit nachlässt und daher der Ritus bzw. auch die magischen Formeln jedes Jahr erneuert werden sollten. Wer dies nicht machte, der verlor mit der Zeit seine Unverwundbarkeit. So langsam scheint dieser Glaube aber auch in Thailand in Vergessenheit zu geraten, denn heute wird man in der Öffentlichkeit nur noch selten mit dem Thema konfrontiert.
 
Thawee erinnert sich jedoch noch an eine Geschichte zu diesem Thema, die in einer geselligen Runde erzählt wurde, bei der sie mit ihrem Vater zugegen war: Ein „Buddhist“ (damit meinte sie in diesem Fall einen Mönch) aus Banchang führte vor einiger Zeit (das muss ca. 1986 gewesen sein) seine Unverwundbarkeit vor. Er ließ sich dabei mit der scharfen Klinge einer Machete kräftig auf den Körper schlagen. Obwohl die Schneide so scharf war, dass man mit einem kräftig geführten Hieb durchaus jemanden die Gliedmaße durchtrennen konnte, zeigten sich keinerlei Verletzungen am Körper des „unverwundbaren Mönches“. Was steckt hinter solchen Vorführungen? Ist alles nur Show und Trick? Eine Illusion wie beispielsweise bei den Kunststücken des bekannten „Zauberers“ David Copperfield? Oder steckt mehr dahinter und gibt es sie wirklich, die Unverwundbarkeit?
 
Eine andere – recht makabre – Art die Unverwundbarkeit zu erlangen betreibt der Padaung-Stamm, von dem es heute nur noch um die 7.000 Angehörige geben dürfte. Der bekannteste Ort in Thailand, der zum Padaung-Stamm gehört, ist Nam Phlang Din. Ihn erreicht man während eines Tagesausfluges per Langschwanzboot von Mae Hong Song aus. Mae Hong Song liegt etwa 250 Kilometer nordwestlich von Chiang Mai, direkt an der Nationalstraße 108 und in unmittelbare Nähe der Grenze zu Myanmar. Nam Phlang Din ist ein reines Dschungeldorf, das aus gut zwei Dutzend Hütten besteht, die fast völlig von Bambus und Lianen verdeckt, am Ufer des Mae Nam Pai liegen. Hier leben ein paar hundert Angehörige des Padaung-Stammes, die vor der Militärjunta aus Myanmar geflohen sind. Die weiblichen Mitglieder des Stammes sind die weltbekannten und berühmten „Giraffenfrauen“.
 
Sie werden so genannt, weil sie sowohl nach einem uralten Schönheitsideal, als auch wegen relativer Unverwundbarkeit vom 6. bis 25. Lebensjahr Messingringe (früher bestanden diese Ringe aus Gold) um den Hals gelegt bekommen. Dies geschieht mindestens einmal pro Jahr während einer speziellen Feier für dieses Zeremoniell. In der Regel sind es die Ehemänner, die den Frauen die Ringe anlegen. Dabei wird vorher die Haut mit einer dicken Fettsalbe und Tüchern geschützt. Aus dieser Zeremonie leitet sich auch der Name der Padaung ab. „Pa“ bedeutet soviel wie „drumherum“ und „Daung“ ist „glänzendes Metall“; also: glänzendes Metall, das „drumherum“ – um den Hals – gelegt wird.
 
Das kann soweit ausarten, dass einige Padaung-Frauen ihr Leben lang bis zu sieben Kilogramm Messing mit sich herumschleppen müssen. Auch an Arme und Beine werden viele Ringe angebracht. Die Frauen, die die meisten Ringe tragen, sind im ganzen Dorf hoch angesehen. Als drakonische und beschämende Stammesstrafe – zum Beispiel wegen Ehebruchs – können diese Ringe wieder entfernt werden. Eine so bestrafte Frau muss dann ihren unnatürlich in die Länge gezogenen Hals abstützen, denn die Deformierung der Wirbel und Muskulatur lässt dann im Extremfall kein normales Leben mehr zu. Im schlimmsten Fall muss sie den Rest ihres Lebens nur noch liegend verbringen.
 
Nach den Überlieferungen der Padaung soll diese Prozedur, mit der der Hals der Frauen unvermeidbar drastisch in die Höhe gestreckt wird (daher der Name „Giraffenfrau“) eine optische Verwandtschaft zu den Geistern und Dämonen aus der Schlangen- und Drachenwelt des Volkes bewirken. Gleichzeitig soll dies die Frauen auch vor „ihren gefährlichen Verwandten“ sicherstellen und sie unverwundbar gegen Panther-, Tiger- und Bärenangriffe machen. Der Reiseführer-Autor Wolfhart Berg merkt dazu an: „...was ja in etwa logisch ist, da Kehle und Halsschlagader (durch die Ringe) unverletzbar sind“. [17]
 
[01] Hesse-Wartegg, Ernst von: „Siam das Reich des weissen Elefanten“; Verlags- buchhandlung von J. J. Weber, Leipzig 1899 (S. 202).
[02] Hesse-Wartegg, Ernst von: a. a. O., S. 202.
[03] Hesse-Wartegg, Ernst von: a. a. O., S. 202.
[04] Hesse-Wartegg, Ernst von: a. a. O., S. 202.
[05] „APA Guides Thailand“; [APA Publications (HK) Limited] RV Reise- und Verkehrsverlag, Stuttgart 1991 (S. 53).
[06] „APA Guides Thailand“; a. a. O., S. 53.
[07] „APA Guides Thailand“; [APA Publications (HK) Limited] RV Reise- und Verkehrsverlag, Stuttgart 1993, aktualisierte und erweiterte Neuauflage mit leicht geändertem Text (S. 64).
[08] Krack, Rainer: „Bangkok und Südthailand“; DuMont Buchverlag, Köln 1990 (S. 50f). Vgl. dazu auch: Krack, Rainer: „Thailands Süden mit Bangkok“; Peter Rump Verlag, Bielefeld 2000.
[09] Leinen, Wolfram & Peters, Jens: „Thailand Reise-Handbuch“; Jens Peters Publikationen, Berlin, 2. erweiterte und aktualisierte Auflage, Oktober 1991 (S. 32f).
[10] Es gibt hier unterschiedliche Schreibweisen, da es bisher keine einheitliche Übersetzung aus dem Thai gibt. Eine andere gebräuchliche Schreibweise ist auch: „Wat Ratchanatda“.
[11] Cummings, Joe: „Thailand“; Schettler Travel Infos, Bd. 16, Schettler Travel Publikationen, Hattorf, 2. Auflage 1988 (S. 136f).
[12] Krack, Rainer: „Thailand Handbuch“; Peter Rump Verlag, Bielefeld, 3. Auflage 1991 (S. 138 f).
[13] Krack, Rainer: „Thailand Handbuch; a. a. O. [s. 12], S. 138f.
[14] Bolik, Rainer & Jantawat-Bolik, Siriporn: „Thailand“; Reihe: „Land und Leute“, Polyglott-Verlag, München 1992 (S. 9).
[15] Andere Schreibweisen sind auch: „Leklai“ oder „lek-lai“.
[16] Krack, Rainer: „Kulturschock Thailand“; Peter Rump Verlag, Bielefeld, 1. Auflage 1991 (S. 21, 230).
[17] Berg, Wolfhart: „Thailand“; Schroeder Reiseführer, Bruckmann Verlag, München, 1. Auflage 1992 (S. 247f).
 

 
Das Leben Buddhas
von © Axel Ertelt
 
Der Buddhismus ist eine der großen Weltreligionen. Und doch unterscheidet er sich von den anderen in einem wichtigen Punkt. Es gibt im Buddhismus keinen Gott, den man anbeten könnte, denn Buddha hat nach der buddhistischen Lehre das Nirvana erreicht. Dies ist kein Ort im allgemeinen Sinn, sondern eher ein Zustand – ohne die Möglichkeit eines Kontaktes heraus oder herein.
 
Folglich kann Buddha auch keine Gebete hören oder gar Einfluss auf diese Welt nehmen. Nirvana ist das Ende allen Übels, allen Leids, und damit das Ziel eines jeden Buddhisten. Doch dies zu erreichen benötigt man viele tausend Leben und nur, wer die vollkommene Stufe erreicht hat, so wie Buddha selbst, der kann das Nirvana erreichen. Den Umständen nach erscheint das Nirvana dem Normalsterblichen unerreichbar.
 
Die frühen Leben Buddhas
 
Nach der buddhistischen Auffassung kann nur derjenige ein Buddha werden – und danach das Nirvana erreichen – der sich in seinen früheren Existenzen entsprechend verhalten hat. Die Vorstufe zum Buddha wiederum ist der Bodhisattwa. Also muss man davon ausgehen, dass auch der Buddha Siddharta Gautama viele Leben vor seinem „Buddha-Leben“ gehabt hat. Drei davon sind besonders schön ausgeprägt überliefert – soweit man dabei überhaupt von einer „belegbaren“ Überlieferung sprechen kann. Es handelt sich somit um Legenden, die im Buddhismus gelehrt werden.
 
Da haben wir zuerst einmal „die Geschichte von Sumedha, dem heiligen Jüngling, der nach 100.001 Äonen in Indien als der Buddha Shakyamuni [01] wiedergeboren wurde“. [02] Demnach lebte „vor langer, langer Zeit in einer längst vergangenen Welt“ ein Brahmane namens Sumedha. Dieser lebte in der Stadt Amara. Aber die Zeit, die seitdem vergangen ist, ist mit Jahrhunderten oder Jahrtausenden nicht mehr zu beschreiben. „Es war“, so die Legende, „vor hunderttausend Weltperioden und vier unermesslichen Weltaltern.“ Schon damals machte sich dieser Brahmane ähnliche Gedanken wie in seinem späteren Leben vor der Erleuchtung zum Buddha. Und damals war es gerade eine Zeit, in der ein Buddha auf Erden weilte. Als dieser mit seiner Prozession erwartet wurde, machten sich die Leute daran, ihm den Weg zu bereiten. Schließlich kam er, und Sumedha bemerkte auf dem Weg, den der Buddha gehen würde, eine Schlammpfütze. Da der Buddha unaufhaltsam nahte, warf er sich vor ihm, mit dem Gesicht nach unten auf die Erde – in die Schlammpfütze – und bat den Heiligen, mit seinem Gefolge über ihn hinwegzugehen, damit sie sich nicht beschmutzten.
 
Dipankara, so hieß der damalige Buddha, verhielt in seinem Schritt und wandte sich der Menge mit den Worten zu: „Seht diesen Asketen voll hohen Bußeifers! In unzählbaren Äonen wird dieser Einsiedler ein erhabener Buddha werden und das Rad des Dharma in der Welt drehen, so wie ich es heute tue!“
 
Im weiteren Verlauf seiner unzähligen Verkörperungen wurde Sumedha schließlich auch als Prinz Vishvantara wiedergeboren. Bekannt wurde er im Volk durch seine Gebefreudigkeit; nichts konnte er einem Bittsteller ausschlagen. Als er schließlich den heiligen weißen Elefanten seines Vaters, des Königs, verschenkte, musste er den Königspalast verlassen und zog mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in die Einsamkeit des Waldes. Im Verlaufe des hier verlebten Einsiedlerdaseins verschenkte er auch seine beiden Kinder und seine Frau.
 
Ob dieser, im buddhistischen Sinne, guten Tat sorgte der Gott Shakra dafür, dass er seine Frau wiederbekam und seine Kinder auf herrliche Weise in den Königspalast zurück gelangten, wohin auch Vishvantara mit seiner Frau wieder zog.
 
Der Bodhisattwa im Himmel der Tushitagötter
 
Die dritte und letzte hier zur Sprache kommende Wiederverkörperung verbrachte der bisher letzte Buddha schließlich im Himmel der Tushitagötter, weil all seine Vorbedingungen zum Buddha erfüllt waren. Und dank seines Tugendverdienstes lebte er dort selbst als Gott. Aber auch das liegt schon eine Unendlichkeit zurück und sein Dasein als Tushitagott war von einer sehr, sehr langen Dauer – wie die Legende berichtet.
 
In jener Zeit geschah es auf Erden, dass es zu einem „Buddha-Aufruhr“ kam. Es gibt drei verschiedene Arten von Aufruhr, die sich auf der Erde ereignen können. Zum einen ist das der „Zyklische Aufruhr“, der den bevorstehenden Weltuntergang ankündigt und zum zweiten der „Weltbeherrscher-Aufruhr“. Dieser kündigt die Ankunft bzw. Geburt eines Monarchen an, der die ganze Welt beherrschen wird. Dann gibt es noch jenen „Buddha-Aufruhr“, der das baldige Erscheinen eines neuen Buddhas in der Welt vorhersagt. Und ein solcher brach nun aus, als der Bodhisattwa (der angehende, spätere Buddha Siddharta) als Gott im Himmel der Tushitagötter weilte.
 
„Als die Götter von zehntausend Weltsystemen des von den Vier Himmelskönigen verkündeten Buddha-Aufruhrs gewahr wurden, bestimmten sie, welches von allen Wesen Buddhaschaft erlangen sollte. So wandten sie sich an den Bodhisattwa und flehten ihn an, nicht nachzulassen in seinem hohen Streben.“ [03] So sprachen die Gesandten der Götter von den zehntausend Weltensystemen zum Bodhisattwa: „Verehrungswürdiger! Als Ihr die Zehn Vollkommenheiten betätigtet, da betätigtet Ihr sie nicht, um den Ruhm eines Herrschers über Götter oder Menschen zu erlangen. Gewisslich tatet Ihr es, um Allwissenheit zur Erlösung der Welt zu erlangen. Verehrungswürdiger, jetzt ist die Zeit für Eure Buddhaschaft gekommen.“ [04] Der Bodhisattwa prüfte genau die Bedingungen auf Erden, ob sie der Ankunft eines neuen Buddhas entsprächen, bevor er sich endgültig entschloss als Buddha auf Erden wiedergeboren zu werden. Auch suchte er sich den geeigneten Kontinent, das geeignete Land und die geeignete Mutter heraus.
 
Als dies alles geschehen war, wandte er sich an die Götter und sagte: „Verehrungswürdige! Ihr habt recht: Die Zeit für meine Buddhaschaft ist gekommen.“ [05] Danach entließ er alle Götter und Gesandten der zehntausend Weltensysteme und begab sich, nur von den Göttern des Tushitahimmels begleitet, zum Nandanahain in der Tushitahauptstadt. Hier wollte er sterben. Während er den anderen Göttern bei der Rezitation der langen Reihe seiner Verdienste lauschte, begann sein Leben von ihm zu weichen – gleich einer Blume, die verwelkt. Sein Antlitz wurde bleich und er verschied aus seinem Dasein im Tushitahimmel.
 
Das alles ist eine nette und spannende Legende, die man einfach glauben oder nicht glauben muss. Es ist dabei keinesfalls anders, als wenn wir im Christentum die Geschichten im Alten Testament lesen, die sich im Himmel des Christengottes abgespielt haben sollen. Und zu jener Zeit, als der Buddha auf Erden wiedergeboren werden sollte, schrieb man auf der Erde in etwa das Jahr 563 v. Chr.
 
Die Empfängnis des Bodhisattwas
 
Um 563 v. Chr., so die Gelehrten, wurde Buddha als Siddharta Gautama geboren. Sein Vater war nach der indischen Überlieferung Schuddhodhana aus der Sippe der Gautama vom stolzen Schakyastamm. Das war einer der wohlhabenden Kriegerstämme seiner Zeit. Er war König von Kapilavastu, einem Land am Fuße des Himalajagebirges und heute eine Stadt in Nepal.
 
Verheiratet war Schuddhodhana mit zwei Frauen, den Schwestern Maya und Mahaprajapati Gautami. Maya wurde die Mutter von Siddharta Gautama, der später zum Buddha werden sollte, und mit Mahaprajapati Gautami hatte er den Sohn Nanda und die Tochter Sundarinanda. Alle lebten zusammen in einem Palast.
 
Etwa 10 Monate vor der Geburt des Siddharta Gautama war in Kapilavastu das Vollmondfest angesagt worden. Königin Maya feierte das Fest bereits vom 7. Tag vor dem Vollmond an. Sie trank keine berauschenden Getränke und beging es mit vielen Blumen und Wohlgerüchen. Am Tag des Vollmondes badete sie in duftendem Wasser und verteilte 400.000 Münzen als Almosen. Im vollen Schmuck aß sie die erlesenen Speisen, legte die Uposatha-Gelübde ab und bettete sich im königlichen Schlafgemach zur Ruhe.
 
Im Schlaf hatte sie den folgenden, für ihren künftigen Sohn wegweisenden, Traum: Vier große Könige hoben sie von ihrem Schlaflager empor und führten sie zum Himalaja, wo sie auf der Hochebene Manosila niedergelassen wurde. Dann kamen die Königinnen und führten sie zum Anottatasee, wo Maya mit einem Bad von der menschlichen Unreinheit gesäubert wurde.
 
Anschließend wurde sie mit Wohlgerüchen gesalbt, mit himmlischen Gewändern bekleidet und mit göttlichen Blumen bedeckt. Auf einem nahen Silberberg befand sich ein goldener Palast, in dem ihr ein nach Osten ausgerichtetes Lager bereitet wurde, auf das man sie legte. Nun wurde der Bodhisattwa ein weißer Elefant. Er ging zu einem goldenen Berg, der nicht weit vom Goldpalast auf dem Silberberg entfernt lag. Dann stieg er hinab und ließ sich, von Norden herantretend, auf dem Silberberg nieder. Sein Rüssel glich einer Silberschnur und hielt eine weiße Lotosblume. Schließlich trat er trompetend in den goldenen Palast ein, machte dreimal einen Kreis um das Bett mit Königin Maya – seiner Mutter – schlug ihre rechte Seite und trat in ihren Schoß. Dadurch erhielt er eine neue Existenz.
 
Am folgenden Morgen erwachte Maya in ihrem Bett und erzählte ihrem Gemahl den seltsamen Traum. König Schuddhodhana berief 64 berühmte Brahmanen, erwies ihnen Ehre, befriedigte sie mit ausgezeichneter Nahrung und überhäufte sie mit Geschenken. Nachdem er den Brahmanen genügend Zeit gelassen hatte, sich an Speisen, Getränken und den Geschenken wohl zu tun, ließ er ihnen den Traum in allen Details erzählen und befragte sie nach seiner Bedeutung. Die Brahmanen brauchten nicht lange darüber nachzudenken und sagten:
 
 „Habe keine Furcht, o König; die Königin hat einen Knaben empfangen und nicht ein Mädchen, du wirst einen Sohn haben; und wenn er in einem Hause verbleiben wird, wird er ein König, ein Herr über die ganze Welt werden; wenn er sein Haus verlässt und der Welt den Rücken kehrt, wird er ein Buddha werden, der auf der Erde den Schleier (der Unwissenheit) fortziehen wird.“ [06]
 
Über diese Nachricht war der König hocherfreut; würden sich demnach doch all seine Wünsche nach einem würdigen Nachfolger erfüllen...
 
Vor der Geburt des Siddharta Gautama
 
Zehn Monate lang trug Königin Maya den Bodhisattwa wie Öl in einer Schale. Als die Zeit der Niederkunft gekommen war machte sie sich auf nach Devadaha, der Stadt, in der ihre Verwandten lebten. König Schuddhodhana war damit einverstanden und ließ den ganzen Weg vor ihrer Abreise mit Blumen, Fahnen und Bannern schmücken. Bei der Abreise saß die Königin in einem goldenen Tragsessel, den 1.000 Höflinge trugen. Außerdem hatte sie noch ein großes Gefolge – so die Legende.
 
Zwischen Kapilavastu und Devadaha lag ein Lusthain von Sal-Bäumen, der Lumbini-Hain [07] genannt wurde und den Bewohnern beider Städte gleichermaßen gehörte. „Zu jener Zeit waren die Bäume von den Wurzeln bis zu den Astspitzen mit Blumen übersät.“ [08] Als die Königin diesen wunderschön anzublicken Hain sah, kam in ihr der Wunsch auf, sich im Haine zu ergehen. Sie stieg von ihrem Tragsessel, schritt auf einen der Sal-Bäume zu und streckte ihre Hand nach einem der Äste aus.
 
Die Geburt des Siddharta Gautama
 
Der Ast neigte sich Königin Maya wie die Spitze eines biegsamen Bambusrohres entgegen, so dass sie ihn ergreifen konnte. Just in diesem Augenblick wurde sie von den Geburtswehen geschüttelt. Die Menschen aus ihrem Gefolge richteten einen Vorhang für sie her und zogen sich zurück. Noch stehend und den Ast in Händen haltend gebar sie.
 
Während andere Wesen bei der Geburt mit unreiner Materie behaftet sind, war dies bei dem Bodhisattwa nicht so – berichtet das Jakata über Buddhas Geburt. Der Bodhisattwa trat aus seiner Mutter „wie ein Prediger der Lehre, der vom Lehrstuhl hinabsteigt“. Unbefleckt von jeglicher Unreinheit und leuchtend wie ein Juwel auf einem Gewebe von Benares.
 
Bei der Geburt Buddhas – so wird gelehrt – erschien ein großes Licht am Himmel und die Götter neigten sich aus den Wolken, um ihm zur Seite zu stehen. Das ist eine interessante Parallele zum Christentum; zum Stern von Bethlehem, der bei der Geburt Jesu erschien. Außerdem heißt es, dass die Zeit Buddhas von einem Sternenregen begleitet war. Und auch dies geschah in den vergangenen Jahrhunderten oft zu Zeiten bedeutender Personen der religiösen Geschichte. Im indischen Raum war dies nicht nur bei Buddha so, sondern auch bei Mahavira. In China waren es Laotse und Konfuzius und im alten Israel Jeremia und Jesaja, die von einem Sternenregen begleitet wurden. Auch auf die vorsokratischen Philosophen in Griechenland und Zarathustra in Persien trifft dies zu.
 
Doch das seltsame Himmelslicht war nicht die einzige Merkwürdigkeit (oder sollte man vielmehr von Wundern sprechen?), die sich bei Buddhas Geburt ereignete: Die Tauben begannen zu hören, die Stummen zu sprechen und die Lahmen konnten wieder gehen.
 
Das waren wahre Wunder – wie es sich bei der Geburt eines Religionsstifters ziemt; könnte man meinen. Und auch dazu finden sich wieder viele Parallelen zu anderen Religionen, insbesondere auch zum Neuen Testament der Bibel.
 
Siddharta Gautamas Leben bis zur Suche
 
Über das Leben von Siddharta Gautama bis zum Verlassen seiner Familie und seines Wohlstands, um sich auf die Suche nach der Erleuchtung zu machen, ist nicht sehr viel in unseren Breiten geschrieben worden. Das Wichtigste will ich hier aber in wenigen Sätzen beschreiben, um das Bild Buddhas vollständig zu machen.
 
Bereits unmittelbar nach seiner Geburt reisten Könige aus fernen Königreichen an, um ihn auf dieser Welt zu begrüßen. Dies allein deutet schon darauf hin, dass die Geburt des Siddharta Gautama etwas Besonderes war; ihn etwas Mystisches umgab. Seine Mutter, Königin Maya, konnte dies alles leider nicht mehr miterleben, da sie wenige Tage nach der Niederkunft gestorben war. Und so wuchs Siddharta Gautama als Halbwaise auf und wurde von Mahaprajapati Gautami, seiner Tante und gleichzeitig auch seiner Stiefmutter, da Schuddhodhana ebenfalls mit ihr verheiratet war, großgezogen. Trotzdem nicht allzu viel über seine Jugend geschrieben wurde, gibt uns die Legende ein recht farbenfrohes Bild davon. So wuchs er als junger, glücklicher Prinz gleich in drei Palästen auf und wurde von seinem Vater in liebevoller Weise vor aller Berührung mit der Not, der Pein und dem Leid des menschlichen Lebens bewahrt. Sein Leben in der Jugend wird von Will und Ariel Durant als „gleich einem Gott“ [09] beschrieben.
 
Es ist schwer zu beurteilen, ob die Legende mit den Zahlenangaben nicht maßlos übertreibt. Schon die 400.000 Münzen, die Königin Maya als Almosen verteilte und die 1.000 Höflinge, die den Tragsessel seiner Mutter trugen, scheinen kaum vorstellbar und übertrieben dargestellt. Und in seiner Jugend – so heißt es – ergötzten ihn 40.000 Tänzerinnen.
 
Siddharta Gautama war Mitglied der Kschatriya-Kaste und genoss dadurch eine gründliche Ausbildung in den militärischen Künsten. Auch saß er oft zu Füßen der großen Weisen und war deshalb schon früh mit allen philosophischen Lehren seiner Zeit vertraut.
 
So konnten ihm die Schullehrer dann auch nicht mehr viel beibringen, da er das meiste bereits wusste. In manchen Dingen soll er sogar schlauer als seine Lehrer gewesen sein. In der Buddha-Biographie Lalitavistara, die aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert stammt, wird von seinem ersten Schultag berichtet, dass er ein Schreibbrett von himmlischer Farbe, das aus bestem Sandelholz hergestellt worden war, hatte. Es besaß reichliche Verzierungen aus Gold und schöne Einlegearbeiten mit Perlen. Zu seinem Lehrer Visvamitra sprach er:
 
„‚Welche Schrift, Meister, willst du mich lehren? Die Brahmi, die Kharosthi, die Puskarasari, die Schrift von Agna, Vanga oder Magadha?‘ Nachdem er unterschiedlichste Schriften aufzählte, schloss er mit den Worten: ‚Welche von diesen vierundsechzig Schriften also willst du mich lehren, Meister?‘ Da staunte Visvamitra, der Lehrer des Knaben, lächelte und sprach...: ‚Es ist erstaunlich, wie sich das reine Wesen hier auf Erden dem Brauch der Welt anpasst. Obwohl es alle Lehrbücher bereits studiert hat, ist es doch in die Schule gekommen! Schriften, deren Namen ich nicht einmal kenne, sind ihm geläufig, und doch ist es in die Schule gekommen.‘“ [10]
 
Als Siddharta Gautama großjährig wurde, stellte man ihm 500 Edeldamen vor, damit er sich von ihnen eine als Frau auswähle. [11] Im Alter von 16 Jahren heiratete er Yasodhara [12] (eine seiner Cousinen) und wurde glücklicher Vater seines Sohnes Rahula, der in Frieden, Reichtum und mit einem guten Ruf sein Leben bestritt.
 
Eines Tages, so die Legende, ging Siddharta Gautama aus seinem Palast fort. Bei seiner Exkursion sah er in den Gassen der Stadt einen sehr alten Mann im Volk. Beim nächsten Mal sah er einen Kranken und bei seinem dritten Ausflug schließlich gar einen Toten, der, von trauernden Verwandten und Freunden begleitet, zur Verbrennung getragen wurde. Dies war Grund genug für ihn, sich erste Gedanken über den Sinn des Lebens, der Geburt und des Alterns, zu machen. Dazu erzählte er bei einer späteren Gelegenheit seinen Jüngern einmal:
 
„Mit solchem Reichtum, ihr Jünger, war ich begabt, in solch übergroßer Herrlichkeit lebte ich. Da erwachte in mir dieser Gedanke: ‚Ein unwissender Alltagsmensch, ob er gleich selbst dem Altern unterworfen und von des Alters Macht nicht frei ist, fühlt Abscheu, Widerwillen und Ekel, wenn er einen anderen im Alter sieht: der Abscheu, den er da fühlt, kehrt sich gegen ihn selbst. Auch ich bin dem Altern unterworfen und von des Alters Macht nicht frei. Sollte auch ich, der ich dem Altern unterworfen und von des Alters Macht nicht frei bin, Abscheu, Widerwillen und Ekel fühlen, wenn ich einen anderen im Alter sehe? Das käme mir nicht zu.‘ Indem ich, ihr Jünger, also bei mir dachte, ging mir aller Jugendmut, der der Jugend innewohnt, unter. So, o Mönche, forschte ich vor meiner Erleuchtung, da ich selbst der Geburt unterworfen bin, nach dem Wesen der Geburt; da ich dem Altern unterworfen bin, nach dem Wesen des Alterns, der Krankheit, des Leides, der Unreinheit. Da dachte ich: ‚Was, wenn ich, da ich der Geburt unterworfen, das Wesen der Geburt erforsche ... und da ich das verderbliche Wesen der Geburt erkannt habe, den geburtlosen, den allerhöchsten Frieden des Nirwana aufsuchte?‘“ [13]
 
Dies war dann der Beginn der Erleuchtung – der Ausgangspunkt seines langen Weges in der Abgeschiedenheit – der Grund, warum er seine Familie und seinen Reichtum verließ...
 
Siddharta Gautamas Aufbruch
 
Einige Quellen [14] berichten auch davon, dass Siddharta Gautama bei seinem vierten Ausflug in die Alltagswelt einem Asketen begegnete. Die Asketen waren ausnahmslos Männer, die auch als Shramanas bezeichnet wurden. Es handelte sich dabei um wandernde Pilger auf der Suche nach einem Weg der Befreiung aus der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens. Sollte diese Begegnung tatsächlich stattgefunden haben, so dürfte sie ausschlaggebend für die Art des Beginns seiner Suche nach der Erleuchtung gewesen sein, denn genau so sah dabei seine erste Zeit aus.
 
In einer offenbar ganz spontanen Eingebung beschloss Siddharta Gautama plötzlich seine Familie und seinen Reichtum zu verlassen, fortzuziehen und ein „Asket in der Wüste“ zu werden. So schlich er eines Nachts in das Zimmer seiner schlafenden Gemahlin und blickte zum letzten Mal auf sie und seinen Sohn. Als er das Schlafgemach betrat, brannte dort eine Lampe mit wohlriechendem Öl und das Bett war mit duftenden Jasminblüten und anderen Blumen geschmückt.
 
Während Siddharta noch mit dem Fuß auf der Schwelle der Tür stand, überkam ihn der Gedanke, die Hand seines Weibes zur Seite zu schieben und seinen Sohn mitzunehmen. Doch der Umstand, dass sie dabei erwachen würde, ließ ihn von dieser Idee wieder absehen. Mit dem tröstenden Gedanken später, als Buddha, einmal wiederzukehren um seinen Sohn zu sehen verließ er schließlich alleine den Palast und ging in die Welt hinaus. Zu diesem Zeitpunkt muss er etwa 29 Jahre alt gewesen sein.
 
Der lange Weg bis zur Erleuchtung Buddhas
 
Der Morgen graute bereits, als Siddharta Gautama auf seinem Pferd Kanthaka die Stadt verließ. Am Schwanz des Pferdes klammerte sich sein treuer Wagenlenker Chauna fest. Es war sein verzweifelter Versuch den Prinzen Gautama zurückzuhalten. Doch der Versuch schlug fehl. In dieser Situation erschien ihm (vermutlich zum ersten Mal) Mara, der Fürst des Bösen, das personifizierte Böse selbst. Mara versuchte ihn, indem er ihm mächtige Reiche versprach. Doch Siddharta Gautama widerstand der Versuchung und lehnte ab. Sein Ritt ging weiter und mit einem einzigen, mächtigen Satz - so die Legende - übersprang er einen großen Strom. Da verspürte er plötzlich Lust sich umzuschauen um auf seine Heimatstadt zu blicken. Doch auch dieser Versuchung widerstand er. Weiter sagt die Legende, dass sich dann die große Erde drehte, damit er nicht zurückblicken müsste.
 
An einem Ort namens Uruvela hielt er an. Dieser war nach seinem Geschmack, erquickend, bei einem schönen Wald, einem klaren Fluss mit angenehmen Badestellen und prächtigen Wiesen ringsherum zwischen den Dörfern. Sechs Jahre lang ergab er sich hier den strengsten Formen der Askese, wobei er sich vermutlich einer Gruppe von Asketen angeschlossen hatte. Dabei übte er sich auch in den Künsten der Yogis, die schon damals im indischen Raum weit verbreitet waren. Seine Nahrung, die er zu sich nahm, war so schlicht, dass sie schlichter nicht sein konnte. Er ernährte sich fast ausschließlich von Samen und Gras und aß eine Zeitlang nur Dünger. Schließlich beschränkte er seinen täglichen Nahrungsbedarf auf ein einziges Reiskorn pro Tag.
 
„...Dann dachte ich: ,Was, wenn ich nur wenig Nahrung zu mir nähme, gerade soviel, wie meine hohle Hand fasst; Bohnensaft, Plattererbsen oder Hülsenfrüchte?' ... Mein Körper wurde außergewöhnlich mager. Die Spur meines Sitzes war wie der Fußabdruck eines Kamels; das kam vom wenigen Essen. Wenn ich mich neigte und wieder aufrichtete, waren die Knochen meiner Wirbelsäule wie eine Reihe Spindeln; das kam vom wenigen Essen. Und wie man in einem tiefen Brunnen ganz tief unten das Leuchten des Wassers sieht, so sah man in meinen Augenhöhlen ganz tief unten das Leuchten meiner Augen; das kam vom wenigen Essen. Und wie ein roher Kürbis von Regen und Sonne auswittert, so schrumpfte meine Kopfhaut vom wenigen Essen ein. Wenn ich die Haut meines Bauches anfassen wollte, fiel ich mit dem Gesicht zur Erde; das kam vom wenigen Essen. Um dem Körper zu helfen, schlug ich meine Glieder mit der Hand, und da ich so tat, fielen die brüchigen Haare von meinem Körper; das kam vom wenigen Essen." [15]
 
Nur die Haare seines Körpers dienten ihm eine Zeitlang als Kleidung. Die Kopf- und Barthaare riss er sich selbst im Sinne einer Selbstgeißelung aus. Auch stand oder lag er oft stundenlang auf Dornen um sich zu quälen. Den Staub und Schmutz ließ er seinen Körper bedecken, so dass er oft wie ein alter Baum aussah. Zu weiteren Qualen suchte er einen Ort auf, an dem Menschenleichen den Vögeln und Tieren zum Fraß ausgesetzt wurden. Häufig schlief er dann auch zwischen den stinkenden und faulenden Kadavern. Eine Praktik, die bei einem Normalsterblichen wohl reines Grauen hervorrufen muss.
 
Zum Schluss dieser Phase seines Lebens bestand die Person Siddharta Gautama praktisch nur noch aus Haut und Knochen. Völlig entkräftet und abgemagert schleppte sich sein gepeinigter Körper durchs Dasein. Ein wahres Wunder, dass dieser Mann überhaupt noch lebte. Und obwohl er die strengen asketischen Übungen mit großer Hingabe betrieben hatte kam er bei seiner Wahrheitssuche keinen Schritt weiter. Die Selbstpeinigung hatte nicht zum Ziel geführt. Dieser Gedanke kam ihm auch selbst und er stellte fest, dass ihm die Erniedrigungen und Kasteiungen die erhoffte Erleuchtung nicht gebracht hatten.
 
Das Gegenteil von all dem schien eher der Fall zu sein. Der gewisse Stolz des Siddharta Gautama auf seine Selbstkasteiung schien alle Heiligkeit, die daraus hätte erwachsen können, verfälscht und in weite Ferne gerückt zu haben. Vermutlich noch gerade rechtzeitig gelangte er zu dieser Einsicht und gab das Asketentum auf. Er verließ die Shramanas und führte sein Leben alleine weiter.
 
Dabei schlug er einen „mittleren Weg" zwischen Askese und bürgerlichem Leben ein. Das hatte zur Folge, dass er auch wieder Nahrung (wenn auch nur wenig, so aber doch ausreichend) zu sich nahm. Dieser Sinneswandel war praktisch der zweite wichtige Wendepunkt in seinem Leben und wurde später als „Erwachen" bezeichnet. Deshalb wurde Buddha teilweise auch „der Erwachte" betitelt.
 
Eines Tages ließ er sich im Schatten unter einem Bodhi-Baum nieder. So blieb er unentwegt und bewegungslos sitzen, im festen Entschluss, diese Haltung nicht eher aufzugeben bis ihm die Erleuchtung kam. „Was", so fragte er sich, „ist die Quelle des menschlichen Elends, des Leidens, der Krankheit, des Alterns und des Sterbens?" [16] In diesem Augenblick überkam ihn eine endlose Vision von Tod und Wiedergeburt, die jedes Dahinscheiden durch eine erneute Geburt aufs Gründlichste vereitelte. Jede Freude und jeder Frieden wurde so durch neue Unzufriedenheit, neue Enttäuschungen, neues Leid und neues Pein getrübt.
 
Die Überlieferung spricht von diesen langen Stunden der Meditation, dass es eine Zeit war, in der Mara erneut kam, um die Erleuchtung zu verhindern und den angehenden Buddha zu versuchen. Doch auch diesmal hatte der Fürst des Bösen kein Glück und der Gautama widerstand ein weiteres Mal.
 
In dieser Phase seines Lebens wurde er der Legende nach mehrmals von Mara heimgesucht. So soll Mara einmal zu ihm gesagt haben: „Hager und hässlich siehst du aus, dem Sterben nahe. Tausend deiner teile sind schon tot, nur eines noch lebt." Das Angebot von Mara lautete, ihn zu verschonen, wenn er sein Streben aufgeben würde. Doch Gautama ließ sich wieder nicht auf ein Geschäft mit dem Bösen ein und beharrte darauf weiter zu forschen.
 
Ein anderes Mal erkundigte sich Mara bei ihm, warum er sich denn nicht vor ihm fürchte. Die Begründung lautete, das Gebefreudigkeit und andere Tugenden in einem früheren Leben ihn heute standhaft bleiben lassen würden. Mara zweifelte und wollte einen Beweis. Darauf antwortete der Gautama: „Diese weite Erde sei mein Zeuge, indem sie in sechs mal sieben Stößen erbebe." Daraufhin erhob sich ein dröhnendes Erdbeben und der Beweis für Mara war gegeben.
 
Zurück zu Buddhas Gedanken bei der Erleuchtung: Geburt als das Übel allen Bösen? - Die Geburt, der Beginn des irdischen Daseins, eines der Grundübel unserer Gesellschaft? Die Antwort auf diese Fragen, die Buddha bei seiner Erleuchtung erhielt, ist:
 
„Weil das Gesetz des Karma neue Verkörperungen verlangt, in denen die Seele für die in den vergangenen Existenzen begangenen Missetaten Buße tut. Wenn jedoch ein Mensch ein Leben vollkommener Gerechtigkeit, unwandelbarer Geduld und Herzlichkeit gegenüber allen Wesen leben könnte, wenn er seine Gedanken den ewigen Dingen weihen könnte und sein Herz nicht an jene Dinge hinge, die vergehen werden - dann würde ihm die Wiedergeburt vielleicht erspart bleiben, und der Brunnen des Bösen würde für ihn versiegen." [17]
 
Die Erleuchtung Siddharta Gautamas zum Buddha hat schließlich doch noch stattgefunden; nach sieben mühseligen Jahren, unter einem Feigenbaum zu Uruvela, nahe dem heutige Gaya.
 
So zog er fort zu der heiligen Stadt Benares. Dort, im Tierpark Rishipatna (heute Sarnath), hielt er seine erste Predigt als Buddha unter freiem Himmel. Seine Hörer waren seine fünf Gefährten von einst, mit denen er eine ganze Zeit des Weges bestritten hatte. Diese fünf Asketen hatten ihn verlassen, als er sich dem „mittleren Weg" hingab. Die Predigt ist als „Dharma-cakra-pravartana" (= das in Bewegung setzen des Rades der Lehre) in die Geschichte eingegangen.
 
Auf die Zeit, die Siddharta Gautama Buddha predigend und lehrend bis zu seinem Tod verbrachte, will ich hier nicht näher eingehen. Gute Quellen berichten, dass er für diese Aufgabe noch gut 40 Jahre, wahrscheinlich ziemlich genau 44 Jahre, Zeit verbringen konnte (oder musste?), bevor er sein irdisches Leben beendete. Erwähnenswert scheinen mir aus dieser Zeit jedoch noch seine Besuche in seiner Heimatstadt und bei seiner alten Familie.
 
Buddhas Besuch in Kapilavastu
 
Über den ersten Besuch in Kapilavastu - nach der Erleuchtung Buddhas - gibt es eine Legende, die kaum als historische Tatsache betrachtet werden kann. Ich möchte sie hier erwähnen, weil sie zum einen als Beispiel für viele wissenschaftlich nicht akzeptablen Legenden ähnlicher Art gelten soll, und zum anderen meine diesbezüglichen Ausführungen in der Einleitung bestätigt:
 
Als Buddha nach seiner Erleuchtung „...zum ersten Mal seine Geburtsstätte Kapilavastu besuchte, hielt er nicht etwa eine tiefsinnige Rede wie jene von Benares im Tierpark Rishipatna, welche die Quintessenz seiner neuen Erlösungslehre enthielt, sondern ließ seine zaubergewaltigen, okkulten Kräfte spielen. Er schwebte vor den Zuschauern in die Lüfte empor, schnitt seinen eigenen Körper in Stücke und ließ diese unter die Leute herabfallen. Doch auf die Erde geworfen, vereinigten sich die einzelnen, blutigen Teile wieder zu einem ganzen Körper, der sich heil und voller Leben vor den Zuschauern aufrichtete." [18]
 
Wie gesagt, man weiß nicht einmal mit Sicherheit, ob hier überhaupt ein Besuch stattgefunden hat; und wenn doch, wann dies war. Einigermaßen gesichert scheint aber nachfolgende Begegnung Buddhas mit seiner Familie:
 
Als sein Vater eines Tages hörte, dass sich Buddha in Kapilavastu aufhielt, sandte er einen Boten zu ihm und lud ihn ein, einige Tage im Hause seiner Jugend zu verbringen. Buddha nahm an und sein Vater, der den Verlust des Prinzen bedauert hatte, konnte sich nun für kurze Zeit über die Anwesenheit eines Heiligen freuen. Seine Ehefrau fiel vor ihm nieder, umklammerte seine Füße und stellte sie auf ihr Haupt. Sie verehrte ihn wie einen Gott. Nun erzählte sein Vater ihm von der großen Liebe seiner Frau zu ihm:
 
„Herr, als meine Schwiegertochter vernahm, dass du gelbe Gewänder (als Mönch) trugest, legte auch sie gelbe Gewänder an; als sie vernahm, dass du nur eine Mahlzeit am Tage aßest, nahm auch sie nur eine Mahlzeit ein; als sie erfuhr, dass du dein breites Bett aufgegeben hattest, schlief auch sie auf einem schmalen Ruhelager; und als sie erfuhr, dass du Blumengewinde und Wohlgerüche aufgegeben hast, verzichtete auch sie darauf." [19]
 
Nun wollte Buddha wieder seiner Wege ziehen. Doch da kam sein Sohn Rahula und bat in seinen Orden aufgenommen zu werden. Zur Enttäuschung seiner Mutter und seines Großvaters, König Schuddhodhana, verließ nun auch er das Haus. Daraufhin wurde Prinz Nanda, der Halbbruder Buddhas, zum Thronfolger bestimmt. Aber auch dieser folgte Buddha noch während der begonnenen Krönungszeremonie - und wieder war das Königshaus ohne Thronfolger. Weitere Verwandte von ihm zogen nach; darunter seine Frau, seine Halbschwester und seine Vettern Ananda und Devadatta. Auch sie gaben ihr bisheriges, gutes Leben auf und gingen auf „Wanderschaft".
 
Die Legende ließ Schuddhodhana daraufhin betrübt mit Buddha sprechen und bat ihn, dass niemand ohne die Erlaubnis seiner Eltern dem Orden beitreten dürfe. Buddha entsprach diesem Anliegen und machte dies daraufhin zur Vorbedingung für die Aufnahme in seinen Orden.
 
Buddhas Tod in Kushinagar
 
Nicht lange vor seinem Tod wurde Buddha von seinem Lieblingsschüler Ananda gefragt, wie sein späteres Begräbnis vollzogen werden solle. Daraufhin antwortete Buddha, dass er dies den gläubigen Laien und Prinzen überlassen könne. Dies wurde so interpretiert, dass man ihn auf die Begräbnisweise berühmter Leute unter einem großen Grabhügel bestatten müsse.
 
Buddhas Tod selbst ist besonders ausführlich im „Mahaparinibbana Sutta" (der Rede über den Eintritt in das endgültige Nirvana) beschrieben. Kurz vor seinem Tod wurde er demnach wieder von Mara, dem personifizierten Bösen, heimgesucht, der ihn drängte doch endlich in das Nirvana einzutreten. Buddha versicherte ihm, dass dies in Kürze auch geschehen würde. Doch das bedeutete keinesfalls einen Sieg für das Böse, da die Lehre Buddhas bereits im ganzen Land verbreitet war und sich immer mehr Anhänger fanden, die die Lehre weitergaben. Der Buddhismus war auf dem Vormarsch, und nichts konnte ihn mehr aufhalten.
 
Der Erleuchtete starb schließlich im Jahre 483 v. Chr. im Alter von 80 Jahren in Kushinagar (heute Kasia, ein Ort nördlich von Patna, unmittelbar südlich der nepalesischen Grenze). Seine letzten Worte, an seine Jünger gerichtet, lauteten: „Wohlan, Ihr Jünger, ich rede zu euch; vergänglich ist alles, was da geworden ist; ringet ohne Unterlass!" [20]
 
Sieben Tage nach Buddhas Tod wurde sein Leichnam unter höchsten Ehren und mit Zeremonien, wie sie sonst nur Königen zuteil kamen, verbrannt. Die Reste seiner Gebeine wurden unter acht Gruppen seiner Anhänger aufgeteilt. Sie zählen heute zu den wichtigsten Reliquien des Buddhismus. Über ihnen hat man bald darauf Stupas errichtet.
 
Im Jahre 1898 fand man in der Stupa des nahe gelegenen Piprawa ein Kästchen, dessen Inschrift bezeugt, dass ein gewisser Sukiti mit seinen Angehörigen diese Reliquie mit Teilen der Gebeine Buddhas hier beigesetzt hat. [21]
 
Quellen- und Literaturhinweise:
 
[1] Gemeint ist damit Siddharta Gautama aus dem Stamm der Shakya, also der (bisher) letzte Buddha, um den es in dieser Abhandlung geht.
[2] Alle drei früheren Existenzen Buddhas werden hier in Kurzform nacherzählt aus: Mitchell, Robert Allen: „Buddha - Prinz, Asket, Erleuchteter"; Kösel Verlag, München 1992, S. 17ff.
[3] Aus: Mitchell, Robert Allen: a.a.O., S. 28.
[4) Aus: Mitchell, Robert Allen: a.a.O., S. 28.
[5] Aus: Mitchell, Robert Allen: a.a.O., S. 29.
[6] Aus: Durant, Will & Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 372.
[7] Dieser Ort wird heute in der Literatur auch häufig einfach als Lumbini (im Sinne eines Ortsnamens) genannt und ist auch teilweise unter dieser Bezeichnung bekannt geworden.
[8] Aus: Durant, Will und Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 372.
[9] Durant, Will & Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 373.
[10] Zotz, Dr. Volker: „Buddha"; Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek 1991, S. 21f. Dr. Zotz wiederum beruft sich hier auf Waldschmidt, Ernst: „Die Legende vom Leben des Buddha"; Graz 1982, S. 62f.
[11] Durant, Will & Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 373.
[12] Zotz, Dr. Volker: „Buddha"; Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek 1991, S. 22.
[13] Durant, Will & Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 373. Will und Ariel Durant nehmen hier Bezug auf: Oldenberg, H.: „Buddha"; S. 112.
[14] U.a.: Parrinder, Geoffrey (Hrsg.) in: „Die Religionen der Welt"; Ebeling Verlag, Wiesbaden 1977, S. 232f.
[15] Durant, Will & Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 373. Will und Ariel Durant nehmen hier Bezug auf: Oldenberg, H.: „Buddha"; S. 65.
[16] Durant, Will & Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 375.
[17] Durant, Will & Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 375.
[18] Hermanns SVD, Prof. Dr. P. Matthias: „Das Nationalepos der Tibeter gLing König Ge sar"; Verlag Josef Habbel, Regensburg 1965, S. 181f.
[19] Durant, Will & Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 382f.
[20] Durant, Will & Ariel: „Kulturgeschichte der Menschheit"; Bd. 1, „Der alte Orient und Indien"; Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1981, S. 384.
[21] Hermanns SVD, Prof. Dr. P. Matthias: „Das Nationalepos der Tibeter gLing König Ge sar"; Verlag Josef Habbel, Regensburg 1965, S. 178f.
 

 


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