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Rezensionen
 
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Bisher auf dieser Seite enthaltene Rezensionen:

Meine Rezensionen zu Werken der Themenbereiche „Behinderung", „Pflege" und „Betreuung" finden Sie im Bereich Literatur" auf meiner Homepage Hilfe für Behinderte".


  
Phantastische Orte
Exkursionen in die Vergangenheit
Herausgegeben von Frank Grondkowski und Roland Roth
 
Das vorliegende Buch ist eine von den beiden Buchautoren Frank Grondkowski und Roland Roth herausgegebene Anthologie über „Phantastische Orte“ in Europa und der Welt. Das Vorwort des Buches verfasste der bekannte Prä-Astronautik-Buchautor Walter-Jörg Langbein. Neben den Kapiteln aus der Feder der Herausgeber verfassten auch bekannte und weniger bekannte Schriftsteller ihre Beiträge zu ihren „Exkursionen in die Vergangenheit“. Die Gastautoren sind (in der Reihenfolge ihres Auftretens im Buch): Matthias Donner, Thomas Ritter, Mike Vogler, Hans-Dieter Gau, Hans-Jürgen Schulz, Hans-Peter Jaun und Hans-Jörg Vogel.
 
In 22 Beiträgen schildern die Autoren ihre Eindrücke, Beobachtungen und Recherchen zu geheimnisvollen Orten, an denen einst unsere Vorfahren rätselhaften Kulten frönten, die uns heute unbekannt sind und für die hier oft erste Anhaltspunkte geliefert werden. Es sind Orte, deren Bedeutung die konventionelle Wissenschaft im Detail bis heute nicht restlos – oder nicht zufrieden stellend – erklären konnte. Mal sind es primitiv erscheinende Steinbauten und manchmal aber auch recht prachtvolle Stätten aus längst vergangenen Epochen. Diese, oft heiligen Orte, finden zum Teil noch bis in unsere heutige Zeit als Pilgerstätte für spirituelle Rituale eine besondere Verehrung.
 
Die Autoren der Anthologie haben diese Stätten besucht und in diesem Buch versucht sie so gut wie möglich nach ihren Möglichkeiten zu dokumentieren. Am Ende der Beiträge gibt es in der Regel umfangreiche und interessante Quellenangaben sowie auch Adressen für weitere Informationen oder Unterkünfte, die als Ausgangspunkt für eigene Exkursionen benutzt werden können. Bei ihrem Streifzug durch die Welt des Geheimnisvollen und Rätselhaften besuchten die Autoren Orte wie Goseck in Sachsen-Anhalt, wo es eine rund 7.000 Jahre alte, als Sonnenobservatorium gedeutete Kreisgrabenanlage gibt (Roland Roth) oder Nebra, gar nicht so weit von Goseck entfernt, wo die in den letzten Jahren zu großer Bekanntheit gelangte „Himmelsscheibe“ gefunden wurde, die einen eindeutigen Bezug zu den Plejaden, dem Siebengestirn, aufweist (Matthias Donner). Hierüber berichtete auch das Autorenteam Briegel/Ertelt in ihrem Buch „Die Heimat der Götter“ (2013).
 
Mit dem geheimnisvollen Klusfelsen, einer alten Mysterienstätte bei Goslar im Harz, beschäftigen sich gleich zwei der Autoren (Roland Roth und Mike Vogler). So ein wenig erinnert der Klusfelsen auch an die Externsteine im sagenumrankten Teutoburger Wald, auf die Roland Roth in einem späteren Kapitel über die Megalithkultur in Deutschland auch noch kurz eingeht.
 
Thomas Ritter entführt dann schon in entferntere Gefilde, unter anderem nach der Felsenstadt Petra in Jordanien. Hans-Dieter Gau berichtet über eine Reise in die Ost-Türkei, genauer gesagt auch nach Göbekli Tepe in Ost-Anatolien, nahe der Grenze zu Syrien. Die Entdeckung der Anlage war eine archäologische Sensation und die Erforschung stellte schon ganze Szenarien der Prähistoriker auf den Kopf, wie es einmal in „Die Zeit“ berichtet wurde. Die Entstehung der Anlage soll 12.000 Jahre zurück, in die Steinzeit, gehen. Wer sie erbaute, wozu sie diente, das sind bis heute ungelöste Rätsel. Schließlich sollen, so heißt es offiziell, bis zum Jahr 2013 erst ganze 3 % der Anlage ausgegraben worden sein. Was uns da bei den restlichen 97 % noch erwartet, dem kann mit großer Spannung entgegen geblickt werden.
 
Frank Grondkowski beschäftigt sich in einem weiteren Kapitel mit Orten in Ägypten, Teneriffa und Mexiko. Dazu stellt er neue Fragen zu alten Rätseln und betrachtet die bestehenden Theorien aus einem neuen Blickwinkel. Mit den Tempeln auf Malta beschäftigt sich Hans-Jürgen Schulz und Hans-Jörg Vogel entführt nach Island in die Stadt der Trolle, Feen und Elfen. Hans-Peter Jaun berichtet über altes polygonales Mauerwerk in Italien, das sich mit seinen riesigen Steinblöcken ganz krass vom späteren, mittelalterlichen Mauerwerk absetzt. In weiteren Kapiteln der Autoren werden weitere Mysterienorte beschrieben…
 
Alles in allem ein Buch, das durchaus empfehlenswert ist und in keiner Bibliothek fehlen sollte, die sich mit den Rätseln unserer Vergangenheit beschäftigt – in Deutschland und dem Rest der Welt.
 
Frank Grondkowski und Roland Roth: „Phantastische Orte“ (Exkursionen in die Vergangenheit); 262 Seiten mit durchgehend farbigen Abbildungen, ISBN 978-3-944315-10-2, Twilight-Line Verlag, Wasungen im April 2014, Preis: 15,95 € (Softcover-Ausgabe), 24,95 € (geb. Hardcover-Ausgabe), 4,09 € (eBook-Ausgabe bei Kindle/Amazon).
 

Der Bestattungsratgeber
kompetent – sachlich – fair
von Peter Waldbauer
 
Als ich am 10. November 2013 eine Email des Autors Peter Waldbauer erhielt, in der er mich einlud eine Rezension zu seinem neuen „Bestattungsratgeber“ zu schreiben, war ich doch ziemlich überrascht. Schließlich hatte ich zu seinem Vorgängerbuch, „Die Bestattungsmafia“, eine recht negative Kritik geschrieben.
 
Unter dem Titel seines neuen Werkes, „Der Bestattungsratgeber“, heißt es: „kompetent – sachlich – fair“. Das klingt nach einem Versprechen gegenüber dem ganzen an der Materie beteiligten Personenkreis – also auch gegenüber den Bestattern. Aber, kann das Buch dieses Versprechen wirklich halten? Neugierig geworden nahm ich den Vorschlag des Autors an und nahm dies dann wieder einmal kritisch, aber sachlich kompetent, als Autor und Fachgeprüfter Bestatter, unter die Lupe.
 
So ganz kommt der Autor, so scheint es schon im Vorwort, auch in seinem Ratgeber nicht weg – von seiner Darstellung der Bestattungsmafia und seine Seitenhiebe für die Bestatter. Das ist schade, obwohl Peter Waldbauer im Einzelfall sicher recht hat, denn es gibt dem Versprechen der Sachlichkeit und Fairness dann doch schon ganz zu Anfang einen faden Beigeschmack. Sicher ist, es gibt Schwarze Schafe in jeder Branche, auch in der Bestattungsbranche.
 
Die Ausführungen unter Kapitel „1.2. Wie viel verdient ein Bestatter“ bestehen ausschließlich aus Statistiken und suggerieren wieder des Autors Lieblingsthema von den Bestattern als Bestattungsmafia. Dabei legt der Autor seine Daten aus 2011 vor, ohne deren Quellen zu nennen. Nun ist es ja auch so, dass es zu den verschiedensten Daten die verschiedensten Quellen und Zahlen gibt. Genaue Zahlen gibt es nicht – wenigstens was die tatsächliche Zahl der Institute und Umsätze angeht. Unklar bleibt beispielsweise auch, ob bei der genannten Anzahl der Bestattungsinstitute in Deutschland (nach Waldbauer 4.400) beispielsweise die Filialen der Großen der Branche einbezogen sind oder nicht. Die zur Ideal-Lebensversicherung gehörende Bestatterkette Ahorn AG (früher Ahorn-Grieneisen) hat deutlich über 200 Filialen (die Zahlen liegen um 230 bis 250), die im Grunde als eigenständige Institute in der Statistik gesehen werden müssten. Erhebungen vom 30. Juni 2012 besagen dann auch das es in Deutschland 5.244 Bestattungsinstitute gibt. Doch auch dies ist alles relativ. Solche im Grunde nichts sagende Statistiken haben in einem Ratgeber nichts verloren und gehen weit am eigentlichen Thema vorbei.
 
Lobend erwähnt werden muss der folgende Teil bezüglich der ärztlichen Leichenschau. In aller Ausführlichkeit wird dabei auch auf bestehende Probleme mit der Ärzteabrechnung hingewiesen (siehe hierzu auch: Immer wieder Ärger mit der Leichenschau und der Todesbescheinigung). Allerdings hat sich auf Seite 21 unten ein Fehler eingeschlichen. Nicht bzw. nicht nur der „vertrauliche Teil des Leichenschauscheins“ muss beim Verstorbenen verbleiben, sondern mindestens der nicht vertrauliche Teil, da dieser so wichtige Daten enthält wie die Todesart und die Hinweise auf mögliche ansteckende Krankheiten, wie der Autor bereits auf Seite 18 richtig festgestellt hat.
 
Ab Seite 23 wird die Beurkundung eines Sterbefalles abgehandelt. Dazu sei anzumerken, dass es nicht an allen Standesämtern eine kostenfreie Urkunde für das Pfarramt gibt. In NRW beispielsweise sind es die wenigsten, wenn heute überhaupt noch. Die Gebühr für die Sterbeurkunden sind kommunale Gebühren und damit Ländersache und somit von Bundesland zu Bundesland (nicht „von Behörde zu Behörde“) verschieden. Dies sind im Großen und Ganzen gesehen vielleicht Kleinigkeiten, die so jedoch in einem Ratgeber nicht auftreten sollten.
 
Kapitel 3 handelt die Bestattungsarten ab. Auf Seite 27 ist als Vorteil einer Feuerbestattung beispielsweise aufgeführt: „Kostengünstiger als Erdbestattung“. Dies ist nur bedingt richtig, da viele Feuerbestattungen, vor allem wenn die Beisetzung in einem regulären Urnengrab auf einem heimischen Friedhof erfolgt in Etwa mit den Kosten einer Erdbestattung gleich liegen oder diese sogar übersteigen können. In der Regel sind es lediglich zwei Faktoren, die bei der Feuerbestattung gegenüber der Erdbestattung Kosten einsparen lassen. Das sind zum einen der Sarg und die Ausstattung (Deckengarnitur) und zum anderen das Urnengrab als in der Regel preisgünstigere Variante zum Erdbestattungsgrab. Andererseits wird aber vergessen, dass es bei der Feuerbestattung zusätzliche Kosten gibt, die bei einer Erdbestattung nicht anfallen. Dazu gehören beispielsweise die zweite Leichenschau, die in der Regel zusätzliche Überführung zum Krematorium, die Krematoriumskosten, Der Urnenversand oder die Urnenüberführung, die Schmuckurne. Zudem kann es durchaus vorkommen, dass auch ein hochwertigerer Sarg bei einer Feuerbestattung von den Angehörigen gewünscht wird. Alternativ kann auch ein einfacher Feuerbestattungssarg für eine Erdbestattung gewählt werden, was beispielsweise bei einer Sozial- oder Ordnungsamts-Bestattung übliche Praxis sein kann (siehe auch Seite 38f „Sozialbestattung“).
 
Zur Diamantbestattung (S. 30f) verweise ich auf meinen unter dem Pseudonym Alex Mais bei der OZ24 veröffentlichten Artikel Wenn Diamanten auf dem Friedhof beerdigt werden müssen...
 
In Kapitel 3.6. werden dann ab Seite 41 sogenannte „Sonderbestattungen“ vorgestellt. Darunter die in Schweden entwickelte Stickstoff-Ökobestattung oder die aus Nordamerika stammende Kalilaugenbestattung. Beides sind Varianten, die in Deutschland nicht zur Verfügung stehen und auch eigentlich eher in ein Bestattungsfachbuch für ein Fachpublikum, aber nicht in einen Ratgeber gehören, der für die Allgemeinheit gedacht ist.
 
Das Kapitel 3 schließt ab mit der Thematik der „Bestattungen im Dienste der Wissenschaft“. Drei Arten sind hier aufgeführt, wobei so richtig eigentlich nur die erste, die „Körperspende“ für eine medizinische Lehranstalt, so richtig hier hineinpasst. Die als zweite genannte Variante, die „Plastination“, ist vielmehr eher ein perverses Showprojekt von Gunter von Hagen, dessen öffentliche Ausstellungen extrem umstritten sind.
 
Die „Kryonische Bestattung“ bzw. das Einfrieren des Körpers basiert kaum auf wissenschaftlichem Interesse sondern vielmehr auf dem Wunsch der Verstorbenen, die dies in Betracht ziehen, in Zukunft wieder zum Leben erweckt werden zu können. Doch dies dürfte nüchtern betrachtet genauso unsinnig sein wie die Mumifizierung der ägyptischen Pharaonen, die auf ähnlichen Motiven basierte.
 
Kapitel 4 (S. 48 bis 56) behandelt „Grabort und Grabarten“. Hier ist im Wesentlichen alles Wichtige dazu geschildert sofern es sich um Bestattungen auf herkömmlichen Friedhöfen, nicht um sogenannte Naturbestattungen, handelt.
 
Auf Seite 57 beginnt das 5. Kapitel mit Peter Waldbauers Lieblingsthema, dem Bestatter. Spätestens jetzt und schon im ersten Absatz fühlt man sich zurückversetzt in sein Werk Die Bestattungsmafia, wenn er da abfällig vom Typ des Bestatters schreibt: „…stellt sich nun die Frage, welchen Bestatter, welchen Typ von Bestatter Sie überhaupt beauftragen sollen.“ Auch wenn teilweise entschärft, so verfällt der Autor hier doch wieder deutlich in seine Mafiaszene. Dies an dieser Stelle noch einmal zu kommentieren spare ich mir hier. Dass einzig Positive in diesem Kapitel sind seine Ausführungen zum polizeilichen „Bergungsauftrag“, die man durchaus als wertvollen Hinweis einstufen kann.
 
Kapitel 6 umfasst „Das Trauergespräch“. Hier gibt der Autor eine durchaus gute Zusammenfassung wertvoller Hinweise auf seriöse Bestatterpraktiken und seriöses Auftreten. Geschildert werden Situationen und Dinge, die eigentlich für jeden Bestatter selbstverständlich sein sollten – aber leider nicht immer sind.
 
Der teilweise positive Eindruck aus insbesondere dem 6. Kapitel wird allerdings in Kapitel 7 („Sargauswahl“) endgültig zu Nichte gemacht. Spätestens ab hier kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man gerade „Die Bestattungsmafia“ Band 2 liest. Da wird der Bestatter dann als Abzocker dargestellt, der (nicht nur) seine Särge mit (bis zu) 1.000 % Aufschlag verkauft. So schreibt er beispielsweise: „Aus einem Verkaufspreis von 2.000 Euro werden so schnell 200 Euro Einkaufspreis.“ (S. 80) Das Traurige ist, dass der normale Durchschnittsbürger, der dies liest, dies alles für bare Münze hält und auf jeden Bestatter bezieht. Eine Volksverdummung übelster Form, zumal hier ganz offensichtlich pauschal dargestellt wird. Der Untertitel des Buches, „kompetent – sachlich – fair“ klingt da nicht nur wie ein Hohn, sondern das Gegenteil ist hier der Fall.
 
Unweigerlich erweckt der Autor den Anschein, dass alle Bestatter Betrüger sind, weil es sich so liest als beträfe es alle Bestatter: „Den Angehörigen wird entweder ein eichenähnlicher Sarg als Eichen-Vollholz verkauft oder der echte Eichensarg wird später heimlich ausgetauscht.“ (S. 84) Oder: „Die Angehörigen wählen im Ausstellungsraum das teure Eichenholzmodell zum Preis eines Gebrauchtwagens, der Verstorbene liegt nachher im Aufbahrungsraum im minderwertigen Eichenimitat. Berechnet wird selbstverständlich das Eichenvollholzmodell.“ (S. 84) Das kommt auch in Kapitel 10 (10.3 Sargtausch) wieder zu Tage: „Vor der Einlieferung im Krematorium tauscht der Bestatter den teuren Sag gegen einen normalen, billigen Verbrennungssarg aus… Der teure Sarg wird trotzdem berechnet.“ (S. 109) Es mag vielleicht Einzelfälle geben, in denen mal ein Bestatter Särge austauscht und somit definitiv Betrug begeht. Sobald so etwas jedoch publik wird, sind seine Tage als Bestatter mit Sicherheit gezählt.
 
Kapitel 8 handelt das Thema der Überführungen ab und lässt ebenfalls nur wenig Positives durchblicken. In einem hat der Autor jedoch Recht: Es gibt definitiv immer wieder Fälle wo insbesondere Heimpersonal und Pflegepersonen von Bestattern illegal geschmiert werden. Deshalb gilt da definitiv: Lassen Sie sich nicht vom Heimpersonal zu einem bestimmten Bestatter drängen. Nehmen Sie einen Bestatter, den Sie vielleicht schon kennen, mit dem Sie gute Erfahrungen gemacht haben und dem Sie vertrauen. Jeder Bestatter kann überall in Deutschland tätig werden.
 
Auch im Kapitel 9, das von der Versorgung der Verstorbenen handelt, lässt Waldbauer kein gutes Wort für die Bestatter übrig, die nach seinen Schilderungen allesamt rüde und skrupellos ihre Arbeit verrichten, Kleidung des Verstorbenen gar nicht anziehen und schlimmer. Das Ganze gipfelt in seiner Aussage: „Geld und Schmuck befinden sich zum Zeitpunkt der Beisetzung nicht mehr im Sarg.“ (S. 101) Der Bestatter oder sein Bestattungsgehilfe haben es geklaut. Dies jedenfalls will Waldbauer mit dieser Aussage ausdrücken. Schlimmer noch: „…Bestatter sammeln nicht nur Schmuck systematisch ein, sondern brechen den Toten mit einer kleinen Zange auch die Goldzähne heraus.“ Dies habe „Tradition“, heißt es und der Autor beruft sich dabei auf eine Dichtung des Dichters Gottfried Benn aus dem Jahre 1912.
 
In Kapitel 11 geht es um die sogenannten „Fremdleistungen“. Das sind Posten, die nicht vom Bestatter selbst ausgeführt, sondern mehr oder weniger lediglich vermittelt werden. Dazu gehören nicht nur die im Buch genannten Posten wie Blumenschmuck, Traueranzeigen usw. Selbstredend, dass der Autor den Bestatter hier wieder als Buhmann und Abzocker hinstellt, weil er angeblich bei jeder Fremdleistung satte Prozente kassiert. Zwar gibt es bei Zeitungen die Praktik, dass Bestattungsinstitute dort quasi als Agentur geführt werden und eine prozentuale Vergütung erhalten, doch bringt dies einzig und allein finanzielle Nachteile für die Zeitung. Der Kunde bezahlt so oder so den regulären Preis für die Annonce nach der Preisliste – egal ob der Bestatter die Annonce aufgibt oder der Kunde selbst. Peter Waldbauers permanente „Tipps“ (sinngemäß): Lassen Sie dies und das nicht über den Bestatter regeln, sondern machen sie es selbst. Sonst berechnet der Bestatter Ihnen diese Dienstleistung. Da möchte man in manchen Fällen den Buchverlagen glatt den Tipp geben: Schreiben Sie Ihre Bücher selbst, sonst müssen Sie dem Autor noch ein Honorar zahlen…
 
Auch die Sargträger sind Bestandteil des Kapitels Fremdleistungen. Dies kann sein, wenn es vor Ort üblicherweise Trägerdienste gibt. Sind diese jedoch vom Bestattungsinstitut gestellt, dann handelt es sich um eine Eigenleistung des Bestatters, nicht um eine Fremdleistung. Die kosten dann nach Waldbauer um die 30,00 Euro. – Soll wohl heißen, der Bestatter sahnt wieder kräftig ab. Egal ob die Sargträger zu den Festangestellten des Bestatters gehören oder ob sie lediglich in einem Minijob auf Basis der geringfügigen Beschäftigung dieser Tätigkeit nachgehen – es ist eine Lohnarbeit, die in der Rechnungssumme nicht nur Mehrwert-/Umsatzsteuerpflichtig ist, sondern vor allem auch Lohnsteuerpflichtig und mit Sozialabgaben (mindestens Krankenversicherungs- und Rentenversicherungsbeiträge mit den Umlagebeträgen sowie über die Berufsgenossenschaft Unfallversicherungsbeiträge kostet) belegt ist. Unter 20,00 Euro netto kommt kaum noch ein Träger. Was bleibt da noch für den Bestatter?
 
Kapitel 12 handelt die „Rechnungen“ ab. Dabei geht es nach Waldbauer permanent um irgendwelche Bestatterabzocke durch Doppelberechnungen. Man gewinnt hier den Eindruck alle Bestatter rechnen jede Dienstleistung doppelt und dreifach ab. Das nachfolgende Kapitel „Sterbegeld – Versicherungen“ wird viel zu kurz und oberflächlich abgehandelt anstatt dass es tatsächlich wertvolle Ratschläge im Sinne eines Ratgebers gibt.
 
Im Kapitel 14 geht es um „Vorsorgeverträge“. Mehrmals betont der Autor, dass der vorsorgende Vertragsabschließende bloß kein Geld an den Bestatter für die dereinstigen Bestattungskosten bezahlen soll. Da wird als Negativbeispiel ein Kölner Großbestatter bemüht, der 1,5 Millionen Euro Vorsorgegelder seiner Kunden bei Spekulationen verzockt haben soll. Das machen dann alle Bestatter so – oder was? Und doch hat Peter Waldbauer da einmal Recht, aber aus ganz anderen Gründen, die im Buch gar nicht genannt werden. Wenn ein Bestatter Geld einnimmt, so muss von dieser Einnahme direkt die Mehrwertsteuer abgeführt werden. Dabei spielt es keine Rolle ob die Leistung bereits erbracht wurde oder irgendwann in ferner Zukunft liegt. Solche Gelder aber sollten möglichst sicher und vor allem Zinsen bringend angelegt werden. Der Mehrwertsteueranteil (ca. 1 Fünftel) schmälert aber deutlich die Zinseinnahmen, die ja auch Preissteigerungen in der Zukunft zumindest helfen sollen abzufangen. Und dafür gibt es eben die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG, auf die Peter Waldbauer ja auch mehr oder weniger positiv hinweist.
 
Ein Bestattungsvorsorgevertrag ist ein Vertrag, der abgeschlossen wird um auch eingehalten zu werden – und zwar in letzter Konsequenz. Dies geht nicht, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist. Die Finanzierung ist aber nur dann gesichert, wenn der Bestatter im Fall des Falles auch sicher sein kann sein Geld zu bekommen. Und das geht im Grunde nur auf zwei Arten: Die Treuhandvariante für alle die, die das Geld dafür haben und eine Sterbegeldversicherung mit Bezugsrecht des Bestattungsinstituts (alternativ eine vorhandene Lebensversicherung mit einem Neueintrag des Bezugsrechts für den Bestatter). Natürlich bekommt der Bestatter, wenn er die Versicherung abschließt, eine Versicherungsprämie – genau, wie jeder andere Versicherungsagent auch. Schließlich ist dies eine Tätigkeit/Dienstleistung für das Versicherungsunternehmen und für den Endkunden kostenlos.
 
Ein Bankkonto, egal welcher Art auch immer, ist keine Lösung, da hier eine Drittperson Zugriff darauf hat, von deren Wohlwollen alles abhinge. Da gibt es die tollsten Erfahrungen und selbst die vermeintlich vertrauensvollste Person kann sich da im negativsten Sinne outen. Wie heißt es doch so schön: Bei Geld hört die Freundschaft auf! Und das selbst im Familienkreis. Wichtige Aspekte, die dieser vermeintliche Ratgeber verschweigt.
 
Bedenklich ist in Kapitel 15 „Nach der Bestattung“ die in Abschnitt 15.3. „Grabpflege“ pauschal gemachte Empfehlung des Autors das Grab mit einer Grabplatte (komplett) abzudecken, um die Bepflanzungskosten und deren Folgekosten zu sparen. Viele Friedhöfe erlauben solche Grababdeckungen (auch Steine wie Kies oder ähnliches) nicht oder nicht mehr.
 
Im 16. Kapitel unter dem Motto „Gebührenordnung“ verweist der Autor zum zweiten Mal (nach S. 158) darauf, dass „die vorübergehend aufgestellten Holzkreuze und Holzplatten“ nicht genehmigungspflichtig seien. Diese Pauschalaussagen sind nicht korrekt! Auf vielen Friedhöfen sind auch diese genehmigungspflichtig und in der „Grabmal- und Bepflanzungsordnung“ sogar in Art und Aussehen eingeschränkt. Wir sehen zum wiederholten Mal, dass man sich auf die Aussagen, Tipps und Hinweise in diesem vermeintlichen Ratgeber nicht unbedingt verlassen sollte. Zudem ist vieles, was auf manchen Friedhöfen erlaubt ist, als pauschaliert „allgemeingültig“ dargestellt, was so wiederum absolut falsch ist.
 
Ab Seite 184 enthält das Buch in Kapitel 17 einen recht umfangreichen Serviceteil mit Checklisten. Als erstes gibt es dort die Checkliste „Im Falle meines Todes (Dokumentenmappe)“. Auf rund 9 Seiten ist dort so ziemlich alles gelistet, was bei einem Sterbefall Dokumenten mäßig zu beachten und zu erledigen ist. Das ist eine wertvolle Hilfe für die Hinterbliebenen bei der Abwicklung der zu erledigenden Formalitäten. Weiter geht es dann ab Seite 193 mit der „Checkliste: Maßnahmen im Todesfall“.
 
Ab Seite 195 werden die benötigten Papiere der Verstorbenen zur Beurkundung des Sterbefalles aufgelistet. Da heißt es bei Spätaussiedlern/Vertriebenen, dass „Urkunden in kyrillischer Schrift“ in deutscher Übersetzung („durch einen in Deutschland vereidigten Übersetzer“) vorgelegt werden müssen. Gleiches schreibt der Autor für die Beurkundung bei Ausländern bezüglich „Scheidungsurkunden“. Dies erweckt den Anschein, dass andere ausländische Urkunden nicht übersetzt sein müssen. Generell aber gilt, dass alle nicht in deutscher Sprache abgefasste Urkunden (internationale, also mehrsprachige Urkunden ausgenommen, wenn sie die deutsche Sprache mit beinhalten) in beglaubigter Übersetzung vorliegen müssen. Die fremdsprachigen Originale sind ebenfalls vorzulegen. – Gravierende Fehler, die in einem Ratgeber nicht passieren sollten.
 
Der Serviceteil Kapitel 17 schließt ab mit einer Checkliste über die Kosten (verursachenden Posten) der Bestattung und einer Übersicht über Qualitätssiegel für Bestattungsunternehmen. Alles in allem kann man Kapitel 17 als Hilfe ansehen, die den Ablauf eines Sterbefalles mit abschließender Bestattung für beide Seiten (Angehörige und Bestatter) einfacher und unkomplizierter machen kann.
 
Kapitel 18 ist ein recht umfangreiches Adressverzeichnis bestattungsrelevanter Verbände. Hier jedoch einseitig kommunale Bestattungsunternehmen aufzuführen halte ich für sehr bedenklich. Gleiches gilt für das Kapitel 19 mit seinem Verzeichnis von Webadressen. Kapitel 20 ist das abschließende Quellenverzeichnis. Sein Umfang soll einerseits eine umfangreiche Recherche belegen, doch fehlen andererseits wichtige sachkompetente Quellen.
 
Das Fazit, das ich aus diesem Buch ziehen muss: Im Buch befinden sich durchaus einige Ansätze, die auf einen Ratgeber hindeuten. Doch der erste Eindruck dazu zerplatzt beim Lesen des Gesamtwerkes wie eine Seifenblase. Das Buch hätte mehr den Titel „Bestattungsmafia Band 2“ verdient. Unter dem Deckmantel eines „Ratgebers“ wird hier nur wieder die Bestattungsbranche in den Schmutz gezogen. So gilt hier auch der Spruch: „Weniger wäre mehr gewesen!“
 
Axel Ertelt (02.01.2014)
 
Peter Waldbauer, Jahrgang 1966, ist Betriebswirt und wohnt als freiberuflicher Dozent und Autor in der Nähe von Heidelberg. Während seines Studiums arbeitete er vier Jahre in der Bestattungsbranche. Er veröffentlichte Essays und zwei Sachbücher: „Lexikon der antisemitischen Klischees – antijüdische Vorurteile und ihre historische Entstehung“ und „Die Bestattungsmafia – Wie mit dem Tod Geschäfte gemacht werden“.
 
Peter Waldbauer: „Der Bestattungsratgeber“; 244 S., Format: 14,5 x 20,7 cm, Paperback, ISBN 978-3-95558-032-2, Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt/M. 2013, Preis: 19,90 €.
 
Meinungen und Reaktionen zur vorstehenden Rezension
Donny Gschwind: „Fundierte Kritik und methodisch sehr gut abgearbeitet. Bin froh mich drauf eingelassen zu haben. Informative Rezension!“ (02.01.2014 via Facebook)
 
 
Gedichte aus dem Leben und anderen Depressionen
Von Frank Grondkowski (Fotolink)
 
Seit im September 2009 sein Buch „Wer hat den Pharao geklaut?“ als „etwas anderer Reisebericht“ erschien hat sich der Autor vor allem auch in der grenzwissenschaftlichen Szene einen Namen gemacht. Inzwischen erschienen Artikel von ihm in den verschiedensten Zeitschriften und Anthologien.
 
Brandaktuell erschien jetzt im November sein neuestes Werk in der Reihe Ancient Words als E-Book bei Kindle. Erstaunlich daran ist, dass es sich hierbei nicht um ein weiteres Werk des grenzwissenschaftlichen Genres handelt sondern um ein Werk der Lyrik. Darin enthalten sind Gedichte, die förmlich das Leben schrieb. Häufig bezogen auf die Familie sind die Verse gut zu lesen und man ist zum Teil von einem Schwall der Gefühle hin und hergerissen.
 
Manchmal werden die Zeilen melancholisch und es ergibt sich ein Bild von Traurigkeit vor den Augen des Lesers, das sich jedoch meistens wieder zum Positiven wendet. Auf jeden Fall merkt man, dass diese Gedichte einen tieferen, manchmal sicher auch einen depressiven, Hintergrund besitzen und Zeuge sind von einem Teil des Lebens.
 
Frank Grondkowski, geboren am 23.09.1963 in Berlin, hatte bereits in jungen Jahren großes Interesse an Grenzwissenschaften. Er wurde Mitglied der AAS und verfasste nach seiner Reise nach Gizeh im Jahr 2009 seinen ersten Reisebericht. Heute veranstaltet er Lesungen und Diskussionsrunden und schreibt aktuell Artikel für verschiedene Zeitschriften im Bereich der Grenzwissenschaften.
 
Frank Grondkowski: „Gedichte aus dem Leben und anderen Depressionen“; Ancient Words – eBook bei Kindle, Ancient Mail Verlag Werner Betz, ISBN 978-3-944198-30-9, Groß-Gerau im November 2012, Preis 0,99 €.
 

 
Terra Divina – Auf den Spuren der göttlichen Lehrmeister
Herausgegeben von Alexander Knörr und Roland Roth (Fotolink)
 
Brandaktuell ist im Oktober 2012 die Anthologie „Terra Divina“ erschienen. Die Herausgeber, Alexander Knörr und Roland Roth haben hier zusammen mit 13 weiteren Co-Autoren eine interessante und spannende Auswahl von Beiträgen geschrieben. Beiträge, die sich intensiv mit den Rätseln irdischer Vergangenheit auseinandersetzen.
 
Im ersten Kapitel geht es vor allem um die rätselhaften Steinsetzungen der Megalithe. So beschreibt Herausgeber Alexander Knörr nicht nur die weniger bekannten Steinkreise in Senegal und Gambia, von denen es dort an die 1.000 gibt, sondern geht in einem weiteren Kapitel auch auf Steinkreise in Schweden ein. Was hat es dort mit den rätselhaften „Richterringen“ auf sich?
 
Thomas Ritter geht auf Spurensuche in den Untergrund und deckt rätselhafte unterirdische Geheimnisse in Südindien auf. Und Hans-Peter Jaun entführt zurück nach Europa in die megalithische Welt von Alatri in Italien. Hier gibt es wohl beeindruckende Parallelen zu Bauten aus dem alten Griechenland und vielleicht sogar bis hin zu den Hethitern. Wer diesen Bericht gelesen hat wird hier Italien demnächst mit anderen Augen sehen.
 
Cart Ruts, so werden seltsame, Gleisartige Spuren im Gestein genannt, die es zu Hauff auf der Insel Malta gibt. Hans-Dieter Gau berichtet nun von der sensationellen Entdeckung weiterer Cart Ruts, die aber nicht auf Malta sondern auf den Azoren gefunden wurden. Was für eine Verbindung könnte es hier geben und wie entstanden diese Spuren? Fragen, die bis heute unbeantwortet blieben, die aber auf eine Technik längst vergessener Epochen deuten.
 
Technik in längst vergangenen Zeiten? Scheinbar ja, denn im nächsten Kapitelabschnitt erfahren wir mehr über geheimnisvolle steinzeitliche Tankanlagen im Mittelmeerraum. Mindestens ebenso rätselhaft, fast schon mysteriös ist das Sonnenobservatorium von Goseck. Es handelt sich um die Rekonstruktion einer rund 7.000 Jahre alten Kreisgrabenanlage auf einem Plateau oberhalb des Saaletals in Sachsen-Anhalt.
 
Wie Roland Roth berichtet ist der Ringgraben nahezu kreisrund und hat einen Durchmesser von 71 Metern. Bei der Gesamtanlage soll es sich um eines der ältesten Sonnenobservatorien der Welt handeln. Wie wir sehen sind die großen Rätsel der Geschichte praktisch vor unserer eigenen Haustür. Wir müssen nicht erst nach Südamerika fliegen um mit einer Vergangenheit konfrontiert zu werden, die uns deutlich macht, dass wir eigentlich so gut wie nichts über sie wissen.
 
Man könnte sagen, was in der Luft die UFOs sind, das sind in den Ozeanen die USOs, die Unidentified Submarine Objects. Geheimnisvolle, mysteriöse und spektakuläre Begegnungen mit dem Unbekannten hat es in den Ozeanen bereits hundertfach, nein, tausendfach, gegeben. Zu einem weiteren Rätsel der Tiefsee gehören die ebenso geheimnisvollen terrestrischen, submarinen Signale, die immer wieder mal vernommen aber nie aufgeklärt werden. Ob sie mit den USOs in Verbindung stehen? Der Buchautor Frank Grondkowski gibt einen Überblick über das Geheimnis der „WOW-Signale“.
 
Die Kapitelüberschrift lautet „Verschollen und vergessen“. Und so gibt’s hier nicht nur etwas von Jürgen Huthmann über die Kulturen vor den Inkas in Südamerika zu lesen sondern auch Beiträge über das zwar verschollene aber nicht vergessene Atlantis und ähnliche Orte. Thomas Ritter schreibt hier über „Gympie – das Atlantis Australiens“. Pierluigi Peruzzi lokalisiert Atlantis dann gar außerhalb der Erde beim Planeten Saturn und seinen Monden. Eine spannende Beweisführung, die, so unglaublich sie auch klingen mag doch in etlichen Punkten nachdenklich macht.
 
Auf alle Autoren und ihre Beiträge an dieser Stelle näher einzugehen würde den Rahmen dieser Rezension sprengen. Dafür sind es einfach zu viele und vor allem zu viele Fakten und geheimnisvolle Orte. So zählen zu den weiteren Autoren und Autorinnen bekannte Namen wie Brien Foerster, Sylvia Lapp, Gisela Ermel, Walter-Jörg Langbein, Roland Horn und Thomas Hrico.
 
Über „Die Heiligen Drei Könige – oder: Der größte Schwindel aller Zeiten“ berichtet Axel Ertelt in einem Kapitelabschnitt neue Erkenntnisse und Überlegungen zu seinem Buch „Das Mittelalter war ganz anders". Gab es die Heiligen Drei Könige gar nicht? Waren die Könige ursprünglich drei Königinnen und hatten mit Jesu Geburt überhaupt nichts zu tun? Ist das Ganze nur ein Märchen, weil die Königinnen-Trinität der Männerdomaine um den Papst im Vatikan nicht ins Konzept passte? Für wie dumm will uns der ehemalige Kirchenstaat eigentlich noch verkaufen?
 
Das Buch „Terra Divina“ ist ein weiterer Meilenstein auf der Suche nach der Wahrheit – nach der Wahrheit über unsere phantastische Vergangenheit…
Axel Ertelt
 
Alexander Knörr & Roland Roth (Hrsg.): „Terra Divina – Auf den Spuren der göttlichen Lehrmeister“[/i]; Anthologie, 324 S. mit zahlr. Abb., A-5-Format, PB, 19,50 €, Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau im Oktober 2012. Lieferbar über den örtlichen Buchhandel, beim Verlag (wernerbetz@t-online.de) oder bei www.amazon.de.
 
Eingestellt am 15.11.2012, 16.44 Uhr 
Erstveröffentlichung dieser Buchbesprechung: OnlineZeitung24 am 13.11.2012, 15.16 Uhr.
 

 
Wesen, die es nicht geben dürfte
Von Reinhard Habeck (Fotolink)
 
Der bekannte Wiener Schriftsteller Reinhard Habeck hat sein fünftes Buch aus der Reihe „…die es nicht geben dürfte“ im Wiener Ueberreuter Verlag veröffentlicht. Nach Dingen, Kräften, Texten und Bildern, die es nicht geben dürfte waren diesmal unheimlich anmutende Wesen an der Reihe – „Wesen, die es nicht geben dürfte“
 
Seit jeher beschäftigen seltsame Geschöpfe und mysteriöse Wesen die Fantasie der Menschen. Mythos oder Wirklichkeit? In seinem neuesten Buch beschäftigt sich Reinhard Habeck mit jahrtausende alten Überlieferungen und Legenden über solche Wesen. Es geht um Fabelwesen, die heute fast schon vergessen und doch immer noch präsent sind. Monströse Mischwesen und Fabeltiere – könnten sie vielleicht Überlebende aus der Urzeit sein?
 
Das Buch beginnt mit dem Kapitel „Im Bann der Basilisken“ über „schreckliche Schlangenkönige, böse Blicke und unfassbare Monster“. Basilisken trieben sich vor allem auch in Europa herum und vor allem in Österreich, dem Heimatland des Autors, finden sich zahllose Hinweise und Spuren von ihnen. Seien es Abbildungen dieser Fabelwesen an Brunnen oder im Rathaus. Überall haben sie ihre Spuren hinterlassen und Reinhard Habeck hat die spannenden Geschichten dazu ausgegraben und in seinem Buch vorgestellt.
 
In einem weiteren Kapitel widmet sich der Autor auch den legendären Golem, Menschen aus Lehm, die der Legende nach von meist Rabbis geformt und zum Leben erweckt wurden. Kann es so etwas wirklich geben? Der Mensch soll ja von Gott genauso erschaffen worden sein. Wurde mit dem Golem die göttliche Schöpfung nachvollzogen? Oder ist die Erschaffung eines Menschen ausschließlich Gott vorbehalten? Wer oder was aber ist Gott?
 
Schon seit dem Altertum war es der Traum des Menschen selber Wesen zu erschaffen. Dazu wurden dann auch Automaten, heute als Roboter bezeichnet, erfunden. Auch hierüber berichtet Reinhard Habeck. Und einem weiteren Thema merkwürdig erscheinender Wesen, den Riesen, widmet er weitere Abschnitte im Buch. Dabei ist ein besonders interessanter und spannender Fall beschrieben. Es geht um den vermeintlichen Finger eines Riesen. Dieser soll rund 38 cm lang sein und sich noch heute im Besitz einer ägyptischen Grabräuberfamilie befinden. Auf den Fotos, die davon vorhanden sind, sieht das abgelichtete Gebilde tatsächlich wie ein mumifizierter Finger aus. Wenn er echt ist, dann müsste der dazugehörende Mensch wahrlich ein Riese gewesen sein. Das erinnert auch an die Legenden aus Burma, dem heutigen Myanmar, wo einst ebenfalls Riesen gelebt haben sollen…
 
Reinhard Habeck, geb. am 20.04.1962 in Wien, arbeitet seit über 20 Jahren als freier Schriftsteller und Illustrator. Mehr als 20 Bücher hat er bisher veröffentlicht und seine Comic-Serien, allen voran der „Rüsselmops“, sind legendär. Habeck ist auch Mitinitiator der großen Wanderausstellung „Unsolved Mysteries", die seit 2001 mehr als 480 mysteriöse, archäologische Sammlerstücke aus aller Welt präsentiert.
Axel Ertelt
 
Reinhard Habeck: „Wesen, die es nicht geben dürfte“; mit einem Vorwort von Armin Risi, 14,3 x 21,5 cm, 224 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und einem 16seitigen Farbteil, Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-8000-7541-6, Verlag Carl Ueberreuter, Wien, 1. Auflage 2012, Preis: 19,95 EUR.
 
Eingestellt am 19.11.2012, 12.35 Uhr
Erstveröffentlichung dieser Buchbesprechung: OnlineZeitung24, 18.11.2012, 17.41 Uhr.
 

 
UFOs im 21. Jahrhundert
von Alexander Knörr (Hrsg.) (Fotolink)
 
Über die aktuelle UFO-Forschung in Deutschland 
 
Der Herausgeber dieses Buches, Alexander Knörr, ist der Vorsitzende der Deutschsprachigen Gesellschaft für UFO-Forschung e.V. (DEGUFO e.V.) mit Sitz in Bad Kreuznach. Dabei handelt es sich um eine der drei großen, wissenschaftlich arbeitenden und anerkannten Organisationen in Deutschland, die sich objektiv mit der Erforschung und Aufklärung des UFO-Phänomens befassen.
 
Seit mehr als einem halben Jahrhundert geistern merkwürdige Objekte am Himmel über uns herum. Das, was Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts zuerst als Flying Saucer in den USA Schlagzeilen machte, ist bis heute präsent. Aus den Fliegenden Untertassen von einst ist heute ein durchaus ernstzunehmendes Phänomen geworden: das UFO-Phänomen.
 
UFO = Unidentified Flying Object. Solche werden tagtäglich in allen Teilen der Welt zu Dutzenden gesichtet. Und auch den drei renommierten und größten UFO-Forschungsgesellschaften in Deutschland, der DEGUFO e.V., der GEP e.V. und der MUFON-CES, werden fast täglich solche unbekannten fliegenden Objekte gemeldet.
 
Zwar kann ein Großteil solcher Sichtungsmeldungen rational erklärt werden, doch bleibt ein kleiner aber nicht zu unterschätzender Rest unaufgeklärt. Das gibt Stoff für Spekulationen. Sind es Raumschiffe aus dem All? Bis heute gibt es keine endgültige und abschließende Antwort auf solche Fragen. Was bleibt ist das UFO-Phänomen weiterhin mit wissenschaftlichen Methoden und Mitteln zu studieren, zu erforschen und zu katalogisieren. Und genau dies machen die genannten drei großen Organisationen.
 
Die Beiträge im Buch wurden von Mitgliedern und Experten dieser drei Organisationen verfasst. Sie geben einen Einblick zur derzeitigen Forschung in Deutschland. Nach seinem Vorwort gibt der Herausgeber Alexander Knörr in Kapitel 1 („Die Methodik der UFO-Forschung“) einen guten „Überblick über die UFO-Forschung in Deutschland“ und stellt dabei die UFO-Gruppen vor. Klar distanziert man sich hier auch von den Extremen, die es auf beiden Seiten (Skeptiker und Befürworter einer möglichen, teilweisen außerirdischen Herkunft einiger UFO-Erscheinungen) gibt. Allen voran die Gruppierung CENAP um den Mannheimer Werner Walter. Von diesem hatten sich die drei größten deutschen UFO-Forschungsgesellschaften bereits Anfang August 2011 klar distanziert, nachdem die Walter’sche Polemik gegenüber seriösen UFO-Forschern und UFO-Zeugen immer extremer wurde und so nicht mehr stillschweigend übergangen werden konnte.
 
Fortgeführt wird das Kapitelthema von Mirko Mojsilovic (GEP e.V.) in der Betrachtung „Was ist kritische UFO-Forschung?“. Der Beitrag gibt einen guten Überblick über den Wandel der deutschen UFO-Szene von den UFOlogen der DUIST e.V., die nur alles sammelten und ungeprüft alles auf Außerirdische münzten. Damals entstand ein regelrechter Kontaktlerkult. Diese UFOlogenszene war besonders in den 1950er und 1960er Jahren aktiv. Die Anfänge einer kritischen Auseinandersetzung sind ebenso Gegenstand wie die heutige Situation einer konstruktiven Forschung nach der Wahrheit.
 
André Kramer (GEP e.V.) beschäftigt sich anschließend mit dem heiklen Thema der „UFO-Entführungen“. Spätestens seit Betty und Barney Hill im Jahre 1961 behaupteten in ein außerirdisches Raumschiff entführt worden zu sein, machte das Thema der UFO-Entführungen weltweit Schlagzeilen. Es war nicht der erste Fall aber derjenige, der diesen Aspekt weltweit bekannt machte. Seit damals haben etliche Hundert weiterer Menschen von solchen Begegnungen und Entführungen mit vermeintlichen Außerirdischen berichtet. Besonders bekannt ist dazu auch das sogenannte Phänomen der Bedroom Visitors. Dabei soll es sich um unheimliche Besucher handeln, die Menschen aus ihren Schlafzimmern heraus in ihre Raumschiffe entführen und dort zumeist untersuchen. Im Gegensatz zu den früher als kleine grüne Männchen bezeichneten angeblichen Außerirdischen werden diese heute meistens als Graue beschrieben.
 
Zum Thema gibt es eine größere Kontroverse. Während einige davon überzeugt sind, dass diese Erlebnisse echt sind und hier tatsächlich Außerirdische agieren, aus welchen Gründen auch immer, gibt es auch wissenschaftlich konventionelle Erklärungsmöglichkeiten, die André Kramer ausführlich erläutert.
 
Zum Abschluss des 1. Kapitels stellt Christian Czech (DEGUFO e.V., GEP e.V.) die im Internet frei verfügbaren UFO-Datenbanken vor, in denen UFO-Sichtungen und Ergebnisse gelistet werden. Seit 2007 können UFO-Zeugen ihre Sichtungen auch direkt in den Datenbanken melden. Davon haben bisher mehr als 1.250 Personen Gebrauch gemacht.
 
Es schließt sich das Kapitel 2 an, in dem einige „Fälle und Ermittlungen“ vorgestellt werden. Jutta Behne (GEP e.V.) berichtet über einen Fall, den sie zusammen mit Hans-Werner Peiniger, dem 1. Vorsitzenden der GEP e.V., untersuchte. Drei weitere Abschnitte des Kapitels, davon zwei bei Militärgeländen (Ramstein Air Base und Bundeswehr Truppenübungsplatz Speyer), werden von Alexander Knörr vorgestellt. Besonders interessant ist dazu auch der Kapitelabschnitt zu Ramstein, der drei bis heute nicht geklärte Fälle enthält, die vom Autor selbst untersucht wurden.
 
Anschließend beschäftigt sich Lars A. Fischinger (DEGUFO e.V.) mit „Seltsamen ‚Alien-Leichen’ und ein bisschen ‚Akte X’“. Immer wieder geistern Meldungen über angeblich tote Aliens durch die Medien. Meistens ist es nur ein Fake oder anormale Tierkadaver. Hin und wieder gibt es aber auch Fälle, die zu denken geben und scheinbar nicht so einfach erklärbar sind. Lars A. Fischinger gibt einen guten Einblick über diese Thematik und stellt einige dieser Fälle in einer kritischen Betrachtung vor.
 
Abschließend zum 2. Kapitel heißt es in dem Beitrag von Roland Roth (Autor und Verleger grenzwissenschaftlicher Thematik) „Das UFO-Phänomen ist Realität!“. Viele bekannte Politiker werden zum Thema zitiert. Dabei zeigt sich, dass diese dem Thema durchaus offen gegenüberstehen jedoch im Laufe der Zeit sich eine immer distanziertere Meinung bildete, was wohl oder übel auf die zahlreiche Verunglimpfung der Thematik durch Spinner und extreme Befürworter und Gegner zurückzuführen ist.
 
Passend hierzu beginnt dann Kapitel 3 („UFOs im 21. Jahrhundert“) mit dem Beitrag „UFOs in den Medien –oder– Warum macht man sich über UFOs lustig?“ von Kurt Diedrich. Sogenannte UFO-Sekten, Extrem-Skeptiker oder Märchenerzähler tragen dazu bei, dass das Thema oft nicht ernst genommen wird. Die Hintergründe dazu werden hier verständlich nachvollziehbar erläutert.
 
Das bereits in Kapitel 1 von André Kramer behandelte Entführungs-Phänomen hat inzwischen auch Hollywood erreicht. Einer der eindruckvollsten Filme zur Thematik ist der Film „Die vierte Art“. Roland Roth macht hierzu eine Filmanalyse. Der Film, so wird darin von Anfang an suggeriert, bestehe auf realen Geschehnissen. Tatsächlich scheint es einige Parallelen zu geben. Doch – was ist wahr und was ist erfunden?
 
Noch einmal greift Lars A. Fischinger das Thema toter Aliens auf. In seinem Beitrag „Liebling der Medien: Der ‚Alien’ von Metepec“ geht er auf den wohl bisher letzten wirklich spektakulären – aber auch ebenso umstrittenen – Fall ein, der seit Sommer 2009 für immer wiederkehrende Schlagzeilen sorgt. Damals soll einem mexikanischen Farmer ein kleiner Alien in eine Rattenfalle geraten sein. Angesichts seiner Größe wurde das Wesen als Alien-Baby bezeichnet. Aktuell sieht es jedoch so aus, dass man auch hier (leider) wieder einmal sagen muss: Außer Spesen nichts gewesen…
 
Gerhard Gröschel (DEGUFO e,V., GEP e.V., MUFON-CES) stellt in seinem Beitrag „Neue UFO-Forschung in Deutschland“ einige Methoden und Geräte vor, mit denen man den Himmel überwachen kann um so an potentiellen Orten untersuchbare Daten über seltsame Himmelserscheinungen zu sammeln. Und als abschließende „Neue Impulse für die UFO-Forschung“ stellt Marius Kettmann (DEGUFO e.V., MUFON-CES) mögliche „Einheitliche Vorgehensweisen für eine zukunftsorientierte Forschung“ vor.
 
Abschließend kann man dieses Buch empfehlen. Es gibt einen guten Einblick in den Stand der derzeitigen UFO-Forschung in Deutschland, ist immer sachlich und wissenschaftlich orientiert geschrieben – und das ohne dabei langweilig zu werden. Das UFO-Rätsel ist nach wie vor ungelöst. Selbst dann, wenn weit mehr als 90 % aller Fälle aufgeklärt werden können. Und vielleicht waren sie ja doch schon hier – die Aliens…
Axel Ertelt
 
„UFOs im 21. Jahrhundert“, von Alexander Knörr (Hrsg.), 172 S. m. s/w-Abb., Paperback, A5-Format, Ancient Mail Verlag, Groß Gerau, Dezember 2011, ISBN 978-3-935910-93-4, Preis: 12,80 €. Lieferbar über den örtlichen Buchhandel, beim Verlag (wernerbetz@t-online.de), bei www.amazon.de oder signierte Exemplare beim Herausgeber (alexander.knoerr@web.de).
 
Eingestellt am 02.01.2012, 12.24 Uhr 
Erstveröffentlichung dieser Buchbesprechung: OnlineZeitung24 am 01.01.2012, 17.58 Uhr 
 
 
 Wer hat den Pharao geklaut?
Von Frank Grondkowski (Fotolink)
 
Der etwas andere Reisebericht
 
Der Buchtitel, „Wer hat den Pharao geklaut?“, macht zweifellos neugierig. Man könnte dieses Erstlingswerk von Frank Grondkowski (* 1963 in Berlin) auf den ersten Blick vom Titel her glatt für einen Kriminalroman halten. Doch weit gefehlt. Es handelt sich hier, wie auch der Untertitel verrät, um einen Reisebericht – allerdings um einen etwas anderen Reisebericht als man es vielleicht von einer Reisebeschreibung gewohnt ist.
 
Von dem deutschen Dichter Matthias Claudius (* 15.08.1740, † 21.01.1815) stammt der (leicht veränderte) Spruch „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ (Original: „Wenn Jemand eine Reise thut, So kann er was erzählen; Drum nahm ich meinen Stock und Hut Und thät das Reisen wählen.“ [Matthias Claudius: „Urians Reise um die Welt“. Aus: „ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen“, 4. Teil. Wandsbek, 1774. S. 113.])
 
Der Autor, Frank Grondkowski, ist stark an der Geschichte Ägyptens interessiert und hat sich in der einschlägigen Literatur und im Internet darüber informiert. Doch irgendetwas stimmt da nicht. Immer wieder widersprüchliche Angaben, wie beispielsweise zum Bau der Pyramiden, veranlassten ihn schließlich selbst nach Ägypten zu reisen um sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Was er dabei erlebte und in Erfahrung bringen konnte, hat er, frei nach dem Sinnspruch, der sich aus dem Gedicht von Matthias Claudius entwickelte, in seinem Buch veröffentlicht.
 
Es handelt sich dabei um einen interessanten und teilweise auch recht spannenden Reisebericht, der fast in Form eines Romans flüssig und nie kurzweilig zu lesen ist. Das es überhaupt dazu kam ist auch diesem Dr. M. zu verdanken, der ein wichtiger Bestandteil seiner Vorortrecherchen war, ihn nahezu ständig begleitete und auch im Buch immer präsent ist. Dr. M., ein gut gebauter ägyptischer Taxifahrer, sprach in perfektem Deutsch Frank Grondkowski bereits unmittelbar nach seiner Ankunft in Kairo auf dem Flughafen an. Normalerweise verursacht so etwas bei einem gesunden Menschenverstand eine eher skeptische und ablehnende Haltung: Da will einer mal wieder Geschäfte mit den Touristen machen und sie abzocken…
 
Schließlich willigte der Autor ein und ließ sich von Dr. M. zum Hotel bringen. Für den nächsten Vormittag wurde ein Treffen vereinbart. Noch ahnte der Autor nicht, dass sich hieraus eine Freundschaft entwickeln würde, die ihm auch bei seinen Recherchen von großem Nutzen sein würde. Dr. M., der eigentlich Mohammed hieß und keinen Doktortitel besaß, hatte in Münster Germanistik studiert und wurde auf Grund seiner Bildung in Ägypten von seinen Freunden so genannt.
 
In seinem ganz persönlichen Stil beschreibt Frank Grondkowski seine Erlebnisse und Entdeckungstouren in Ägypten – auf der Suche nach Antworten auf seine offenen Fragen. Und beim Lesen merkt auch der Ägypten unkundige Leser, dass es hier wohl deutlich mehr offene Fragen als Antworten gibt. Zudem vermittelt das Buch durchaus erste und umfassende Einblicke in die Kultur und Architektur des alten Ägypten. Man spürt beim Lesen manchmal durchaus auch eine hintergründige Ironie, die fast satirisch wirkt wenn es um die Widersprüche geht, die es allein in der Ägyptologie zum Bau der großen Pyramiden gibt.
 
Und immer wieder stellt sich eine Frage: „Wer hat den Pharao geklaut?“ – Die Pyramiden, vermeintlich gigantische Grabbauten der Pharaonen (wie es offiziell heißt), waren leer. Wo sind sie geblieben, die Pharaonen, die in ihnen begraben sein sollten? Waren es doch keine Grabbauten? Aber was sind sie dann?
 
Während ich heute Nachmittag (17.12.2010) im Wohnzimmer saß und im Buch las „surfte“ meine Frau durch die Fernsehprogramme. Plötzlich wurde ich hellhörig. Auf N24 lief gerade ein Filmbeitrag über Ägypten, die Pyramiden, die Sphinx… Zufall? Und auch hier wurde wieder über die ungelösten Fragen zur alten ägyptischen Hochkultur gesprochen, hingewiesen auf geheime Kammern – so auch unter der Tatze der Sphinx – die zwar seit vielen Jahren bekannt aber immer noch ungeöffnet und somit unerforscht sind. Und genau darüber hatte ich doch gerade in dem Buch gelesen.
 
Wenn man sie vergleicht, die so genannten und teils widersprüchlichen „Forschungsergebnisse“, die Ungereimtheiten feststellt und das Buch von Frank Grondkowski gelesen hat, dann kann es ganz gut sein, dass es einen packt und man sich selbst vor Ort das alles einmal anschauen möchte, denn die tatsächliche Monumentalität der archäologischen Stätten können Bilder kaum vermitteln. Und: Glauben ist gut, wissen ist besser. Doch werden wir irgendwann die Antworten auf die letzten Geheimnisse tatsächlich wissen?
Axel Ertelt
 
„Wer hat den Pharao geklaut? – Der etwas andere Reisebericht“. von Frank Grondkowski, 104 S. m. zahlr. Abb., Taschenbuch/Broschur, Individuell Verlag, Rüdersdorf bei Berlin, September 2009, ISBN: 978-3-935552-34-9, Preis: 11,90 €. Lieferbar über den örtlichen Buchhandel oder bei amazon.de.
 
Erstveröffentlichung dieser Buchbesprechung: OnlineZeitung24 (18.12.2010, 00.57 Uhr)
Nachveröffentlichung bei Facebook (18.12.2010, 13.29 Uhr)
 

 
Die Bestattungs-Mafia
Von Peter Waldbauer (Fotolink
 
Das Buch enthält zu viele Fehler und verpauschaliert 
 
Man kennt es eigentlich zur Genüge aus den Medien: Die aufbauschende und negative Berichterstattung über die Branche des Bestattungswesens. In TV-Beiträgen werden negative Beispiele eines Bestatters angeprangert – und alles wird so dargestellt, dass der Zuschauer glauben muss, dies sei die Tagesordnung bei allen Bestattern. Als Zeugen: irgendwelche „Kapuzenmänner“, deren Stimme verfremdet ist…
 
Damit wird dem Leser und Fernsehzuschauer (und jüngst auch in dem Buch: „Die Bestattungs-Mafia“ von Peter Waldbauer) immer wieder eingeredet, die Bestatter seien Halsabschneider, Abzocker und Betrüger. Es wird hier an (angeblichen aber leider unbewiesenen) negativen Einzelfällen (die es durchaus geben kann, was niemand abstreiten will) eine ganze Branche in Verruf gebracht, weil in entsprechender Darstellung, aufgebauscht, verallgemeinert und pauschaliert, der Leser oder Zuschauer dies so annehmen muss. Ihm bleibt praktisch keine andere Wahl. Ist also eine seriöse Bestattung und Bestattungsberatung in Deutschland nicht mehr möglich?
 
Genau auf diesen Zug springt auch Peter Waldbauer auf. Sicher hat auch er in einigen Dingen Recht. Aber ich muss mich da doch sehr wundern, wenn er behauptet, dass sich in der Bestattungsbranche „die abstoßendsten Typen und Charaktere“ versammeln und sich das dann liest, als bestehe die Branche nur aus: „notorische Trinker und Asoziale, Straftäter und Zuhälter, Psychopathen und Nekrophile“. (S. 20)
 
Das ist nicht nur eine schwerwiegende Beleidigung und Verleumdung aller in dieser Branche tätigen Personen, sondern man ist da auch direkt geneigt zu fragen: „Wie sieht es in den Reihen der Autoren (oder anderen Branchen) aus?“ Vielleicht mag es irgendwo den einen oder anderen solchen Typen geben. Das ist sicher nicht die Regel, wie es der Autor darstellt, sondern die Ausnahme, die in keiner Branche auszuschließen ist! Selbst als selbständiger Bestattungsunternehmer tätig, kenne ich unzählige Kollegen persönlich und kann nur bestätigen, dass es da im Großen und Ganzen ein freundschaftliches und gutes Verhältnis untereinander gibt und dass keiner der von Peter Waldbauer genannten Typen dabei ist. So sieht es beispielsweise in unserer ländlichen Gegend (Märkischer Kreis) aus, die man aber u. U. nicht mit der Situation in einer Großstadt wie Berlin vergleichen kann, auf die sich Peter Waldbauer offensichtlich beruft. Deshalb ist es absurd, immer alles zu verallgemeinern. Warum werden nie konkrete Beispiele mit Namen genannt? – Dann hätte auch die Branche selbst die Chance die schwarzen Schafe anzuprangern und dagegen vorzugehen.
 
Man gewinnt beim Lesen des Buches permanent den Eindruck: Jedes Mal wenn ein Bestatter für seine Dienstleistung etwas berechnet (egal wie viel), dann ist er der Buhmann, der Abzocker. Der Autor Peter Waldbauer will bei mehreren Sargträgerdiensten und Bestattungsunternehmen gearbeitet (genau gesagt: ausgeholfen) haben: „Als Bestattergehilfe blieb ich, was eventuelle Bereicherungsabsichten betraf, auf die bloße Rolle des Zuschauers festgelegt…“ (S. 17) Führte er dabei seine Tätigkeit ehrenamtlich aus und hat keinen Lohn angenommen? Sonst hätte er sich ja auch am „Geschäft mit dem Tod“ bereichert. Und müsste nach den Darstellungen des Autors nicht jeder ein Abzocker sein, der für eine Leistung bzw. seine Arbeit Geld bekommt – einschließlich der Arbeitnehmer in jeder Branche? Was ist denn mit dem Autor Peter Waldbauer selbst? Bekommt er für sein Buch etwa kein Honorar? Das wird doch wohl niemand ernsthaft glauben! Damit ist doch der Beweis erbracht, dass er nun beim „Geschäft mit dem Tod“ selber anständig mit abzockt…
 
Auch scheint es mit den Kenntnissen des Autors im Bestattungswesen nicht weit her zu sein. So heißt es auf Seite 20: „Die amtliche Leichenschau ist die Grundvoraussetzung jeder Bestattung.“ Das ist falsch! Richtig müsste es heißen: „Die ärztliche Leichenschau…“ Und die kann von jedem niedergelassenen Arzt durchgeführt werden. Von Amtswegen, also durch einen Amtsarzt, erfolgt eine Leichenschau nur als zusätzliche Leichenschau bei einer Feuerbestattung.
 
Wenige Seiten später heißt es, dass die Bestatterverbände vorschreiben in der Werbung keine Preise zu nennen. Auch das ist falsch. So empfiehlt der Bundesverband Deutscher Bestatter bzw. seine jeweiligen Landesverbände, in denen viele Bestatter Mitglied sind, eine offene Preisauszeichnung, deren Preise selbstverständlich auch die Mehrwertsteuer (also den Endpreis für den Kunden) enthalten. Und wenn Preise genannt werden, sollen diese auch korrekt und vollständig sein und alle Posten enthalten.
 
Seit wann ist für die Handwerksrollen (egal, ob A oder B) die Industrie- und Handelskammer zuständig (wie im Buch auf Seite 33 behauptet)? Auch dass eine absolute Falschinformation von Peter Waldbauer, die auch das Lektorat unbemerkt überstand. Für die Handwerksrollen ist nach wie vor die Handwerkskammer zuständig!
 
Bei soviel Falschinformationen und Fehlern schon auf den ersten 33 Seiten (da der Text einschließlich Vorwort erst nach einem zig Seiten umfassenden Inhaltsverzeichnis auf Seite 15 beginnt und zwischendurch auch noch zwei halbe leere Seiten und eine ganze Leerseite enthalten sind, sind es bis S. 33 nur 17 Textseiten!) verliert man fast die Lust am Weiterlesen und fragt sich unweigerlich, sah das Manuskript zum Buch im Verlag überhaupt einen Lektor? Denn der ist doch auch dafür da, dass solch grobe Fehler und ganz offensichtliche Falschinformationen im gedruckten Buch nicht vorkommen. Schade, dass der normale Leser leider immer alles glaubt, was ihm im TV, oder wie hier in einem vermeintlichen Sachbuch aus einem renommierten Verlag, vorgesetzt wird. Damit hat sich auch der Verlag in die Fußstapfen der Boulevard- und Sensationspresse gegeben, die nur auf ein schnelles Geschäft aus ist und die es dabei scheinbar überhaupt nicht interessiert, ob sie Falschinformationen weitergibt. Und ist ein Thema nicht gut genug, wird es eben aufgepuscht und aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Hauptsache, die Kasse stimmt bei den Abzockern der Medien- und Autoren-Mafia - möchte man jetzt sagen…
 
Ganze zwei Tage Pause habe ich mir gegönnt, bevor ich mich durchringen konnte diesen vor Fehlern und Falschinformation strotzenden Unsinn weiter zu lesen. – Und ich wurde ganz schnell „belohnt“, nämlich gleich auf der nächsten Seite (S. 34). Ab hier stellt Peter Waldbauer nämlich seine vermeintlichen Arten der Bestatter vor. Es fängt an mit dem „alteingesessenen Bestatter“. Die sind nach Waldbauer nämlich alle Millionäre. Na toll, schön wäre es ja. Ich führe unser Bestattungsinstitut bereits in der 3. Generation. Wir sind heute das älteste Unternehmen in unserer Stadt und dürften somit in diese Waldbauer-Rubrik“ fallen. Nun suche ich nach unseren angeblichen Millionen, die wir ja nach Peter Waldbauer besitzen müssten. Doch ich kann sie leider nicht finden, weder auf dem Dachboden, noch im Keller oder Sparstrumpf und erst recht nicht auf der Bank.
 
Als zweites wird der so genannte „Schreiner-Bestatter“ vom Autor aufs Korn genommen. Das sind alle die, die Bestattungen als Nebengeschäft betreiben und als Hauptgeschäft eigentlich eine Schreinerei haben. Hier, so Waldbauer, arbeiten ehemalige Strafgefangene auf Bewährung und „Schlägertypen mit tätowierten Unterarmen“ (S. 36). Dargestellt wird es so, dass der Leser unweigerlich den Eindruck gewinnt, dies wäre die Regel. Nun gibt es viele Menschen, die mit einer Tätowierung herumlaufen. Männlein und Weiblein gleichermaßen. Nach Waldbauer alles Schlägertypen. Nun, man kann über Tätowierungen denken wie man will, aber dies ist doch eine sehr ungeheure Diffamierung aller Tätowierten. Und, was soll dieser Unsinn mit den Strafgefangenen auf Bewährung? Vielleicht gibt es den einen oder anderen davon mal irgendwo in einer Schreinerei – genauso, wie in jeder anderen Branche auch – einschließlich in den Reihen der Autoren und in der Medienwelt.
 
Auf den Seiten 38 bis 40 stellt Peter Waldbauer dann den Typen des Betreuers vor, der eigentlich aus einem Sozialberuf stammt wie beispielsweise Krankenpfleger oder Betreuer. Deshalb auch der „Betreuer-Bestatter“. Erstaunlicherweise wird dieser Typ vom Autor gelobt (offensichtlich weil es ihn so gut wie gar nicht gibt). So soll er beim Beratungsgespräch etwa eine Stunde Zeit aufwenden, was bei Waldbauers Darstellungen kein anderer macht. Zum Trauergespräch schreibt er auf Seite 47 sogar: „Die ‚Trauergespräche’ sind dann meist von kurzer Dauer, in der Hälfte aller Fälle nicht mehr als etwa fünfzehn Minuten.“ Also, bei mir sind ein bis eineinhalb Stunden für ein Beratungsgespräch die Regel, manchmal sogar deutlich mehr. In 15 Minuten ist ein Trauergespräch unmöglich zu bewältigen. Da hat man ja kaum Zeit um alleine die zur Beurkundung notwendigen Daten und Fakten aufzunehmen. Und wenn Waldbauer dann noch das Trauergespräch als „Gezielte Desinformation“ (S. 46) bezeichnet, kann ich nur noch sagen: Das ganze Buch ist eine einzige gezielte Desinformation.
 
Und als letzten der „Bestatter-Typen“ kommt er schließlich zum „Funeral Master“ oder zu Deutsch dem „Bestattungsmeister“ (S. 40). Diesen gibt es erst seit ein paar Jahren. Bis vor wenigen Jahren war der Bestatterberuf nämlich überhaupt noch kein Handwerksberuf. Und nur in einem Handwerksberuf gibt es einen Meister. Um jetzt aber Missverständnisse auszuschließen: Der Bestatterberuf ist auch heute noch kein Handwerksberuf im Sinne eines Vollhandwerkes der Handwerksrolle A. Und deshalb kann es leider auch den deutschen Begriff des „Bestattungsmeisters“ nicht geben. Der Bestatterberuf wurde lediglich in die Handwerksrolle B eingestuft was bedeutet, dass er ein handwerksähnlicher Beruf ist. Deshalb musste der Begriff des eigentlichen „Bestattungsmeisters“ fremdsprachlich gewählt werden.
 
Peter Waldbauer mokiert sich dann darüber, dass es diesen Begriff des „Funeral Masters“ doch ursprünglich im englischen Sprachgebrauch gar nicht gibt. Natürlich gibt bzw. gab es ihn dort gar nicht. Außer in Deutschland gibt es in keinem anderen Land überhaupt einen Handwerksmeister. Nur in Deutschland muss man eine Meisterprüfung ablegen, um sich in einem Handwerk selbständig machen zu können! Aber das hat anscheinend der Autor auch alles nicht gewusst…
 
Offenbar in Unkenntnis der tatsächlichen Herkunft der so genannten „peace box“, einem Sarg aus Wellpappe (was der Autor [in Unkenntnis?] verschweigt), schreibt Peter Waldbauer diesen Begriff offenbar als Erfindung einem bayerischen Bestatter zu (auf S. 41 zwischen den Zeilen angedeutet), was ebenso falsch ist. Die „peace box“ ist eine Schweizer Erfindung (die wussten wohl nicht mehr wohin sonst mit dem Altpapier) und wird auch in der Schweiz hergestellt und hat sich in Deutschland nicht durchgesetzt.
 
Auf Seite 44 ist mal wieder des Autors Lieblingsthema an der Reihe: die Verdienste der Bestatter. Dazu macht er eine Statistik auf, in denen er Durchschnittswerte errechnet und so darstellt als wären diese die gültigen Zahlen für alle Institute. Nicht berücksichtigt werden die Größe der einzelnen Institute, die Größe der Städte und Gemeinden, sowie die Zahl der regionalen Sterbefälle. Die Statistik ist völlig nichts sagend für jeden Einzelfall und somit überflüssig und unsinnig. Halten wir es da mit dem deutschen Bankier Hermann Josef Abs (1901 – 1994), der zu Statistiken sagte: „Die Statistik ist wie eine Laterne im Hafen. Sie dient dem betrunkenen Seemann mehr zum Halt als zur Erleuchtung.“
 
Und immer wieder, praktisch quer durch ganze Buch, betont der Autor in unendlichen Wiederholungen, das der Bestatter Geld verdienen will: „Er wird ab jetzt eine ordentliche Stange Geld verdienen.“ (S. 51) „Der Bestatter will – wie jeder Geschäftsmann – Geld verdienen. – Punkt!“ (S. 52) Natürlich will auch der Bestatter Geld verdienen, nicht nur wie jeder andere Geschäftsmann auch, sondern vor allem auch wie jeder andere Arbeitnehmer und Autor auch! Denn irgendwo von muss ja auch der Bestatter leben…
 
„Bisher gibt es keinen ordentlichen Ausbildungsgang, der in diesen Beruf (des Bestatters) führt.“ Das behauptet Peter Waldbauer auf S. 54. Scheinbar hat er völlig vergessen, dass er bereits auf S. 33 richtig erkannt hatte: „Seit Oktober 2003 existiert der Lehrberuf der ‚Bestattungsfachkraft’.“
 
Dazu sei anzumerken, das die Evaluierung der ursprünglichen Erprobungsverordnung der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ergab, dass sich die Ausbildungsinhalte in der Praxis als stimmig erwiesen haben. Außerdem fand der Beruf bei den Auszubildenden und den Ausbildungsbetrieben große Zustimmung. Somit wird es nach der bereits vorliegenden Überarbeitung der Erprobungsverordnung die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft auch weiterhin geben. Ab dem 1. August 2007 fing bereits das erste Ausbildungsjahr mit der überarbeiteten Verordnung an. – Und das war vor Erscheinen des Buches! (Quellen: Verordnung über die Berufsausbildung zur Bestattungsfachkraft vom 07. Mai 2007, Bundesgesetzblatt Teil I, Nr. 19 vom 14. Mai 2007, S. 673; Berichtigung der Verordnung über die Berufsausbildung zur Bestattungsfachkraft vom 29. Mai 2007, Bundesgesetzblatt Teil 1, Nr. 23 vom 01. Juni 2007. Vgl. Information des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn (http://www.bibb.de/de/29894.htm). Hätte sich der Autor da doch mal besser informiert.
 
Ein weiteres Lieblingsthema, an dem sich Peter Waldbauer aufgeilt, ist seine haltlose Behauptung, dass die Bestatterbranche aus Kriminellen und Psychopathen bestehe. Daran zieht er sich auf S. 55 wieder einmal (zum 3. Mal) hoch und wiederholt sich auch hier permanent. Vorsichtshalber betont er (auch wiederholt), dass es auch Ausnahmen gebe. Er schränkt es aber sofort wieder ein, indem er anmerkt: „Aber das sind Ausnahmen, zu rechnen ist mit ihnen nicht.“ Damit will er wieder suggerieren, dass es diese Ausnahmen ja eigentlich gar nicht gibt…
 
Und das Fazit aus allem: Glauben Sie doch nicht alles, was Sensationsreporter und Autoren Ihnen vormachen wollen. In Deutschland gibt es den Bundesverband Deutscher Bestatter e.V., in dessen Landesverbänden viele Bestattungsinstitute (derzeit ca. 3.500, das sind rund 85 %) angegliedert sind. Der Verband bietet ständig Fortbildungskurse, in denen sich die angeschlossenen Bestattungsunternehmen weiterbilden können. Als eine Art besondere Qualifikation nach strengen Richtlinien zu Gunsten der Hinterbliebenen und für eine korrekte, Verbrauchergerechte Abwicklung einer Bestattung gibt es das geschützte Markenzeichen.
 
Es handelt sich dabei um einen Sarg vor einem dreiteiligen Kirchenfenster mit untenstehendem Hinweis: „Bestatter vom Handwerk geprüft“. Die Bestattungsunternehmen, die dieses Zeichen führen, werden nicht nur regelmäßig vom Verband geprüft sondern müssen sich auch regelmäßig weiterbilden. Das alles kostet eine Menge Geld, das die jeweiligen Bestattungsinstitute zu Gunsten des Verbrauchers investieren. 
 
Solchen Betrieben kann man vertrauen. Dort gibt es keinen Betrug und keine Abzocke. Wenn Sie eine Beerdigung von einem solchen Unternehmen durchführen lassen, dann können Sie getrost solche Berichte und Bücher vergessen, die Ihnen Angst machen und einreden wollen, die Branche sei eine „Mafia“. Die Bestatterbranche ist genauso wenig (oder viel) eine Mafia wie jede andere Branche (einschließlich Journalisten, Reporter und Autoren) auch... 
 
Resümierend muss ich sagen, ich bin sauer. Sauer über das Geld, welches ich für dieses Buch zum Fenster hinausgeschmissen habe. Und ich bin enttäuscht, enttäuscht vor allem über den Verlag, der es offenbar versäumt hat das Buch vor der Veröffentlichung einem kompetenten und sachkundigen Lektor lesen zu lassen. Bei einem Verlag wie Herbig hätte ich so viele und offensichtliche sachliche Fehler eigentlich nicht erwartet. 
Axel Ertelt
 
„Die Bestattungsmafia“ von Peter Waldbauer, 224 Seiten, ISBN 3776625409, Herbig Verlag, München 2007.
 

 
Das Rätsel: Unbekannte Flugobjekte
Von Hans-Werner Peiniger (Hrsg.) (Fotolink)
 
Aus dem GEP-Archiv für die Interessenten des UFO-Thema
 
Hans-Werner Peiniger, Herausgeber und Hauptverfasser dieses Buches, ist Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens e.V. (kurz: GEP e.V.) in Lüdenscheid. Dabei handelt es sich um eine Organisation, die auf wissenschaftlicher Basis das UFO-Phänomen und die eingehenden UFO-Sichtungsmeldungen untersucht.

Mit diesem Buch sollen in allgemein verständlicher Weise die Interessenten der UFO-Thematik angesprochen und korrekt informiert werden, da in der Öffentlichkeit zumeist ein falsches Bild durch die Boulevardpresse und diverse Talk-Shows in den TV-Medien verbreitet wird. Hinzu kommen Gruppierungen, die die ganze UFO-Thematik auf spiritueller Art und Weise (bis hin ins pseudoreligiöse Sektierertum) betreiben, was nicht gerade dazu beiträgt das UFO-Phänomen an sich wissenschaftlich ernst zu nehmen.

Dass man es aber ernst nehmen muss, zeigen deutlich die Meldungen, die täglich bis zu Hunderte Male weltweit eingehen. Und gerade seit dem Jahr 2006 ist auch in Deutschland ein verstärkter Anstieg von UFO-Meldungen (auch bei der GEP) zu verzeichnen.

Für viele bedeutet der Begriff "UFO" gleichsam "außerirdisches Raumschiff". Das ist grundsätzlich völlig falsch und diese allgemeine Volksmeinung trägt ebenfalls nicht dazu bei, dass sich viele Wissenschaftler mit dem UFO-Phänomen auseinandersetzen. Und deshalb erfährt der Leser des Buches auch im ersten Kapitel einmal etwas "Grundsätzliches zur UFO-Forschung".

Der Begriff "UFO" ist lediglich ein Kürzel und bedeutet nichts anderes als "Unbekanntes Flug-Objekt" bzw. auch "Unidentifiziertes Flug-Objekt". Bei einem UFO haben wir es also mit einem (in der Regel) fliegendem (bzw. in der Luft befindlichen) Objekt zu tun, welches zum Zeitpunkt der Beobachtung für den Beobachter nicht erklärbar (also nicht identifizierbar und somit unidentifiziert) war.

Die Aufgabe seriöser UFO-Forscher ist es, solche Meldungen zu untersuchen und möglichst zu erklären, die beobachteten Objekte also zu identifizieren. Hans-Werner Peiniger und seine Mitautoren (Dr. Johannes Fiebag, Rudolf Henke, Michael Hesemann, Jochen Ickinger, Gerald Mosbleck, Achim Th. Schaefer, Wolfgang Schroeder, Uli Thieme und Werner Walter) geben mit diesem Buch einen hervorragenden Einblick in die seriöse und wissenschaftliche UFO-Forschung. Gleichzeitig werden auch einige der interessantesten UFO-Fälle der GEP vorgestellt.

Eines der bekanntesten Ereignisse, die durch die UFO-Szene "geistern" ist der angebliche UFO-Absturz von Roswell in Texas. Seit ein paar Jahren kursiert ein Film in den Medien, der angeblich die Untersuchung eines außerirdischen Astronauten zeigt, der seinerzeit bei dem Absturz in Roswell ums Leben kam. Diesem Kuriosum der UFO-Forschung widmen Achim Th. Schaefer und Uli Thieme ihre Beiträge und legen dabei erdrückende Beweise vor, die gegen die Hypothese eines UFO-Absturzes sprechen und den Film als Fälschung entlarven.

Alles in allem ein sachlich und unspektakuläres Buch, das einen wertvollen Beitrag zur seriösen UFO-Forschung darstellt und deshalb von mir unbedingt empfohlen werden kann. Wer sich näher für die Thematik interessiert oder sich damit auseinandersetzen will, der ist mit diesem Buch gut beraten. Es ist sein Geld wert.

Wer jedoch Lektüre über außerirdische Raumschiffe und Aliens sucht, der sollte im richtigen Bereich suchen: unter Science Fiction!
Axel Ertelt
 
„Das Rätsel: Unbekannte Flugobjekte“ von Hans-Werner Peiniger (Hrsg.), 285 Seiten, Pabel-Moewig Verlag, Rastatt 2002.
 

 
Der schweigende Stern
Von Roland Roth (Hrsg.) (Fotolink)
 
Ein faszinierendes Buch über die Welt der Geheimnisse
 
Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um eine Anthologie zahlreicher Autoren, herausgegeben von Roland Roth. Der Untertitel verspricht viel: „Aus der Steinzeit in den Weltraum - Geheimnisvolles Wissen und rätselhafte Welten“. Aber kann das Buch wirklich halten, was der Titel verspricht?
 
Es handelt sich hier um eine Mischung aus den unterschiedlichsten Bereichen, die gemeinhin den „Grenzwissenschaften“; zugeschrieben werden. Seien es Kapitel über parapsychologische Phänomene wie „Geisterstimmen“ oder „Geister und Phantome“, „Voodoo“ oder Berichte über Menschen, die scheinbar im Nichts verschwinden (verschollen in Zeit und Raum?), oder seien es Spekulationen über die Abstammung des Menschen (mit „Hinweise auf außerirdische Experimentatoren“). Gab es eine Laser-Technologie vor Urzeiten? Außerirdische und das Tunguska-Rätsel...
 
Dies alles und noch viel mehr sind Themen, die im Buch aufgegriffen und behandelt werden. Gut geeignet also für alle Liebhaber und Fans des Geheimnisvollen, des Phantastischen und des Unbekannten. Themen aber auch, die in der Wissenschaft teilweise sehr umstritten sind.
 
Auf jedes Thema einzeln einzugehen und jeden Autor und seine Beiträge detailliert vorzustellen, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Eines der interessantesten Kapitel im Buch ist sicherlich der Beitrag „Techno-Götter und phantastische Spuren - Hinweise auf geheimnisvolles Wissen rund um den Globus“ von Roland Roth. Hier geht es um Technologien alter Hochkulturen, von denen diese wussten und die sie zum Teil offensichtlich selbst genutzt haben. Jedenfalls deuten alte Überlieferungen, Sagen und Mythen darauf hin.
 
So taucht dann unweigerlich auch die Frage auf: Gab es früher Sternentore? Ist diese Frage ernsthaft und berechtigt? Sternentore kennen wir nur als „Stargate“ von den Kinofilmen und der TV-Serie. Was dort in einem phantastischen SF-Action-Abenteuer gezeigt wird, könnte, wenn vielleicht auch nicht so spektakulär wie im Film, zumindest aber vom Prinzip her in unserer eigenen Vergangenheit Realität gewesen sein: Tore, durch die man ohne Zeitverlust an andere Orte gelangen konnte.
 
Zugegeben, dies alles klingt phantastisch und ist kaum zu glauben. Aber: Unsere eigene Vergangenheit gibt uns heute noch mehr Rätsel als Lösungen. Es sind immer noch deutlich mehr Fragen unbeantwortet als beantwortet. Und zahlreiche Monumente rund um den Globus zeugen noch heute davon, dass unsere Vorfahren nicht so primitiv gewesen sein können, wie es uns die Wissenschaft und Lehrmeinung glauben machen wollen. Irgendetwas Geheimnisvolles liegt immer noch im Dunkel der Zeit verborgen und schlummert dem Tag entgegen, an dem das Licht endlich auch diese längst vergangene Epoche erhellt...
 
Alles in allem ist die Anthologie von Roland Roth (Herausgeber) eine gut gelungene Mischung, die fasziniert. Was ist dran an all den Dingen? Eine endgültige Antwort kann auch dieses Buch nicht geben. Aber es zwingt den Leser zu eigenen Gedanken.
 
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der mehr wissen will als in den Schulen gelehrt wird. Tauchen Sie ein in die Welt der Phänomene. Ich bin sicher, Sie werden es nicht bereuen...
Axel Ertelt
 
„Der schweigende Stern“ von Roland Roth (Hrsg.), 191 Seiten, ISBN 3931164179, MG Verlag, Plaidt 2006.
  

 
KulturSchock Thailand
Von Rainer Krack (Fotolink)
 
Damit das Traumland nicht zum Albtraum wird
 
Es gibt - aus unserer westlichen Sicht - viele Länder, die als exotisch bezeichnet werden. Dazu gehört z.B. auch Thailand. Dieses südostasiatische Koenigreich, bekannt durch viele Filmreportagen und Berichte, wird meistens von seiner schönsten Seite dargestellt. Bunte, glitzernde Trachten, Rot-weiß-golden schillernde Tempel und nicht zuletzt die Bilder aus der Königsfamilie, lassen ganz schnell das Fernweh aufkommen.

Wer nun das erste Mal nach Thailand reist, kann ihn ganz schnell bekommen, den Kulturschock. Die Mentalität und Lebensweise ist hier völlig anders als bei uns in der so genannten westlichen Welt. Sobald man die Großstädte und Touristenmetropolen verlässt, wird es uns schlagartig bewusst. Hier kann alles so dicht beieinander sein: Reichtum und Armut, die Millionenvilla neben den Papp- und Wellblechhäusern der Armen, der Mercedes neben dem Uralt-Moped. Straßenverkäufer, Bettler und Garküchen (Essensstände auf Ziehkarren) prägen das Bild der Dörfer und Städte.

Vieles, was man sieht, mag einen schockieren, weil es bei uns nicht vorkommt, weil es anders, eben fremdartig, ist. Natürlich gibt es auch Touristen, die von alledem kaum oder nichts mitbekommen, weil sie in ihrem First-class-Hotel, abseits des Alltagslebens, direkt an einem abgesperrten Strand residieren und das Gelände nicht verlassen. Aber die könnten dann auch genauso gut an der Nord- oder Ostsee ihren Urlaub verbringen, denn von Land und Leuten, von Kultur und dem Alltagsleben bekommen sie eh nichts mit.

Um einen solchen Kulturschock zu mindern gibt es im Peter-Rump-Verlag die Buchreihe KulturSchock. Eines dieser Bücher, der „KulturSchock Thailand“, wurde von Rainer Krack, einem freiberuflichen Journalisten und Schriftsteller, der seit vielen Jahren in Thailand lebt, verfasst.

Das Buch führt den Leser in eine andere Welt, eine andere Kultur und bereitet ihn vor auf dass, was er in Thailand sehen und erleben wird - außerhalb der Hotels und vielleicht auch außerhalb der üblichen Touristenpfade der Reiseindustrie. Es bringt die Lebens- und Denkweise der Thais nahe. Dieses Buch ist eine gute und manchmal sogar spannende Lektüre für alle, die zum ersten Mal nach Thailand reisen wollen, um gut vorbereitet zu sein und nicht im Land ins sprichwörtliche Fettnäpfchen zu treten. Aber auch mancher, der bereits einmal dort war, wird sicher noch viele interessante Neuigkeiten darin finden.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, insbesondere den Thailand-Neulingen... 
Axel Ertelt
 
„KulturSchock Thailand“ von Rainer Krack, 264 Seiten, durchgehend illustriuert, Farbe, Register, Glossar, Format 18,0 x 12,0 cm, TB, Peter Rump Verlag, Bielefeld, aktuell = 11. Auflage 2009.
 

 
Geschichten aus Thailand
Von Günther Ruffert (Fotolink)
 
Köstliches Lesevergnügen - Lustiges und Nachdenkliches
 
In „Geschichten aus Thailand“, Günther Rufferts erstem Buch, beschreibt der Autor erstmals die ganz alltäglichen Alltagsgeschichten aus Thailand. Der Text ist gut und flüssig geschrieben, so dass das Lesen Spaß macht. Die Geschichten und Episoden im Buch sind aus unserer Sicht recht amüsant und durchaus auch spannend geschrieben. Aber es gibt auch eine ganze Reihe von Dingen, die zum Nachdenken anregen...

Der Leser des Buches erfährt hier, wie die Thais leben, was sie denken und wie sie handeln - im Umgang mit den Farangs (so nennen die Thais die westlichen Ausländer).

Für jemanden, der noch nie das thailändische Alltagsleben kennen gelernt hat, ist dieses Buch ein erster guter Eindruck thailändischer Mentalität - vor allem bei der Landbevölkerung, denn in den Großstädten und Touristenmetropolen hat sich in dieser Hinsicht schon so manches geändert und damit auch den Touristen angepasst.

Wer allerdings nähere Beziehungen, allen voran familiäre Bindungen, zu Thailand hat, der findet vermutlich nicht allzu viel Neues in den „Geschichten aus Thailand“. Zumeist sind es ja die Männer (aber nicht nur), die mit einer Thai verheiratet sind. Der Großteil von ihnen wird viele der geschilderten Geschichten schon einmal selber so - oder ganz ähnlich - erlebt haben.

Aus diesem Grunde ist das Buch auch eine empfehlenswerte Lektüre für all jene Farangs, die vielleicht eine Beziehung zu einer/einem Thai eingehen wollen. Hier lernen Sie, was sie erwartet, wenn sie sich später im thailändischen Teil der Familie aufhalten und zurechtfinden wollen.

„Geschichten aus Thailand“ ist das Original. Hier wurden erstmals einem breiten Publikum solche Alltagsgeschichten aus Thailand vorgestellt. Dies macht das Buch gerade so interessant und lesenswert. Nachahmer gibt es inzwischen einige. Die ameisten davon können Günther Rufferts „Geschichten aus Thailand“ aber kaum das Wasser reichen...

Wenn Sie im nächsten Urlaub nach Thailand fliegen wollen, dort aber mehr sehen und erleben möchten als nur am Strand zu liegen oder an der Bar zu sitzen, dann kann ich Ihnen die Lektüre dieses Buches nur empfehlen, mit der Sie sich auf eine lesenswert amüsante Art ausgezeichnet auf ein Miteinander mit der thailändischen Bevölkerung vorbereiten können... (Günther Ruffert verstarb am 26. April 2010 in Thailand.)
Axel Ertelt
 
Günther Ruffert: „Geschichten aus Thailand“, 198 Seiten, ISBN 978-3-929403-19-0, Heller Verlag, Taufkirchen, aktualisierte Neuauflage 2006 (Leseprobe des Verlags). 
 

 
Farang in Thailand
Von Günther Ruffert (Fotolink)
 
Neue Geschichten aus Thailand - amüsant, unvergesslich
 
Als „Farang in Thailand“ zu leben ist nicht einfach - zumindest nicht für längere Zeit. Günther Rufferts zweites Buch gibt einen guten Überblick über dieses Land in Südostasien mit seinen Bewohnern, ihrer Mentalität, ihrem Denken und all den ganz alltäglichen Dingen. Dazu gehören die Benimmregeln - etwas andere als bei uns - genauso wie das Zusammenleben der Thais mit den unzähligen Geistern die es hier gibt und die das Alltagsleben vieler Thais bestimmen.

So widmet Günther Ruffert diesem Thema gleich ein ganzes Kapitel („Religion und Aberglaube“). Der Aberglaube, der Animismus, hat sich heute in Thailand fest mit dem Buddhismus vermischt, könnte man meinen, wird aber eigentlich nur vom thailändischen Buddhismus toleriert. Der Buddhismus ist ja bekanntlich die toleranteste aller Weltreligionen. Die weit verbreitete Ansicht, die Geister (in Thailand) seien gleichzusetzen mit dem, was wir hier unter Gespenstern verstehen, ist grundsätzlich falsch und kann zu fatalen falschen Schlussfolgerungen führen. Auch hierzu beschreibt Günther Ruffert, warum dies so ist und wie man dies wirklich betrachten muss und sollte, um auch das Leben der Thais mit den Geistern richtig zu verstehen.

Auch amüsante neue Geschichten und Episoden aus dem Land sind wieder fester Bestandteil im Buch. Genau, wie in seinem ersten Buch „Geschichten aus Thailand“ auch. Dieses zweite Ruffert-Buch, „Farang in Thailand“, könnte beinahe als Pflichtlektüre für alle Farangs angesehen werden, die einen größeren Bezug zum Land haben als der herkömmliche Durchschnittstourist und Pauschalreisende.

Seien es die Farangs, die mit einer (bzw. auch einem) Thai verheiratet sind und im Urlaub die Familie in Thailand besuchen, oder seien es die Residenten (quasi eine Art Auswanderer), die mit ihrem thailändischen Partner hier in Thailand leben wollen - oder auch hier das Rentnerdasein genießen. Sie alle können aus diesem Buch viel lernen, um nicht von einem Fettnäpfchen ins andere zu treten und damit permanent ihr Gesicht zu verlieren...

Aber letztlich können wir alle aus dem Buch noch etwas lernen: In Thailand gehen die Uhren halt noch etwas anders... (Günther Ruffert verstarb am 26. April 2010 in Thailand.)
Axel Ertelt
 
Günther Ruffert: „Farang in Thailand“, 270 Seiten, ISBN 978-3-929403-12-1, Heller Verlag, Taufkirchen, aktualisierte Neuauflage 2007 (Leseprobe des Verlags).
 

 
Nelles Map Bangkok and Greater Bangkok
Vom Nelles Verlag (Fotolink)
 
Ein guter Begleiter durch die Millionenmetropole Bangkok
 
Bangkok - Millionenmetropole und Landeshauptstadt im Herzen Thailands. Sitz der Regierung und des Königspalastes. Aber auch berühmt und berüchtigt wegen seiner teils chaotischen Verkehrsverhältnisse, an denen auch die in den letzten Jahren gebauten Hochstrassen (auf Brückenpfeilern gebaute, autobahnähnliche Schnellstrassen) wegen der Maut kaum etwas ändern konnten. Häufig quält sich der Verkehr mehr stockend und stehend als fahrend von einem Ende Bangkoks zum anderen. Und je nachdem, von wo nach wo man möchte, ist man zu Fuß unter Umständen deutlich schneller.

Da hilft dann aber nur eine gute Karte, wenn man sich, der Landessprache nicht mächtig, im Gewirr dieses Großstadtdschungels zurechtfinden will. Selbst mehrmals in Bangkok unterwegs suchte ich nach einer wirklich guten und brauchbaren Karte. Von gut einem Dutzend verschiedener Karten sagt mir bis heute die Nelles Map „Bangkok“ am meisten zu, da sie nicht nur detaillierter als die meisten anderen ist, sondern auch alle wichtigen Stellen (Wats/Tempel, Botschaften, Sehenswürdigkeiten usw.) in der Großstadt Bangkok eingezeichnet enthält.

Vorhanden ist zum einen eine Großraumkarte (Bangkok und näheres Umfeld/Außenbezirke) im Maßstab 1:75.000 und eine detaillierter dargestellte Innenstadtkarte im Maßstab 1:15.000. Auch wenn nicht alle „Schleichwege“ (die man meistens sowieso besser meiden sollte) enthalten sind, mit dem City-Plan 1:15.000 können Sie sich praktisch nicht verlaufen und finden immer wieder zu Ihrem Ziel oder zu Ihrem Ausgangspunkt zurück. Dazu ist auch der vorhandene Straßen-Index eine wertvolle Hilfe, anhand dessen man leicht eine gesuchte Strasse auf der Karte finden kann.

Doch unterschätzen Sie die Größe der Stadt nicht. Was auf der Karte wie ein „Katzensprung“ aussieht ist in der Realität ein gewaltiger Fußmarsch! Haben Sie die ausgebreitete Karte auch mit einem einzigen großen Schritt „durchquert“, real benötigten Sie dafür (Luftlinie!) ganze 15.000 Schritte. In der Realität der verwinkelten Gassen bedeutet dies dann mehr als das Doppelte.

Wenn ich in Bangkok unterwegs war (oder zukünftig auch bin), war mir (bzw. wird mir sein) die Nelles Map „Bangkok“ immer mein wertvollster Wegbegleiter. Ich möchte sie nicht mehr missen und meine daher auch, sie ist ihr Geld auf jeden Fall wert!
Axel Ertelt
 
Landkarte/Stadtplan: „Nelles Map Bangkok and Greater Bangkok“, Maßstab 1:15.000 / 1:75.000, ISBN 978-3-86574-004-5, Nelles Verlag, München, aktuelle Ausgabe 2009.
 

 

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